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Wohngeld-Chaos: Massenhaft Anträge nach Panne verschwunden

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Von: Patricia Huber

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Millionen Haushalte sind seit diesem Jahr Wohngeld-berechtigt. Doch in einem Bundesland herrscht nun Chaos – viele Anträge sind einfach verschwunden.

Kiel – Das neue Wohngeld soll Millionen Haushalte in Deutschland zusätzlich entlasten. Die hohen Preise für Strom, Gas und Lebensmitteln treffen besonders Verbraucher mit geringem Einkommen stark. Bisher waren nur rund 600.000 Haushalte Wohngeld-berechtigt. Seit dem Jahreswechsel sind es 1,4 Millionen mehr. Das hat schließlich zu einer Flut an Neuanträgen geführt – doch genau mit diesen gibt es nun ein Problem.

Wohngeld-Anträge: Systemfehler sorgt für Chaos

In Schleswig-Holstein wurden etliche Wohngeld-Anträge nicht an das zuständige Amt übermittelt. Schuld sei ein Systemfehler in der Online-Beantragung gewesen. Das teilt die Schleswig-Holsteiner Bürgerbeauftragte Samiah El Samadoni in einer Pressemitteilung mit. Nun könnten die Betroffenen ja einfach einen neuen Antrag stellen. Doch dabei gibt es eine große Hürde: „Das Fatale ist, dass die Betroffenen noch nicht über diesen Fehler informiert wurden“, stellt El Samadoni klar.

Wie viele Anträge von diesem Systemfehler betroffen sind, ist noch nicht klar. El Samadoni rät allen, die noch keine Eingangsbestätigung zu ihrem Antrag erhalten haben, sich an die jeweilige Wohngeldstelle zu wenden. Dort kann nachgefragt werden, ob der Antrag auch wirklich eingegangen ist.

Wohngeld: Behörden sind überfordert

„Diese Computer-Panne passiert zur Unzeit“, macht die Bürgerbeauftragte deutlich. „Gerade jetzt stehen viele Menschen unter finanziellem Druck und benötigen dringend eine schnelle Bewilligung des Wohngelds – das fällt den Kommunen schon ohne technische Probleme schwer genug.“ Tatsächlich sind einige Behörden mit der Flut an Wohngeld-Anträgen bereits jetzt überfordert.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnte bereits vor langen Wartezeiten bei der Bearbeitung von Anträgen. Es könne dauern, bis diese bewilligt werden. Dabei werde sich der Aufwand für die Wohngeldstellen weiter erhöhen, weil vorläufige Bescheide in den kommenden Wochen und Monaten nachträglich und final geprüft werden müssten, betonte Landsberg. „Längere Wartezeiten werden daher nicht zu verhindern sein.“ (ph)

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