Sturmwarnung für Deutschland

DWD-Experten warnen: Schwere Sturmböen! So könnt ihr euch schützen

  • Lisa Klein
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Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt bundesweit vor Orkanböen, vor allem im Süden wird es richtig stürmisch. Doch was sollte bei einer Sturmwarnung beachtet werden?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt am Dienstag (4. Mai) vor schweren Sturmböen in ganz Deutschland und vor örtlichem Gewittern. Vor allem auf dem Brocken kommt es am Dienstag zu Orkanböen sowie zu orkanartige Böen im Hochschwarzwald – auch in den Hochlagen der Mittelgebirge werden schwere Sturmböen erwartet. Bis auf den äußersten Südosten ist ganz Deutschland von den Sturm- und Windböen betroffen. Dazu kommt Dauerregen im Schwarzwald mit bis zu 50 Litern Regen pro Quadratmeter. Doch was sollte bei einer Sturmwarnung beachtet werden, welches Verhalten ist angemessen, wie gefährlich kann ein Sturm werden?

Wetter in Deutschland: DWD warnt vor schweren Sturm- und Orkanböen

Grund für den Sturm in Deutschland ist aktuell ein über die Nordsee langsam nach Südschweden ziehendes Sturmtief. Im Tagesverlauf breitet sich das Sturmfeld bis in den Osten und Süden aus. Dabei kommt es zu stürmischen Böen und Sturmböen mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 85 Kilometer pro Stunde. Im Bergland sowie in einem Streifen vom Niederrhein und Emsland bis zum Harz werden sogar schwere Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern aus Südwest erwartet.

Gegen Abend kommt es auch an der Nordsee vermehrt zu schweren Sturmböen. In höheren Lagen werden heftige orkanartige Böen und Orkanböen mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 140 Kilometern pro Stunde erwartet. Der Wind weht vor allem aus dem Südwest und West. Zu Gewittern kommt es im Tagesverlauf bevorzugt im Küstenumfeld und über der Norddeutschen Tiefebene. Dazu kommen oftmals Graupel oder kleinerer Hagel. Gegen Abend klingt die Gewitterwahrscheinlichkeit ab.

In der Nacht zum Mittwoch lässt der Wind in Deutschland allgemein nach. Im Norden kann es allerdings immer noch zu Windböen und einzelnen stürmischen Böen kommen. Auch im höheren Bergland halten die Sturmböen an. Fahrt nimmt der Westwind laut DWD wieder am Mittwoch auf: Im Süden werden Windböen und vereinzelt stürmische Böen erwartet, in der Mitte und dem Norden häufiger stürmische Böen in Verbindung mit Schauern oder kurzen Gewittern. An der See und im höheren Bergland gibt es ebenfalls durchweg Sturmböen.

Wetter: DWD warnt vor Orkanboen – wie gefährlich kann ein Sturm werden?

„Windböen können kurzzeitig deutlich erhöhte Windgeschwindigkeiten und teilweise abrupte Richtungswechsel mit sich bringen“, schreibt der Deutsche Wetterdienst. Das bedeutet: Der Wind ist manchmal unberechenbar – und das macht ihn so gefährlich. Hohe Windgeschwindigkeiten treten meistens im Bereich von Sturm- oder Orkantiefs sowie Gewittern auf.

Durch kräftigen Wind können Sturmschäden entstehen aufgrund der Druckwirkung, der Sogwirkung und der Böigkeit des Windes. Mit zunehmender Windgeschwindigkeit nehmen auch Sturmschäden sehr stark zu. Die Böigkeit des Windes verursacht Schäden durch die rasche Änderung der Geschwindigkeit und Richtung des Windes. Es kann zu Schwingungen an Gebäuden kommen, wobei Schäden insbesondere bei länger anhaltenden Winterstürmen zu beobachten sind. Das sind die häufigsten Sturmschäden in Deutschland:

  • abgebrochene Äste, umgestürzte Bäume
  • eingestürzte Gerüste
  • umgestürzte Fahrzeuge
  • umgeknickte Strommasten
  • beschädigte Häuser

Wetter: Diese Schutzmaßnahmen sollten ergriffen werden, um Stumschäden zu vermeiden

Der DWD warnt bereits im Voraus vor Unwettern, sobald sich welche für Deutschland ankündigen. Zudem informiert der Deutsche Wetterdienst über vorbeugende Schutzmaßnahmen, die bei einer Sturmwarnung ergriffen werden sollten, um Sturmschäden zu vermeiden:

  • im Freien befindliche lose Gegenstände sichern
  • rechtzeitiges Beseitigen morscher Bäume
  • Autos sollten nicht unter oder in der Nähe von Bäumen geparkt werden, idealerweise in der Garage
  • speziell an den Küsten: Schutz vor Sturmflut
  • Windschutzanlagen in der Landwirtschaft, z.B. Baum- und Strauchreihen
  • Lebensmittelvorrat und Hausapotheke anschaffen, sodass das Haus nicht zwingend verlassen werden muss

Wetter: Der DWD warnt vor Orkanboen – wie sollte sich bei Sturm verhalten werden?

Auch während eines Sturms rät der Deutsche Wetterdienst zu bestimmten Verhaltensweisen, um Schäden zu vermeiden und die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Allgemein wird geraten, sich während eines Sturms besser nicht draußen aufzuhalten. Bei schweren Stürmen sollten zudem Fenster gemieden werden, da jederzeit herumfliegende Gegenstände durch das Glas brechen könnten.

Auf Autofahrten sollte bestenfalls verzichtet werden, wer dennoch mit dem Auto in einen Sturm gerät, sollte vor allem auf der Autobahn acht vor LKWs geben, da diese bei heftigen Böen umfallen könnten. Außerdem sollte die Geschwindigkeit nach Möglichkeit reduziert werden und das Lenkrad zu jeder Zeit besonders fest im Griff gehalten werden, ruckartige Bewegungen sollten vermieden sowie Kurven langsam genommen werden.

Sollte es in Deutschland zu dem seltenen Fall kommen, dass ein Tornado wütet, rät der DWD dazu, Türen und Fenster zu schließen sowie den Keller aufzusuchen. Wer im Auto unterwegs ist, sollte schnellstmöglich zusehen, Schutz in Gebäude zu suchen. Wer sich im Freien aufhält, in einen Tornado gerät und keinen Schutz findet, sollte sich möglichst flach auf den Boden legen und den Kopf sowie Nacken schützen.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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