Zu nass, zu warm, zu grau

Wetter im Januar 2021 war extrem - in gleich mehreren Punkten

  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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Das Wetter im Januar 2021 war extrem. Das sagt die Bilanz von Niederschlägen und Temperatur nach dem ersten Monat des Jahres.

Statistisch gesehen, ist der Januar einer der trockensten Monate des Jahres. Und außerdem der kälteste. 2021 war das Wetter im Januar aber ganz anders - in mehreren Punkten sogar extrem. Wie die Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) berichten, fiel im langjährigen Vergleich beispielsweise überdurchschnittlich viel Regen und Schnee.

Wetter in Deutschland: Januar 2021 war extrem - in mehreren Punkten

Seit Jahresbeginn seien beispielsweise in Baden-Württemberg landesweit mehr als 100 Liter pro Quadratmeter herunter gekommen - mal als Regen, mal als Schnee. Wie ein DWD-Meteorologe der Deutschen Presse-Agentur sagte, waren es im Schwarzwald örtlich sogar über 300 Liter.

Januar 2021langjähriges Mittel von 1961 bis 1990
0,6 Grad Celsius-1,5 Grad Celsius
75 Liter Niederschlag61 Liter Niederschlag
30 Sonnenstunden44 Sonnenstunden

Auch Deutschland weit war der Januar 2021 zu nass. Bundesweit waren es 75 Liter Niederschlag pro Quadratmeter - und damit deutlich mehr als der Durchschnitt der Langzeitmessung von 1961 bis 1990 mit 61 Litern.

Wetter in Deutschland: Extremer Januar 2021 - Temperaturunterschied von 34 Grad

Auch in Sachen Temperatur war das Wetter in Deutschland im Januar 2021 extrem. Zwischen dem Tiefsterwert von -19,5 Grad in Oberstdorf am 11. Januar und dem Höchstwert von 15,6 Grad in Emmendingen-Mundingen in Baden-Württemberg am 22. Januar lagen krasse 34 Grad Temperaturunterschied. Verantwortlich für die ersten frühlingshaften Temperaturen war im Januar milde Atlantikluft. Diese wurde im Februar dann von der arktischen Kälte des Polarwirbel-Splits aus Deutschland verdrängt. Inzwischen gibt es sogar heftige Prognosen für einen extrem späten Frühlingsbeginn.

Wetter-Experten maßen im Januar 2021 eine durchschnittliche Temperatur von 0,6 Grad. Und damit im Vergleich 1,1 Grad mehr als während der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Aber: Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren war der Januar 2021 0,3 Grad kälter. Örtlich gab es teils hochwinterliche Verhältnisse. Der Schnee türmte sich auf bis zu einen Meter Dicke. Das anschließende Tauwetter führte Ende des ersten Monats des Jahres aber auch zu Hochwasser in Deutschland und Baden-Württemberg.

Wetter in Deutschland: Januar 2021 zu nass, zu warm - und auch zu wenig Sonne

Zu nass, zu warm - und letztlich auch zu grau. Das Wetter in Deutschland zeigte sich im Januar 2021 tatsächlich oft von seiner unschönen Seite. Denn angesichts der vielen Regen- und Schneewolken hatte die Sonne nur selten eine Chance. Insgesamt gab es nur durchschnittlich 30 Sonnenstunden im Januar 2021. „Das entspricht etwa der Hälfte des langjährigen Mittels“, heißt es von wetteronline.de.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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