Immer kürzere Tage

Irres Wetter-Phänomen? Erde dreht sich im Herbst schneller

Ein Fahrradfahrer fährt an einem sonnigen Herbsttag durch einen Park.
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Der Herbst lässt in Deutschland die Blätter von den Bäumen fallen. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Der Herbst hält Einzug in Deutschland – das bedeutet, dass das Laub sich verfärbt und das Wetter frischer wird. Doch verändert der Herbst auch die Erdrotation?

Der goldene Oktober steht vor der Tür. Mit dem September neigt sich der Sommer nun endgültig seinem Ende zu – die letzten spätsommerlichen Tage in Baden-Württemberg scheinen vorbei zu sein, die ersten Temperaturstürze sind schon angekündigt. Wetter-Experten haben bereits die ersten Prognosen für Schnee und Frost im Winter 2021/22 angekündigt. Was allerdings vor dem Winter kommt, ist der Herbst – und der verzaubert besonders durch die Veränderungen, die in der Natur vor sich gehen.

Pilze sprießen und locken Pilzsammler in die Wälder, Kastanien reifen und das Laub verfärbt sich zu einem unglaublichen Farbspiel. Doch wenn die Blätter dann fallen, hat das laut Meteorologen auch einen besonderen Effekt auf unsere Erde – sie dreht sich schneller als sonst. So zumindest die Theorie. Aber was steckt dahinter?

Herbstwetter Deutschland: Haben herabfallende Blätter Einfluss auf die Erdrotation?

Physikalisch lässt sich das Wetter-Phänomen wohl so erklären: Laut weather.com kann man durch die herabfallenden Blätter einen Effekt beobachten, der beispielsweise auch bei Eiskunstläufern auftritt. Wenn sie die Arme in einer Pirouette näher an den Körper heranziehen, drehen sie sich schneller um sich selbst. Nach demselben Prinzip funktioniert demnach auch die Rotation der Erde. Die herabfallenden Blätter verlagern Masse zur Drehachse des rotierenden Körpers. Dadurch erhöht sich die Geschwindigkeit und der Erdball dreht sich schneller um sich selbst.

Dieser Theorie geht auch die Technische Universität München nach. Die Forscher haben im Bayerischen Wald einen sogenannten Ring-Laser platziert, der schon winzigste Veränderungen in der Erdrotation misst – und das Ergebnis der Untersuchungen: Das Phänomen der erhöhten Rotationsgeschwindigkeit der Erde ist tatsächlich vorhanden – und auch messbar. Jedoch können die Wissenschaftler nicht eindeutig sagen, ob das herabfallende Laub der Grund dafür ist, dass die Erde sich im Herbst schneller um sich selbst dreht.

Laut weather.com stellen sich im Herbst nämlich noch größere Phänomene auf dem Erdball ein. Beispielsweise verlagern sich in der goldenen Jahreszeit Hochdruckgebiete und auf den Gebirgen sammeln sich riesige Massen an Schnee. Auch der Polarwirbel dürfte hier einen Einfluss haben - außerdem haben weitere Phänomene Einfluss auf die Rotation der Erde: Ganz vorn mit dabei Ebbe und Flut, Vulkanausbrüche und Erdbeben.

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