Hitze-Welle in Europa

Sahara-Hitze zieht nach Deutschland: Höllen-Temperaturen wie in Südeuropa?

  • Lisa Klein
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Kaum lässt die eine Hitzewelle nach, steuert schon die nächste auf Südeuropa zu. Diesmal kommt die Hitze sogar bis nach Deutschland. Müssen wir auch mit 45 Grad rechnen?

Update, 10. August: Ein Blick auf die Wetterkarten zeigt: Eine Hitzewelle steuert direkt auf Deutschland zu. Und auch nachdem in Griechenland sowie der Türkei die Temperaturen gerade erst leicht gesunken sind und noch nicht alle Feuer gelöscht sind, muss in Südeuropa erneut mit Temperaturen über 40 Grad gerechnet werden. Kommt nun die Höllen-Hitze auch bis nach Deutschland?

Für Griechenland und in der Türkei kündigen sich bereits Temperaturen bis zu 43 Grad an. Meteorologe Dominik Jung von wetter.net blickt auf die bevorstehende Hitzewelle in Deutschland in den kommenden Tagen: „Mal gucken, wie viel Hitze am Ende auch zu uns reinschwappt. Vielleicht gibt es sogar noch mehr als 34 oder 35 Grad!“

Was jetzt schon sicher ist: „Hitzetage stehen an mit Temperaturen von über 30 Grad, teilweise im Südwesten sogar Temperaturen bis zu 35 Grad“, kündigt Meteorologe Jung an. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass es in Deutschland noch heißer wird. Wo es laut des Wetter-Experten auf jeden Fall richtig hitzig wird, ist in Frankreich: „35 bis 40 Grad im Süden des Landes sind dort möglich.“

Wetter in Deutschland: Hitzewelle kommt – 45 Grad wie in Südeuropa?

Die Hitzewelle rollt langsam an: Am Dienstag gibt es noch ein paar Regenschauer in Deutschland und das Wetter ist eher bedeckt. Doch laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird es bereits ab Mittwoch dann so richtig sommerlich und es erwartet uns perfektes Badewetter: Bis zu 30 Grad werden in Teilen Deutschland erwartet, dazu bleibt es trocken und sonnig. Am Donnerstag klettern die Temperaturen laut DWD sogar noch höher: 32 Grad soll es in einigen Regionen geben, dazu Sonne satt.

Laut den aktuellen Wetterberichten hält die Hitzewelle in Deutschland noch etwas länger an: Bis Mitte kommender Woche (KW32) sollen die Temperaturen täglich auf über 30 Grad klettern. Und auch danach kommt noch nicht der Herbst nach Deutschland – Stand jetzt soll es sommerlich und überwiegend sonnig bleiben.

Lebensgefährliche Hitze in Europa: 45 Grad im August – auch in Deutschland?

Erstmeldung, 2. August: Europa, vor allem der Süden des Kontinents, hat momentan mit einer Hitzewelle von historischem Ausmaß zu kämpfen. Die extreme Hitze in Südeuropa hält nun schon seit über einer Woche an und es soll sogar noch heißer werden. Die angekündigten Temperaturen bringen einen nicht nur ins Schwitzen, sondern können auch lebensgefährlich werden. Bis mindestens zum Wochenende (KW31) rechnet das Wetteramt in Athen mit Temperaturen um die 44 Grad. Viele Meteorologen sprechen bereits von einer „historischen Hitzewelle“ und vergleichen die Dauer und die hohen Temperaturen mit denen im Jahr 1987.

Damals waren in Griechenland nach mehreren Tagen mit Werten über 40 Grad mehr als 4.000 Menschen ums Leben gekommen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. 1977 waren in Athen und der rund 30 Kilometer westlich liegenden Stadt Elefsina 48 Grad Celsius gemessen worden. Das ist die bislang höchste in Europa gemessene Temperatur – einige Meteorologen befürchten nun, dieser Hitze-Rekord könnte in den kommenden Tagen gebrochen werden.

In Griechenland wurden in dieser Woche bereits extreme Temperaturen von 44 Grad gemessen, in der Türkei und in Italien 43 Grad sowie in Albanien 42,4 Grad. Am Mittwoch (4. August) kündigte RTL-Meteorologe Carlo Pfaff an: „Heute und morgen sind Höchstwerte bis 45 oder 46 Grad möglich.“ Droht nun auch Deutschland die Extremhitze mit Temperaturen von über 45 Grad?

Gefährliche Hitzewelle in Europa: 45 Grad auch in Deutschland?

Wann die Hitzewelle in Europa nachlassen wird, ist unklar. Einige Meteorologen gehen davon aus, die gefährliche Situation könnte noch bis zu zwei Wochen andauern. In einigen Regionen soll es allerdings schon zum Wochenende (KW31) Besserung geben. Bis nach Deutschland soll sich die Hitze allerdings nicht ausbreiten. Zwar steigen die Temperaturen in der zweiten August-Woche aufgrund eines Hochdruckgebiets wieder – teilweise auch auf bis zu über 30 Grad – doch die extreme Hitze wie in Südeuropa mit Temperaturen von über 45 Grad erwartet Deutschland in diesem Sommer nicht mehr.

„Bei uns dagegen in Mitteleuropa bleibt es erst mal relativ unterkühlt“, erklärt der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. „Da kommen kühle Luftmassen aus Westen, aus Nordwesten herangeströmt. Es bleibt wechselhaft und immer wieder gibt es Regen.“ Dafür wird in Deutschland nun vor anderen extremen Wetter-Ereignissen gewarnt*, wie *bw24.de berichtet.

Hitzewelle in Europa: Hitze kann schnell lebensgefährlich werden

Das Ungewöhnliche an der Hitzewelle ist die Dauer der konstanten Temperaturen von mehr als 40 Grad. Das Gefährliche an der Hitze in Europa ist laut Ärzten, dass die Temperaturen derzeit auch nachts nicht unter 30 Grad fallen. So kann sich der Körper nach mehreren Tagen von der Hitze nicht mehr erholen. „Anhaltend hohe Lufttemperatur während Hitzeperioden stellt ein zusätzliches Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar“, warnt das Umweltbundesamt.

Diese Symptome deuten auf eine hohe Hitzebelastung des Körpers hin:

  • rasche aber schwache Atmung
  • Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit
  • Regulationsstörungen und Kreislaufprobleme
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit
  • kalte und feuchte Haut
  • niedriger Blutdruck mit hoher Pulsfrequenz

Ältere Menschen und Personen mit chronischen Vorerkrankungen (wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sind von diesen Symptomen besonders betroffen. Eine Hitzeerschöpfung kann schnell zu einem Hitzschlag werden. Dieser ruft eine lebensbedrohliche Situation hervor. Die Haut ist gerötet, heiß und trocken. Übelkeit, Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderungen und Bewusstlosigkeit sind weitere mögliche Kennzeichen eines Hitzschlags und erfordern sofortige ärztliche Hilfe.

Wie kann man sich vor einem Hitzeschlag und vor Hitzeerschöpfung schützen? Als allererstes gilt: möglichst viel trinken, auch ohne Durst. Auf Essen sollte auch ohne Appetit nicht verzichtet werden, dennoch empfiehlt sich leichte Kost wie Obst und Gemüse. Zudem sollte sich möglichst luftig gekleidet werden, damit der Körper abkühlen kann und die Hitze sich nicht staut. Mediziner raten, auf Alkohol zu verzichten, Wasser zu trinken und nur fettarme Nahrung zu sich zu nehmen.

Lebensbedrohliche Gefahren in Europa: Hitze und Feuer

Neben der unerträglichen Hitze an sich gibt es im Moment eine weitere besonders bedrohliche Gefahr, welche durch die Hitzewelle verursacht wird: Brände. Vor allem die Türkei, Griechenland und Italien kämpfen derzeit gegen zerstörerische Flammen an. 156 Brände sind laut der türkischen Kommunikationsdirektion in der vergangenen Woche in dem Land ausgebrochen. Das Auswärtige Amt warnt vor heftigen Waldbränden. Die Brände toben vornehmlich an der Mittelmeerküste, besonders betroffen sind die Regionen Antalya, Mugla aber auch Adana. Etliche Regionen wurden evakuiert, viele Dörfer und Landstriche wurden von den Flammen zerstört, zahlreiche Tiere konnten nicht gerettet werden.

In der Türkei, wo bisher acht Menschen ums Leben gekommen sind (Stand: 3. August), ist auch ein deutsch-türkisches Ehepaar verstorben, wie türkische Medien berichteten. Der Mann und die Frau seien leblos auf einem Weg in der Nähe ihres Hauses in Manavgat in der Region Antalya gefunden worden, schrieb die regierungsnahe türkische Nachrichtenagentur Demirören Haber Ajansi (DHA). Das Auswärtige Amt bestätigte die Berichte am Dienstag bislang nicht.

Auch in den nördlichen Vororten der griechischen Hauptstadt Athen ist am Dienstag (3. August) ein Brand außer Kontrolle geraten. Landesweit gab es alleine am Dienstagabend insgesamt 40 Brände. In Italien, wo zuletzt im Süden des Landes, auf den großen Inseln und teilweise an der Adriaküste, ebenfalls heftige Waldbrände tobten, besserte sich die Situation etwas, wie die Feuerwehr mitteilte. Am Dienstagmorgen wurden für die zurückliegenden 24 Stunden landesweit 1.130 Einsätze wegen Buschfeuern gemeldet.

Rubriklistenbild: © Marios Lolos/XinHua/dpa

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