Keine Einigung in Bund-Länder-Schalte

Weinfeste in Rheinland-Pfalz: Land will Regeln selbst bestimmen

  • VonKatja Becher
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Mainz - Nachdem im Corona-Gipfel keine Einigung getroffen wurde, will Rheinland-Pfalz die Regelungen für Weinfeste, Wurstmärkte und andere Volksfeste unter Corona-Bedingungen selbst treffen. 

Am Donnerstag trafen sich die Ministerpräsidenten erneut zum Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. In der Bund-Länder-Schalte ging es diesmal um Großveranstaltungen unter Corona-Bedingungen – allerdings konnten sich die Länder auf keinen gemeinsamen Umgang einigen. Rheinland-Pfalz* will die Regelungen für Weinfeste und Volksfeste nun selbst in die Hand nehmen. Einen Zeitpunkt gebe es dafür noch nicht – aber es könne auf Konzepte aus dem Sommer 2020 zurück gegriffen werden, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Donnerstag nach der Ministerpräsidentenkonferenz.

BundeslandRheinland-Pfalz
Bevölkerung4,085 Millionen (2019, Eurostat)
HaupstadtMainz
MinisterpräsidentinMalu Dreyer (SPD)

Weinfeste in Rheinland-Pfalz: Wann gibt es Perspektiven von der Landesregierung?

Wie LUDWIGSHAFEN24* berichtet, will das Land Rheinland-Pfalz die Corona-Regelungen für Weinfest, Wurstmarkt und Co. nach der Bund-Länder-Schalter zwar nun selbst in die Hand nehmen – allerdings in Abstimmung mit den Nachbarländern wie Baden-Württemberg und Hessen. Eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Staatskanzleichefs soll nach der gescheiterten Einigung auf ein gemeinsames Vorgehen nun einen Weg erarbeiten, wie mit den Großveranstaltungen perspektivisch umgegangen werden könne, erklärte Dreyer nach dem Corona-Gipfel. Gemeinsam mit den Verantwortlichen im Sport solle zudem in den nächsten 10 Tagen ein Vorschlag für alle Ligen vorgelegt werden, der ein gemeinsames Vorgehen in Deutschland ermögliche. Diese Ergebnisse wolle die Landesregierung abwarten und dann Perspektiven für die Volksfeste in Rheinland-Pfalz vorlegen.

Großveranstaltungen und Weinfeste: Ab Herbst 2021 wieder möglich?

Vor allem die SPD-regierten Bundesländer hatten bereits vor den Gesprächen der Länderchefs mit Angela Merkel am Donnerstag einen einheitlichen Rahmen bei Corona-Regeln für Großveranstaltungen gefordert. Die unionsregierten Länder, das von den Grünen geführte Baden-Württemberg und das Kanzleramt traten aber dem Vernehmen nach auf die Bremse. Das Thema wurde schließlich einer Arbeitsgruppe auf Ebene der Staatskanzleichefs übertragen, die dazu auch einen Beschluss fassen soll.

In der zweiten Augusthälfte wird es nach Merkels Worten wieder eine Ministerpräsidentenkonferenz geben. Dann werde man sich ansehen, wie der Impffortschritt sei und wie sich die Mutationen verbreitet hätten. „Wir haben einen Sommer, der uns viele Möglichkeiten gibt, die wir lange Monate nicht hatten, aber wir sollten nicht sorglos sein, sondern die Lage immer wieder sehr, sehr genau beobachten“, sagte die Kanzlerin.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Donnerstag zurückhaltend zu der Frage geäußert, ob wegen der entspannteren Corona-Lage im Herbst wieder Volksfeste möglich sein sollten. Er finde es schwer, dies jetzt schon „so rum oder so rum“ entscheiden zu können, sagte er. „Eins haben wir immer gesagt: Das, was als letztes wieder gehen können wird, ist Party.“ Partys, Großveranstaltungen, Feiern, Karneval, Wiesn, Schützenfest seien „leider genau das, wo dieses Virus sich am schnellsten ausbreitet“. (kab/dpa) *LUDWIGSHAFEN24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ronald Wittek/dpa

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