Spannende Theorie

Erde hat „zweiten Mond“ – Forscher machen unglaubliche Entdeckung

Am 7. April ist der Vollmond besonders eindrucksvoll. Der Mond ist der Erde an diesem Tag besonders nah und erscheint deshalb etwas größer als gewohnt.
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Am 7. April ist der Vollmond besonders eindrucksvoll. Der Mond ist der Erde an diesem Tag besonders nah und erscheint deshalb etwas größer als gewohnt.
  • Julia Thielen
    VonJulia Thielen
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Ein Himmelsobjekt sorgt seit längerem für große Aufmerksamkeit bei Astronomen. Jetzt haben Wissenschaftler eine krasse Theorie aufgestellt.

Quizfrage für Astronomie-Fans: Wovon hat der Mars zwei, Neptun 14, Saturn 82 und die Erde nur ein Exemplar? Wer hier jetzt mit „Mond“ antwortet, hätte bis vor wenigen Jahren noch die volle Punktzahl eingeheimst. Forscher haben aber schon länger eine irre Entdeckung gemacht. Denn unser Mond hat tatsächlich Mini-Konkurrenz bekommen. Und nun gibt es auch die ersten Theorien, was es mit Kamo‘oalewa – so der Name des kleinen Himmelskörpers – auf sich hat.

Tatsächlich entdeckten Forscher bereits 2016 ein Objekt am Himmel, das time.com in Bezug auf eine aktuelle Forschungsarbeit verschiedener Experten in Nature als „zweiten Mond“ bezeichnet. Kamo‘oalewa ist Hawaiianisch und bezieht sich auf ein sich bewegendes Himmelsobjekt.

„Zweiter Mond“: Forscher machen irre Entdeckung im All

Mit nur rund 50 Meter Durchmesser ist der Mini-Mond sehr, sehr viel kleiner als unser Erdtrabant. Der Mond, der in diesem Jahr schon als Supermond zu sehen war, misst immerhin rund 3.500 Kilometer im Durchmesser. Auch eine annähernd elliptische Umlaufbahn, wie der für die auf der Erde herrschenden Gezeiten verantwortliche Mond, hat sein kleiner Konkurrent nicht.

NameKamo‘oalewa
Größeetwa 50 Meter Durchmesser
Entfernung zur Erdeetwa 14,5 Millionen Kilometer

Stattdessen wabert er zwischen Erde und Sonne spiralförmig auf einer weiten Strecke hin und her. „Er ist in erster Linie von der Anziehungskraft der Sonne beeinflusst“, sagt Ben Sharkey vom Lunar and Planetary Laboratory an der Universität von Arizona, der Hauptautor der neuen Studie. Weil der zweite Mini-Mond zudem von der Erde ebenfalls angezogen würde und „auch, aber nicht ganz“ auf einer erdähnlichen Umlaufbahn unterwegs sei, sehe das aus wie „eine Art absurder Tanz“.

Mini-Mond entdeckt: Mysteriöses Objekt beschäftigt Wissenschaftler

Nicht nur deshalb erlangte Kamo‘oalewa trotz seiner winzigen Größe besondere Aufmerksamkeit im All. Das liegt nämlich auch an einer Eigenschaft, die der zweite Mond nicht aufweist. Um ihre Herkunft zu bestimmen, werden Objekte im Weltraum oft mit Infrarotlicht bestrahlt. Asteroiden – von denen es viele im All gibt – leuchten dann eigentlich hell zurück. Nicht aber der Mini-Mond. Er blieb weitestgehend dunkel. Und musste daher etwas anderes sein.

Nun versuchen die Forscher, das Rätsel zu lösen: um was handelt es sich bei Kamo‘oalewa tatsächlich? Die wahrscheinlichste Theorie haben die Experten in ihren Forschungsergebnissen zusammengefasst. Und sie deuten an, dass es sich bei dem mysteriösen Objekt tatsächlich um einen „zweiten Mond“ handeln könnte.

Zweiter Mond: Nach 300 Jahren nicht mehr in Erdnähe

Denn, so lautet eine der Hypothesen, es könnte einfach ein abgesplittertes Fragment unseres Mondes sein, das da allein durchs Weltall reist und für Furore sorgt. Ein Asteroideneinschlag auf dem Mond könnte es abgespalten haben. Ob der Mini-Mond nun wirklich einer ist, oder etwas anderes. Fakt ist: So langlebig wie der Mond wird er unsere Erde definitiv nicht begleiten.

In rund 300 Jahren sollen die Anziehungskraft von Erde und Sonne den zweiten Mond nicht mehr in seinem Tanz zwischen ihnen gefangen halten. Dann wandert die Mini-Version unseres Trabanten weiter auf seinem Weg durch die Galaxie.

Kann man „zweiten Mond“ mit bloßem Auge sehen?

Mit bloßem Auge ist der „zweite Mond“ übrigens nicht zu sehen. Der sogenannte Quasi-Satellit der Erde ist dafür viel zu klein. Um ihn zu entdecken, braucht es Hochleistungsgeräte. Anders als bei zwei Planeten, die kürzlich am Himmel zu sehen waren. Ein anderes Phänomen sorgte kürzlich für spektakuläre Bilder am Nachthimmel.

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