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Wetter in Europa – so warm wie nie! Deutlich mehr Todesfälle

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Von: Julia Cuprakowa

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Das Jahr 2022 war extrem, zumindest was das Wetter in Europa und Deutschland angeht. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war so warm wie noch nie seit Wetteraufzeichnung.

Von Januar bis Ende Oktober ist es in diesem Jahr in Deutschland so warm gewesen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 140 Jahren. Diese Zwischenbilanz zog am Montag (7. November) der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach vor dem Hintergrund der Weltklimakonferenz.

Die Durchschnittstemperatur der zehn Monate gab der DWD mit 11,8 Grad an. Damit handele es sich um die wärmste Januar-Oktober-Periode, seit 1881 mit regelmäßigen Aufzeichnungen begonnen wurde. Und auch im November soll es nicht sonderlich kalt werden. Wie echo24.de bereits berichtete, schiebt nun ein Ex-Hurrikan warme Luftmassen ins Land und sorgt so für schöne Sonnentage. Dabei dürfen die wetterbedingten Auswirkungen auf die Natur und Menschen nicht außer Acht gelassen werden.

Natur und Tiere leiden unter hohen Temperaturen im Jahr 2022

Wie bereits erwähnt, geht 2022 als das bislang wärmstes Jahr in die Geschichte ein, seit der Wetteraufzeichnung. Platz zwei in dieser Rangliste belegen die zehn Monate der Jahre 2018 und 2020 mit jeweils 11,6 Grad, wie der DWD mitteilt. Neun der zehn wärmsten Januar-Oktober-Perioden seien seit der Jahrtausendwende gemessen worden.

Wie das laufende Jahr 2022 insgesamt in Deutschland ausfallen wird, lasse sich aktuell noch nicht genau sagen, erklärt der Wetterdienst und verweist auf seine Jahresbilanz, die Ende Dezember veröffentlicht wird. Laut aktuellen Wetter-Prognosen soll das Wetter aber auch im Winter relativ mild bleiben. Angesichts der Energie-Krise hören sich diese Vorhersagen gar nicht so schlecht an, allerdings leiden manche Tiere und die Natur unter hohen Herbst-Temperaturen.

Sommer 2022 erwärmt die Nord- und Ostsee überdruchschnittlich

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, hatte der extrem warme Sommer in diesem Jahr auch auf die Nord- und Ostsee überdurchschnittlich stark erwärmt. In beiden Meeren lagen die Oberflächentemperaturen im Sommer 2022 etwa zwischen 1 und 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montag (7. November) in Hamburg mitteilt.

„Der Klimawandel führt zu einem Energieüberschuss, der zu über 90 Prozent als Wärme im Meer gespeichert wird“, heißt es vom BSH. Zum Beispiel verändere sich dadurch das Vorkommen und die Verbreitung von Fischarten. „Außerdem haben die Meere einen großen Einfluss auf das Wetter- und Klimageschehen. So beeinflussen die Temperaturen des Nordatlantiks zum Beispiel den Verlauf des Winters in Mitteleuropa.“ Doch nicht nur die Natur und die Tiere leiden unter der extrem Hitze.

Laut WHO – Mindestens 15.000 Hitzetote in Europa in diesem Jahr

Laut dpa sind mindestens 15.000 Menschen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO in diesem Jahr aufgrund der Hitze in Europa gestorben, darunter 4.500 alleine in Deutschland. Generell habe es in Europa in diesem Sommer eine Zuspitzung von Hitzewellen, Dürren und Waldbränden gegeben – all dies habe gesundheitliche Auswirkungen auf die Bevölkerung gehabt.

Hitzestress – der Zustand, wenn sich der Körper nicht selbst kühlen kann – sei die Hauptursache für wetterbedingte Todesfälle in der WHO-Region Europa. Bisher gemeldeten Daten aus den Mitgliedstaaten zufolge seien schätzungsweise mindestens 15.000 Menschen explizit an der Hitze dieses Jahres gestorben. Die geschätzte Gesamtzahl dürfte noch zunehmen, wenn mehr Länder ihre übermäßigen Todesfälle durch Hitze melden, wie die dpa weiter berichtet. Zur WHO-Region Europa zählen mehr als 50 Länder, darunter auch viele östlich der EU wie beispielsweise Russland, die Ukraine und die Türkei.

Insgesamt seien extreme Temperaturen in der Region in den vergangenen 50 Jahren für mehr als 148.000 Todesfälle verantwortlich gewesen, erklärt WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. In den nächsten Jahrzehnten werde die wachsende Anfälligkeit für Hitzewellen und andere Extremwetterereignisse zu mehr Krankheiten und Todesfällen führen, bis die Länder im Kampf gegen den Klimawandel wirklich drastische Maßnahmen ergriffen. „Es kann nicht oft genug gesagt werden: Wir müssen den Klimawandel effektiv gemeinsam bekämpfen“, erklärte Kluge.

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