Winter-Wende für Deutschland?

Arktische Kälte in Deutschland: Hält der Frost wochenlang? Experten-Prognose schockt

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  • Julia Thielen
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Der Polarwirbelsplit sorgt in Deutschland für einen regelrechten Kälte-Hammer. Experten sprechen sogar von „Eiszeit“. Im Februar soll der Polarwirbel unser Wetter extrem beeinflussen.

Update vom 9. Februar: Es ist kalt in Deutschland, und zwar sehr kalt. Schuld daran ist ein Kälte-Hammer, der durch gespaltene arktische Polarwirbel ausgelöst wird. Am Wochenende gab es deswegen vor allem in Mitteldeutschland bereits sehr viel Neuschnee. In Thüringen fielen bis zu 50 Zentimeter und auch in Teilen von Nordrhein-Westfalen türmte sich die Schneedecke über mehrere Zentimeter auf.

Geht es nach den Meteorologen, hält der Kälteausbruch in Deutschland auch noch einige Zeit an. Wie The Weather Channel berichtet, sollen die winterlichen Temperaturen voraussichtlich bis Mitte oder sogar Ende Februar anhalten. Laut den Wetter-Experten bleibt es dabei vor allem in dieser Woche weiterhin arktisch kalt, sodass auch in der Nacht zum Mittwoch mit Temperaturen von bis zu Minus 20 Grad gerechnet werden muss.

Arktische Temperaturen in Deutschland: Wie lange dauert der Mega-Winter?

Zudem bereitet sich die kalte Luft in Deutschland immer weiter aus und beschert auch Baden-Württemberg Minusgrade. Richtig kalt wird es aber erst mal nur nachts, dann sind Temperaturen von bis zu -14 Grad möglich. Und auch der Schnee findet wieder seinen Weg nach Baden-Württemberg. Nach dem ersten Neuschnee am Montag soll es im Laufe der Woche weiterhin schneien. Gebietsweise sind bis zu 20 Zentimeter Neuschnee möglich.

Deutschland wird von Schnee-Walze überrollt - arktische Temperaturen bis zu Minus 20 Grad

Update vom 8. Februar: In Deutschland erwarten Meteorologen im Februar einen Kälteausbruch arktischen Ausmaßes. Grund dafür ist der gespaltene arktische Polarwirbel. Schon am Wochenende bekamen Menschen in einigen Teilen Deutschlands den Kälte-Hammer zu spüren. Von Sonntag auf Montag gab es ordentlich Neuschnee!

Von Südosten hat sich der Schneefall nach Westen ausgebreitet. In Thüringen fielen 25 Zentimeter Neuschnee. Und das soll jetzt auch so weitergehen. Wetter-Experten erwarten in der Nacht zum Dienstag bis zu Minus 20 Grad. In einigen Bereichen liegen die Tageshöchstwerte bei Minus 10 Grad. Auf Mütze und Handschuhe solltet ihr auch in den nächsten Tagen nicht verzichten! Wie The Weather Channel berichtet, sollen die arktischen Temperaturen sieben bis 10 Tage anhalten. Über die extremen Temperaturen berichten auch heidelberg24.de* und bw24.de*.

Auch Baden-Württemberg muss sich in den kommenden Tagen also besonders warm anziehen: Dauerfrost und Schnee lassen das Land bibbern. Laut Vorhersage des DWD breitet sich am Montag von Westen aus Schneefall aus - es gibt verbreitet ein bis fünf Zentimeter Neuschnee, in Staulagen des Schwarzwaldes kann es sogar bis zu zehn Zentimeter Neuschnee in zwölf bis 15 Stunden geben.

Kälte-Hammer droht - Wetter-Experten sprechen sogar von „Eiszeit“

Update, 2. Februar: Frühlingshafte Temperaturen auf der einen Seite, zugefrorene Flüsse auf der anderen. Das Wetter in Deutschland könnte unterschiedlicher derzeit kaum sein. Während vor allem im Norden bereits tiefster Winter herrscht, soll er auch im Süden des Landes wieder voll zuschlagen. Experten rechnen damit, dass es im Februar und sogar im März zu einem regelrechten Kälte-Hammer kommt, der auch reichlich Schnee mit sich bringt. Der Grund: Ein Wetterphänomen, das für arktische Verhältnisse sorgen kann - der Polarwirbelsplit.

Schon im Januar hatten Experten darauf hingewiesen, dass der Polarwirbel über der Arktis sich spalten könnte. Er dreht sich normalerweise über dem Nordpol und hat massiven Einfluss auf das Winterwetter in Deutschland. Doch jetzt gibt es laut Experten von wetter.de einen „lupenreinen Polarwirbelsplit“. Das heißt, dass sich der Polarwirbel geteilt hat und „Kaltluft-Vorstöße nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich“ sind „und das bis in den März hinein“.

Kälte-Hammer in Deutschland - Meteorologen mit Schock-Prognose zu extremem Winter

Durch den Polarwirbelsplit fließt eisige Luft aus Sibirien bis nach Europa. Diese kühlt das Wetter dann auch in Deutschland möglicherweise extrem ab. Wetter.de spricht in diesem Zusammenhang sogar von einer möglichen „Eiszeit“ im Februar und März 2021. Grundlage dieser Gedanken seien Wettermodelle, die einen extremen Winter in Deutschland berechnen. Dann könnte es sogar zu einem sogenannten „Arctic Outbreak“ also einem Kälte-Ausbruch arktischen Ausmaßes kommen.

Vorher bestehe vor allem im Süden Deutschlands zunächst noch Hochwasser-Gefahr durch starke Regenfälle, wie Meteorologe Paul Heger für wetter.com erklärt. Doch dann breitet sich die eisige Luft aus dem Norden über den Osten zunehmend nach Deutschland aus. Schon am ersten Wochenende im Februar könnte es deshalb erneut zu heftigen Schneefällen kommen. In der zweiten Februar-Woche sei Deutschland dann „komplett eingewintert“, wie Heger sagt. Dazu käme „knackiger Frost“. Das europäische Wettermodell sage Temperaturen bis -25 Grad Celsius in der Nacht voraus. Eine echte Schock-Prognose!

„Arctic Outbreak“: Winter in Deutschland mit extremen Minustemperaturen droht

Auch tagsüber schlägt der Winter in Deutschland dann mit einer eisigen Keule zu. Temperaturen im zweistelligen Minusbereich drohen wegen des Polarwirbelsplits. Zusätzlich könnte es mit einer regelrechten Schneewalze* bis zu einem einen halben Meter Neuschnee geben, wie auch 24hamburg.de* berichtet. Denn Meteorologen prognostizieren, dass der Kälte-Hammer des Polarwirbels auf warme Luft aus dem Mittelmeerraum trifft. Schon ab dem 7. Februar soll es laut den Wetter-Experten deutlich kälter werden. Den Höhepunkt der „Eiszeit“ könnte es in Deutschland demnach Mitte Februar geben. Beginnend zwischen dem 9. und 11. Februar droht der Winter ein echter Kälte-Hammer zu werden. Schon dann käme „gebietsweise strenger Frost“ auf uns zu, wie die Experten des Deutschen Wetterdienstes prognostizieren.

Was ist ein Arctic Outbreak?

Laut DWD nennt man einen Vorstoß extrem kalter Luftmassen bis weit in südliche Breiten auf der Nordhalbkugel einen Arcitc Outbreak. Besonders Kanada und der Mittlere Westen der USA erleben häufiger dieses Phänomen.

Kälte-Welle in Deutschland: Experten warnen vor arktischem Ausmaß durch Polarwirbelsplit

Update 28. Januar: Der Januar endet derzeit relativ warm mit ungemütlichem Regenwetter, Sturmwarnungen und Hochwassergefahr – also alles andere als traumhaft winterlich mit einer dichten Schneedecke und Sonnenschein. Der Februar hingegen soll trotz des Schmuddelwetters zum Monatswechsel komplett anders werden: Experten prognostizieren derzeit sogar arktische Verhältnisse für das Wetter im Februar. Grund dafür ist das Wetter-Phänomen Polarwirbelsplit.

Der Polarwirbel, welcher sich über der Arktis dreht, hat einen enormen Einfluss auf das Winterwetter in Deutschland. Bleibt der Polarwirbel stabil, verläuft der Winter in Deutschland eher mild. In diesem Winter 2020/2021 ist der Polarwirbel alles andere als stabil: Der Polarwirbel hat sich gespalten. Meteorologen bezeichnen dieses Wetter-Phänomen als Polarwirbelsplit. Durch diese Spaltung des Polarwirbels fließt eisige Luft, die teilweise sogar kälter als minus 70 Grad ist, in verschiedene Höhenlagen, und beeinflusst das Wetter in Deutschland erheblich, durch die arktische Luft, welche über Europa zieht. Doch welche Auswirkungen hat der Polarwirbelsplit konkret auf den weiteren Verlauf des Winters 2020/2021 und das Wetter im Februar?

Winter-Wende durch Polarwirbelsplit: So wird das Wetter im Februar in Deutschland

Der Januar endet derzeit wechselhaft mit Kopfschmerz-Wetter. Zu Beginn der Woche hat es in einigen Regionen noch ordentlich geschneit und die Temperaturen haben sich größtenteils unter dem Gefrierpunkt bewegt. Doch zum Monatswechsel wird es in einigen Regionen verhältnismäßig warm, mit Temperaturen von bis zu elf Grad plus. Das soll sich zum Monatsbeginn im Februar direkt wieder ändern: In der Nacht zum Montag werden laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bereits wieder nächtliche Temperaturen von bis zu minus neun Grad erwartet.

Der Polarwirbelsplit sorgt für eisige Temperaturen im Februar. Symbolbild: dpa/ Karl-Josef Hildenbrand

Beinahe für die komplette erste Februar-Woche warnt der DWD bereits vor Glatteisgefahr. Einige Wettermodelle berechnen derzeit ab der zweiten Woche im Februar eisige Temperaturen, eine regelrechte Kältepeitsche soll Deutschland erreichen. „Im Februar kommt der richtige Kälte-Hammer auf uns zu“, prognostiziert der Meteorologe Bernd Madlener von dem Wetterportal wetter.com.

Kälte-Hammer für Deutschland: Experten sprechen von arktischen Verhältnissen

Derzeit entwickelt sich die aktuelle Wetterlage in Europa folgendermaßen: Vor der Küste Norwegens und bei den Azoren befindet sich derzeit ein Hochdruckgebiet, dem stehen Tiefdruckgebiete von Russland bis nach Griechenland gegenüber. „Dazwischen befindet sich eine wirklich bitterkalte Strömung, direkt aus Finnland nach Deutschland gerichtet. Strenge Nachtfröste und Dauerfrost in ganz Deutschland wäre hier die Folge“, erklärt der Meteorolge weiter.

Ein Blick auf den Trend für die ersten zwei Wochen im Februar zeigt für Mitte des Monats einen eindeutigen Kälte-Hammer, voraussichtlich ab dem 07. Februar. Einige Experten erwarten laut den aktuellen Wetterprognosen bereits Temperaturen in einzelnen Regionen Deutschlands von bis zu minus 15 Grad. Eine eindeutige Vorhersage für den gesamten Februar können Meteorologen derzeit noch nicht treffen, generell soll es allerdings noch mal richtig winterlich werden und der Frühling lässt vorerst weiterhin auf sich warten.

Jetzt kommt die Winter-Wende: Experten prognositzieren artkitsche Ausmaße

Erstmeldung 21. Januar: Ein Polarwirbel hat extreme Auswirkungen auf den Verlauf unserer Winter in Deutschland. Ein stabiler Polarwirbel sorgt für einen milden Winter und eine konstante Wetterlage. Doch im Extremfall teilt sich der Polarwirbel komplett und fließt in verschiedene Höhenschichten. In diesem Fall sprechen die Wetter-Experten von dem Wetter-Phänomen Polarwirbelsplit. „Der Polarwirbel im Norden ist immer in Schwingung und kann teilweise zu einem Oval werden, wodurch die Kaltluft weit nach Süden vorankommt“, erklärt der Meteorologe Paul Heger auf wetter.com.

Wetter in Deutschland: Wie kommt das Wetter-Phänomen Polarwirbelsplit zustande?

Aber was ist überhaupt ein Polarwirbel oder ein Polarwirbelsplit? Bei dem Polarwirbel handelt sich um einen Wirbel, der in einer Höhe von rund 30 Kilometern rund ein halbes Jahr lang über der Arktis existiert.  In dieser Höhe herrschen extrem kalte Temperaturen – sogar deutlich unter minus 70 Grad. Der Polarwirbel bildet sich im Herbst über der Arktis und löst sich dann im Frühjahr gegen Sommer wieder auf. Dieser Wirbel kann eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometer erreichen und hält vorerst die eisige Kälte oben in der Luft fest.

Wie kommt es zu einem Polarwirbelsplit?

Normalerweise ist der Polarwirbel laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) recht stabil. Schwächt sich der Polarwirbel aber ab, beispielsweise durch eine starke Erwärmung in der Stratosphäre, wird die Strömung schwächer und instabil, es entstehen trog-artige Ausbuchtungen. Auf der Ostseite des Troges kommt es zur Ausbildung eines Bodentiefs und in der Höhe führt ein sogenannter „Cut off“-Prozess zu einem Höhentief. Dieser Höhenwirbel teilt sich in zwei oder manchmal sogar noch mehr Wirbel, welche sich häufig zusammen mit dem Bodentief in südlichere Breiten verlagern. Dabei fließen bodennah größere Mengen polarer Luft in Richtung Süden.

Wetter Deutschland: Phänomen Polarwirbelsplit - Kommt nun die Winter-Wende?

Innerhalb weniger Tage ist es nun tatsächlich passiert: Der Polarwirbel hat sich gespalten und besteht nun nicht mehr aus nur einem konstanten Wirbel, sondern aus zwei kleineren. Dazwischen befindet sich ein Hochdruckgebiet mit einem warmen Kern. „Der Polarwirbel hat sich gesplittet, Arctic Outbreaks sind möglich – und das noch längere Zeit“, erklärt der Wetter-Experte Heger.

Durch den Polarwirbelsplit entstehen kräftige Wetterhochs, dadurch können große Regenmengen entstehen. Nicht selten sorgt ein Polarsplit für sehr kalten Ost- bis Nordostwind. Und das wiederum kann in Deutschland für Dauerfrost und reichlich Schnee sorgen sowie endlich den lang ersehnten Wintereinbruch bringen. Möglicherweise gibt es durch den Polariwrbelsplit einen langen Winter, außerdem sei es „höchst wahrscheinlich, dass es im Februar oder März nochmal einen kalten Wintereinbruch gibt, da sollten wir uns schon Mal drauf einstellen“, erklärt der Meteorologe Jan Schenk von The Weather Channel Deutschland.

Sorgt der Polarwirbelsplit für winterliches Wetter in Deutschland? Symbolbild: dpa/Marcel Kusch

Die kalte Luft des Polarwirbels arbeitet sich nun langsam in tiefere Schichten herunter. „Wenn wir in die mittlere Straosphäre blicken, haben wir hier einen leicht gequetschen Polarwirbel mit einem kalten Zentrum, verschoben in Richtung Europa“, veranschaulicht Paul Heger. Auf das Wetter in Deutschland wirkt sich das so aus, dass es immer wieder Kaltlufteinbrüche gibt mit Temperaturen unter minus zehn Grad, einhergehend mit Dauerfrost. Zwischenzeitlich kann es allerdings auch mal wieder mildere Temperaturen geben und somit zu starken Temperaturenschwankungen kommen.

Kältepeitsche durch Polarwirbelsplit in Deutschland? Das sagt ein Wetter-Experte zur Winter-Wende

Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung des Wetterdienstes wetter.net ist in Hinblick auf das Winter-Wetter im Februar und März allerdings anderer Meinung als der Meteorologe Jan Schenk: Dass im Februar noch mal die große Kälte kommt und ein krasser Wintereinbruch in Deutschland zu erwarten ist, glaubt der Wetter-Experte eher nicht. Er geht nach einer Analyse des europäischen Wettermodells davon aus, dass sich gegen Ende Januar und Anfang Februar wieder mildere Temperaturen einstellen werden. Die große Kältepeitsche durch die polaren Luftmassen sei laut des Meteorologen nicht in SIcht.

Der Februar 2021 in Deutschland soll eher mäßig warm werden. „Eine zu kalte Wetterlage wird aktuell von keinem der führenden Wetter-Modelle berechnet. Wer da jetzt irgendwie Dauerfrost und die große Kältepeitsche sieht zum Monatswechsel, der muss ganz schön viel Fantasie mit sich bringen“, stellt der Meteorologe Jung klar. *24hamburg.de, heidelberg24.de und bw24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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