Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland spürbar

Wetter-Bilanz für 2021 schockiert: So krass war der Klimawandel zu spüren

  • Lisa Klein
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Das Wetter 2021 war gezeichnet von extremen Temperaturen und Starkregen. Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Deutschland deutlich zu spüren.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind immer deutlicher zu spüren, das Wetter wird immer extremer – auch in Deutschland. Der Zusammenhang zwischen der von Menschen verursachten und bislang ungebremsten starken Erderwärmung sowie den Wetterextremen wird laut Forschern immer deutlicher. Die Erderwärmung spiegelt sich auch in der Jahresbilanz für das Wetter im Jahr 2021 des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wider.

Wetter-Bilanz für 2021: So krass war der Klimawandel spürbar – auch in Deutschland

2021 war wettertechnisch ein Jahr der Extreme: Vor allem die Flutkatastrophe Mitte Juli 2021 ist den Deutschen im Gedächtnis geblieben. Dabei wurde das Ahrtal von dem Starkregen besonders hart getroffen. Allein dort sind 134 Menschen in den Fluten ums Leben gekommen. Insgesamt sollen bei dem Hochwasser im Sommer 2021 mehr als 180 gestorben sein. Aber die Flutkatastrophe in Deutschland, verursacht durch Starkregen, war bei weitem nicht die einzige Extreme im Jahr 2021.

Im Februar hat es heftige Schneefälle und extreme Fröste in der Mitte Deutschlands gegeben, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Am Morgen des 10. Februar wurde in Mühlhausen, 40 Kilometer nordwestlich von Erfurt, mit minus 26,7 Grad nicht nur ein neuer Stationsrekord gemessen, sondern auch der deutschlandweit tiefste Jahreswert 2021.

Auf einen kurzen „Frühsommer“ Ende März folgte der kälteste April seit 40 Jahren. Der Juni 2021 ging als drittwärmster in die deutsche Wettergeschichte ein. Berlin-Tempelhof und die etwa 50 Kilometer südlich gelegene Station Baruth meldeten am 19. Juni 2021 mit 36,6 Grad den deutschlandweiten Höchstwert im Jahr 2021. Die große Hitzewelle und Dürre blieb in Deutschland im Sommer 2021 aus, dafür waren die Sommermonate von Starkregen geprägt. Im Juli 2021 fielen bundesweit knapp 40 Prozent mehr Niederschlag als im Durchschnitt der Referenzperiode 1961 bis 1990.

Wetter 2021: Ein Jahr der Extreme – Starkregen, Hitzewellen und extreme Kälte

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit war 2021 ein Jahr der extremen Wetterlagen: Eine enorme Hitzewelle hat Südeuropa im Sommer getroffen. 48,8 Grad wurden im August 2021 an der Wetterstation „Siracusa C.da Monasteri“ in Syrakus auf Sizilien gemessen. In Italien, Griechenland, Spanien, Portugal und auf den Balearen hat es nicht nur über mehrere Tage, sondern gleich über mehrere Wochen im Sommer 2021 Temperaturen von mehr als 40 Grad gegeben. Das ist nicht nur gesundheitsgefährdend, sondern hat auch für zahlreiche Brände gesorgt.

Die Auswirkungen des Klimawandels waren 2021 weltweit deutlich zu spüren. (Symbolbild)

Im Winter 2021 dann die anderen Extreme. In Nordamerika hat es um Weihnachten heftige Schneemassen und eisige Temperaturen gegeben: -50 Grad wurden am zweiten Weihnachtsfeiertag in Deadman Valley und Rabbit Kettle im Nordwesten Kanadas gemessen, wie wetter.de berichtet. Meterweise Schnee sind in den USA gefallen und haben ganze Städte lahmgelegt. Kommt es zum Polarwirbelsplit, könnte es schon bald auch in Deutschland arktische Kälte geben.

Wetter im Jahr 2021: Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich in Extremen

Das Jahr 2021 war laut dem Deutschen Wetterdienst mit Blick auf die statistischen Durchschnittszahlen relativ normal: durchschnittlich nass, leicht zu sonnig und zu warm. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,1 Grad habe das Jahr um 0,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 gelegen, berichtete der DWD in seiner Jahresbilanz. Das hat eine vorläufige Auswertung der Werte der rund 2.000 Messstationen ergeben.

Doch es können nicht nur die Durchschnittszahlen betrachten werden, sondern es muss ein Blick auf das gesamte Bild geworden werden. Die Ausreißer, die Extremwetter-Ereignisse im Jahr 2021, sind laut Experten durchaus besorgniserregend. Tobias Fuchs ist im DWD Klimavorstand und mahnt: „Wir wissen, dass der Klimawandel dazu bereits beigetragen hat. Das zeigt: Wir erleben die Folgen des Klimawandels live. Wetterextreme können jeden von uns treffen. Wer das Klima schützt, schützt sich selbst.“

Immerhin für alle Sonnenanbeter war 2021 überdurchschnittlich gut, die Sonne ließ sich reichlich blicken: Mit 1.650 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer ihr Jahres-Soll von 1544 Stunden um rund sieben Prozent. Im Süden und Südwesten kam die Sonne besonders häufig zum Vorschein. Örtlich gab es in Südbayern sogar mehr als 2.000 Sonnenstunden. Doch die Auswirkungen des Klimawandels auf das Wetter können leider nicht einfach ausgeblendet werden, sodass die Jahresbilanz für das Wetter 2021 unterm Strich eine Mahnung bleibt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

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