Bundesweiter Probealarm

Warntag 2020: Darum heulen am 10. September in ganz Deutschland die Sirenen

  • vonIsabel Ruf
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Erstmals seit der Wiedervereinigung gibt es heute einen bundesweiten Warntag. Heute heulen die Sirenen – aber es passiert noch viel mehr. Alle Infos auf einen Blick.

  • Bei Großbränden, Terroranschlägen oder anderen Gefahren muss die Bevölkerung schnellstmöglich gewarnt werden.
  • Der erste bundesweite Warntag seit der Wiedervereinigung findet am 10. September 2020 statt.
  • Probealarm mithilfe von Sirenen, Radio, Fernsehen, Apps – alle Infos zum Warntag auf einen Blick.

Heute heulen die Sirenen – das steckt hinter dem bundesweiten Warntag 2020

Achtung – es wird laut! Am 10. September 2020 heulen in ganz Deutschland die Sirenen. Hintergrund ist laut echo24.de* der erste bundesweite Warntag seit der Wiedervereinigung. Auch in Heilbronn wird um 11 Uhr das Sirenen-Signal "Eine Minute Heulton" – dieser warnt im Katastrophenfall die Bevölkerung – ausgelöst. Um 11.20 Uhr ist dann noch ein Kurzsignal zur Entwarnung zu hören.

Von nun an wird der bundesweite Warntag nach Beschluss der Innenministerkonferenz jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September stattfinden. Vor dem 10. September empfiehlt es sich also, Freunde und Familienangehörige auf die Probewarnung hinzuweisen.

Warntag am 10. September 2020: So läuft der Warntag in Deutschland ab

Ziel des bundesweiten Warntags ist es, die Bevölkerung für das Thema „Warnung" allgemein zu sensibilisieren. Dafür wird um 11 Uhr eine Probewarnung an die sogenannten Warnmultiplikatoren geschickt, die am Modularen Warnsystem (MoWaS) des Bundes angeschlossen sind. Mit der Warnung werden dann verschiedene Kommunikationskanäle wie unter anderem Radio- und Fernsehstationen, Onlinemedien der Tageszeitungen oder Warn-Apps – zum Beispiel die App NINA – angesteuert.

Dadurch werden deutschlandweit Warn-Apps piepen, Rundfunksender ihre Programme unterbrechen und Probewarnungen auf digitalen Werbetafeln erscheinen. Parallel ertönen Sirenen und die Warnmelder an Lautsprecherwagen.

EreignisWarntag 2020
DatumDonnerstag, 10. September
Uhrzeit11 Uhr

Was bedeuten die Signale der Sirenen am Warntag 2020?

Ein einminütiger Heulton der Sirenen, der auf- und abschwellt, weist auf eine unmittelbare Gefahr hin. Die Sirenen gelten als Ergänzung zu den Informationsmedien. Es geht darum, dass die Bürger durch den Heulton der Sirenen auf eine besondere Situation aufmerksam gemacht werden. Anschließend sollten sie Informationsmedien für weitere Hinweise nutzen.

Ein einminütiger Dauerton bedeutet, dass keine akute Gefahr mehr besteht. Audio-Beispiele gibt es auf bei den Hinweisen zu Warnungen beim Land Baden-Württemberg.

Sirenen, Warn-Apps, Radio: Warum gibt es den bundesweiten Warntag?

Naturereignisse wie die Hitzewellen in den Jahren 2018 und 2019, Hochwasser oder Starkregenereignisse, aber auch Bedrohungslagen wie Terroranschläge wie in Halle und Hanau sowie die Corona-Pandemie, die in Baden-Württemberg für steigende Infektionszahlen* sorgt, haben die Bedeutung des Warnsystems erhöht. Gleichzeitig greifen Menschen in Krisensituationen vor allem auf Bekanntes und bereits Erlerntes zurück.

Der bundesweite Warntag und die Probewarnung am 10. September 2020 sollen dazu beitragen, dass die Menschen in Deutschland Warnmeldungen und den Ablauf im Notfall kennen, um dann auch entsprechend richtig handeln zu können. Außerdem soll so auch gezeigt werden, welche Warnmittel – also Sirenen, Warn-Apps, Werbeflächen – es gibt. Zudem soll den Menschen natürlich bewusst werden, wie die einheitlichen Sirenensignale klingen.

Bürger erhalten über die Warn-App NINA Meldungen bei Gefahrenlagen.

Warntag am 10. September 2020: Vor diesen Gefahren wird im Notfall gewarnt

Bundesweit wird vor verschiedenen Gefahren wie Großbränden, Unwettern, Hochwasser, Bombenentschärfungen, Schadstoffaustritten und weiteren gewarnt. Im Detail gibt es folgende Szenarien:

  • Naturgefahren: Hochwasser, Überschwemmungen, Erdbeben. Bei manchen Naturgefahren bleibt genug Zeit für Vorwarnungen, manchmal geht es aber sehr schnell.
  • Gefährliche Wetterlagen: Wird eine Wetterlage zur Gefahr, sprechen die Behörden eine Warnung aus. Das können schwere Gewitter und Stürme, aber auch Tornados sein, die man erst wenige Minuten im Voraus erkennt.
  • Waffengewalt und Angriffe: Hier geht es bei den Warnungen vor allem um Schutzempfehlungen. Es kann sich bei Angriffen aber auch um Cyber-Angriffe oder Manipulation von technologischen Systemen handeln.
  • Unfälle in Chemiebetrieben: Die deutschen Unternehmen, die chemische Stoffe verarbeiten, müssen viele Auflagen erfüllen. Wenn bei einem Unfall zum Beispiel gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt werden, wird die Bevölkerung in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr umgehend informiert.
  • Krankheitserreger: Bakterien, Viren, Pilze oder biologische Gifte können Menschen und Tiere gefährden. Auch hier können Warnungen in Verbindung mit Handlungsempfehlungen veröffentlicht werden.
  • Radioaktivität: Strahlung ist vom Menschen nicht wahrnehmbar – und kann trotzdem lebensgefährlich sein. Bei Unfällen in Kernkraftwerken oder bei Angriffen mit Nuklearwaffen kann radioaktive Strahlung freigesetzt werden.
  • Feuer: Vor Bränden wird gewarnt, wenn Anwohner sich schützen oder gar evakuiert werden müssen.

Organisiert wird der bundesweite Warntag von Bund und Ländern. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie die Innenministerien der Bundesländer sind zuständig, auf kommunaler Ebene dann die im Katastrophenschutz verantwortlichen Behörden. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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