Ausgangssperre in Houston

Wegen „Harvey“: Polizist ertrinkt auf dem Weg zur Arbeit

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Es wird einige Zeit dauern, bis die von Harvey hervorgerufenen Verwüstungen beseitigt sind.

Der Tropensturm „Harvey“ sorgt weiter für tausende Obdachlose im texanischen Houston. Am Sonntag ertrank ein Polizist auf dem Weg zur Arbeit. 

Houston - Aus Angst vor Plünderungen ist in der überschwemmten US-Metropole Houston eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden. Das teilte der Bürgermeister der texanischen Stadt, Sylvester Turner, am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz mit. "Ich verhänge eine Ausgangssperre von 22.00 Uhr (05.00 Uhr MESZ) bis sieben Uhr (12.00 Uhr MESZ), um Übergriffe auf das Eigentum in den verlassenen Häusern zu verhindern", sagte Turner.

Unterdessen wurden Anwohner einer im Überschwemmungsgebiet liegenden Chemiefabrik in Texas in Sicherheit gebracht. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilten die Behörden mit. Der französische Konzern Arkema, dem die Fabrik in Harris County gehört, erklärte, die Anlage sei überschwemmt. Es sei möglich, dass Chemikalien reagierten und ein Feuer ausbreche, das eine schwarze Rauchwolke auslöse. Wie giftig diese Wolke sein würde, teilte der Konzern nicht mit. In der Fabrik werden organische Peroxide produziert.

Polizist ertrinkt auf dem Weg zur Arbeit

Ein US-Polizist ist während des verheerenden Sturms "Harvey" in Texas auf seinem Weg zur Arbeit ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Dienstag bestätigte, ertrank der 34-jährige Steve Perez, als er am Sonntagmorgen versuchte, von seinem ländlichen Wohnort aus durch die Überschwemmungsgebiete hindurch zu seinem Dienstort in Houston zu gelangen. Taucher und freiwillige Helfer bargen den Leichnam des Polizisten nun aus einer überfluteten Unterführung.

Perez hatte in dem Katastrophengebiet an einem Rettungseinsatz teilnehmen sollen, kam jedoch nicht bei der Arbeit an: "Er verbrachte zweieinhalb Stunden damit, herumzufahren, um zu seinem Einsatzort zu gelangen", sagte Polizeichef Art Acevedo. "Er fand keinen Weg."

Der Polizist ist das vierte offiziell bestätigte Todesopfer im Zusammenhang mit der Überschwemmungskatastrophe. Sechs weitere Todesfälle werden ebenfalls auf das Unwetter zurückgeführt.

„Harvey“ wütet über Texas

Der Sturm "Harvey" sorgt in der Millionenmetropole Houston und anderen Orten in Texas seit Freitag für Chaos. Straßen wurden überflutet, Krankenhäuser und Flughäfen mussten schließen. Am Dienstag besuchte US-Präsident Donald Trump das Überschwemmungsgebiet. In der Küstenstadt Corpus Christi sprach er von einer Katastrophe "historischen" und "epischen" Ausmaßes. Später besuchte Trump die texanische Hauptstadt Austin. Trumps Ehefrau Melania zog mit der Wahl eines Kleidungsstücks viel Spott auf sich.

Entspannung war in der Region noch nicht in Sicht. In Houston wurde mit weiter steigenden Pegeln gerechnet. Inzwischen bedroht "Harvey" den benachbarten Bundesstaat Louisiana. In der Stadt New Orleans regnete es am Dienstag bereits. Die örtliche Wetterbehörde sagte voraus, dass bald Sturzfluten eintreten würden. Der Tropensturm ist für die Stadt besonders gefährlich, weil sie unterhalb des Meeresspiegels liegt.

Am Dienstag vor zwölf Jahren war der Hurrikan "Katrina" an der US-Golfküste auf Land getroffen - New Orleans war damals besonders von den Zerstörungen und Überschwemmungen betroffen. Insgesamt kamen 1800 Menschen im Zusammenhang mit "Katrina" ums Leben.

bix mit afp

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