Achtung Blitzeis

Wetter-Chaos sorgt für Warnung des DWD! Darauf sollten Autofahrer jetzt unbedingt achten

  • Lisa Klein
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Es bleibt nass und eiskalt in Deutschland – und damit auch gefährlich glatt auf den Straßen, vor allem für Autofahrer. Doch wie können Unfälle vermieden werden?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt immer wieder vor Glätte, vor allem im Januar ist Vorsicht geboten. Überfrierende Nässe und Blitzeis sorgen jedes Jahr für zahlreiche schwere Unfälle. Auch derzeit warnt der DWD erneut ausdrücklich vor gefährlich glatten Straßen durch gefrorene Nässe, Schnee und Schneematsch.

Was ist Blitzeis?

Blitzeis entsteht, wenn Regen oder Nebel auf eine gefrorene Fahrbahn treffen. Das Wasser gefriert sofort und bildet eine harte Eisschicht. Besonders groß ist die Gefahr laut ADAC an schattigen Orten, etwa in Wäldern oder auf Brücken, wo die Straße der Witterung besonders stark ausgesetzt ist. Das Tückische an überfrierender Nässe: Die Eisschicht ist für den Autofahrer kaum zu erkennen und tritt plötzlich auf.

An den Witterungsbedingungen lässt sich nichts ändern, dennoch gibt es einige Dinge, die Autofahrer beachten können, um Unfälle durch Glätte weitestgehend zu vermeiden. Wichtig ist vor allem richtiges Handeln in einer gefährlichen Situation, denn viele Autofahrer werden hektisch, wenn das Auto nicht so reagiert wie gewohnt. Folgende Dinge sollten beachtet werden:

  • Frühzeitig die Reifen wechseln und sobald es kalt wird, nur mit Winterreifen oder Allwetterreifen fahren.
  • Achtet darauf, dass die Reifen noch genügend Profil haben. Gesetzlich muss die Profiltiefe mindestens 1,6 Millimeter betragen. Allerdings sind vier Millimeter empfehlenswert. Tipp: Der silberne Rand einer Zwei-Euro-Münze ist genau vier Millimeter dick. Wenn Ihr eine Zwei-Euro-Münze an der am meisten abgefahrenen Stelle ins Profil steckt und der Rand verschwindet, sind die Reifen noch gut.
  • Die Winterreifen sollten spätestens nach zehn Jahren erneuert werden.
  • Autofahrer sollten sich rechtzeitig vor Fahrtantritt über die aktuellen Straßenverhältnisse informieren. Wenn möglich, sollte die Fahrt verschoben werden, falls vor Glätte gewarnt wird.
  • Umsichtiges Fahren ist bei Glättegefahr besonders wichtig: großen Abstand zum Vordermann halten, behutsam Gas geben, sanft und nicht ruckartig bremsen, vorsichtig lenken.
  • Vor allem in Kurven sollte die Geschwindigkeit gedrosselt werden. Generell ist zu empfehlen, das Tempo an die Wetterverhältnisse anzupassen.
  • Ist es bereits glatt auf den Straßen und es beginnt zusätzlich zu regnen, sollte eine Fahrpause eingelegt werden.

Kommt das Auto dennoch ins Rutschen, sollten Autofahrer die Kupplung durchtreten und behutsam gegenlenken, um das Fahrzeug wieder zu stabilisieren. Auf keinen Fall sollte ruckartig reagiert werden. Bei einer Vollbremsung mit Autos, die mit einem Anti-Blockier-System (ABS) ausgestattet sind, sollten Autofahrer bei Glatteis das Bremspedal voll durchtreten. Nur dann kann das System auch arbeiten. Ein zusätzliches Auskuppeln kann helfen, den Schub zu vermindern. 

Bei vor allem älteren Fahrzeugen ohne ABS muss die Kupplung getreten und dabei die Bremse immer wieder kurzzeitig gelöst und anschließend erneut betätigt werden – das Prinzip nennt sich Stotterbremsen. Im Gegensatz zu Autos mit ABS bleibt die Lenkfähigkeit nämlich nicht voll erhalten.

Wettergefahren in den deutschen Wäldern

Aber nicht nur glatte Straßen sind momentan problematisch. Auch in den Wäldern verbirgt sich durch den Schnee eine ernsthafte Gefahr, die nicht unterschätzt werden sollte. „Turbulentes und winterliches Wetter steht uns bevor in den kommenden Tagen. Es wird relativ viel Schnee in kurzer Zeit fallen. Unsere Wälder sind noch ordentlich geschwächt, alleine durch die sehr trockenen Sommer in den vergangenen drei Jahren. Das bedeutet, wir müssen örtlich mit Schneebruch rechnen. Die Bäume werden den Schneemassen nicht trotzen können“, warnt Kathy Schrey von dem Wetterportal wetter.net.

Einige Wälder sind bereits abgesperrt. In Regionen, in denen es bereits viel geschneit hat, sollte auf Spaziergänge durch dichte Wälder verzichtet werden. Zu groß ist die Gefahr, dass die Äste die schweren Schneemassen nicht halten können und abbrechen. Dazu kommt laut Kathy Schrey in den kommenden Tagen teils starker Wind, der die Bäume zusätzlich belastet und Schneebruch begünstigt. Auch auf Fahrbahnen, die durch den Wald führen, entlang an Baumalleen oder unter Baumkronen hindurch, sollte acht gegeben werden.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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