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Gefährlicher Vitamin-B12-Mangel: Das sind die Symptome

  • Svenja Wallocha
    VonSvenja Wallocha
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Vitamin B12 nimmt eine wichtige Rolle in unserem Körper ein. Ein möglicher Mangel macht sich oft erst nach Jahren bemerkbar. Darauf sollten Sie achten.

Frankfurt – Der menschliche Körper benötigt eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, um zu funktionieren. – dazu gehört auch Vitamin B12. Es ist bei einer Vielzahl von Körperfunktionen beteiligt. Wer sich abwechslungsreich ernährt, ist in der Regel gut mit diesem Vitamin versorgt. Doch auch in Deutschland kann es bei einigen Menschen zu einem Mangel an Vitamin B12 kommen. Bei wem das Risiko einer Mangelversorgung hoch ist, wie sich ein Vitamin-B12-Mangel äußert und was Betroffene dagegen tun können - ein Überblick.

Hinter dem Begriff Vitamin B12 steckt kein einzelnes Vitamin, sondern eine ganze Gruppe von Verbindungen mit gleicher Wirkung – die sogenannten Cobalaminen. Sie sind für den Körper lebensnotwendig. Sie helfen bei der Bildung von Blut und neuem Erbgut (DNS), aber auch bei der Zellteilung und beim Abbau bestimmter Fettsäuren, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Bei einem Vitamin-B12-Mangel kann es zu Beeinträchtigungen dieser Prozesse kommen, was mitunter schwerwiegende Folgen auf die Gesundheit hat.

Vitamin-B12-Mangel: Betroffene fühlen sich meist müde und erschöpft. (Symbolbild)

Vitamin-B12: Die Aufnahme erfolgt nur durch tierische Lebensmittel

Die Symptome und die Ursachen eines Mangels an Vitamin B12 können sehr vielfältig sein. Wer einen Mangel bemerkt, sollte sich zunächst erst einmal seine Ernährungsgewohnheiten etwas genauer anschauen. Denn unser Körper kann B12 nicht selbst herstellen, sondern nur über tierische Lebensmittel aufnehmen und nutzen. Gespeichert wird es vor allem in der Leber. Gute Lieferanten sind Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte, heißt es in einem Bericht der Apotheken Umschau. Aber auch Meeresfrüchte liefern Vitamin B12. In pflanzlichen Produkten wie Sauerkraut können sich ebenfalls Spuren des Vitamins finden.

Gruppe (ab 15 Jahren)AlterVitamin B12 Mikrogramm (µg)/Tag
Säuglinge0 bis unter 4 Monate\t0,5
4 bis unter 12 Monate\t1,4
Kinder1 bis unter 4 Jahre\t1,5
4 bis unter 7 Jahre\t2,0
7 bis unter 10 Jahre\t2,5
10 bis unter 13 Jahre\t3,5
13 bis unter 15 Jahre\t4,0
Jugendliche und Erwachsene 15 bis 65 Jahre4,0
Schwangere4,5
Stillende5,5
(Quelle: AOK)

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt einen Schätzwert für eine angemessene Zufuhr von Vitamin B12. Der liegt für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene bei 4,0 Mikrogramm pro Tag. Zur Einordnung: Etwa 100 Gramm Bergkäse enthalten etwa 0,81 Mikrogramm B12. Besonders hoch ist der Vitamin-B12-Gehalt beispielsweise bei Fleisch oder Fisch, so hat Lachs 2 bis 3 Mikrogramm pro 100 Gramm. Doch wer hat überhaupt ein hohes Risiko einer Mangelversorgung?

Vitamin B12: Vor allem bei einer veganen Ernährung müssen einige Dinge beachtet werden

Ein Vitamin B12-Mangel ist eher selten, denn der Körper wird durch die westliche Ernährungsweise eher überversorgt. Es gibt allerdings bestimmte Gruppen, die ein höheres Risiko einer Mangelversorgung haben. Vor allem bei veganer Ernährung rückt Vitamin B12 mehr in den Fokus. Denn wer sich vegan ernährt, verzichtet komplett auf tierische Lebensmittel und somit auf die Zufuhr von Vitamin B12.

Den Bedarf des lebenswichtigen Vitamins nur durch pflanzliche Lebensmittel zu decken, ist laut der DGE nicht möglich. Es gibt jedoch viele Vitamin-B12-Präparate, die Menschen, die sich vegan ernähren, in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin dauerhaft einnehmen können. In einigen veganen Lebensmitteln ist zudem oftmals Vitamin B-12 zugesetzt.

Vitamin-B12-Mangel: Diese Risikogruppen gibt es

Auch bestimmte Magenkrankheiten und Darmkrankheiten wie Morbus Crohn und Gastritis können die Aufnahme von Vitamin B12 erschweren. Medikamente, welche die Magensäurebildung unterbinden, können auf Dauer ebenfalls zu einem Mangel führen. „Ältere Menschen über 65 Jahren leiden häufiger unter einem Mangel“, erklärt die Apotheken Umschau. Zu den Risikogruppen gehören auch Schwangere und Stillende, die etwas mehr Vitamin B12 brauchen, als normal. Doch welche Symptome sind typisch für einen Vitamin-B12-Mangel?

Ein Vitamin-B12-Mangel zeigt sich mitunter erst nach Jahren. „Es gibt B12-Speicher im Körper, die uns selbst dann jahrelang mit dem Vitamin versorgen, wenn wir eigentlich zu wenig davon zu uns nehmen“, erklärt Ernährungswissenschaftler und Buchautor Prof. Hans Konrad Biesalski in einem Beitrag von quarks.de. Doch wenn es dazu kommt, können die Auswirkungen auf die Gesundheit relativ schnell schwerwiegend sein.

Wie äußert sich ein Mangel an Vitamin B12? Vorsicht bei diesen Symptomen

Betroffene eines chronischen Mangels fühlen sich oft schwach und erschöpft, hinzu komme blasse Haut, Symptome, die denen eines Eisen-Mangels ähneln*. Müdigkeit und Erschöpfung bei einem Vitamin-B12-Mangel liegt unter anderem an einer Blutarmut, denn ohne Vitamin B12 können nicht mehr genug Blutkörperchen gebildet werden. Auch psychische Störungen können Folgen eines Defizits sein, wie Gedächtnisschwäche, Müdigkeit, Aufmerksamkeitsprobleme, aber auch neurologische Auffälligkeiten. Die Symptome sind allerdings sehr vielfältig und können sich je nach Person und Mangel unterscheiden.

Symptome, die auf einen Vitamin-B12-Mangel hinweisen können:

  • Blutarmut und Blässe
    Müdigkeit
    Gedächtnisschwäche
    Kribbeln
    Zungenbrennen
    Taubheitsgefühle
    Verwirrtheit
    Gangunsicherheit

Ein Mangel sollte recht schnell untersucht und behandelt werden. Denn im schlimmsten Fall lassen sich die Symptome von akut Betroffenen nicht mehr vollständig rückgängig machen. Für Personen, die den Verdacht haben, unter einem Vitamin-B12-Mangel zu leiden, gilt es also, sich umgehend von einer Fachperson untersuchen lassen. Das trifft im übrigen auch für andere Mangelerscheinung, wie Magnesiummangel* oder auch Kalziummangel* zu.

Die AOK-Krankenkasse rät bei einem Vitamin B12-Mangel „den Vitamin-B12-Spiegel in einer Blutuntersuchung labordiagnostisch abklären zu lassen“. Nahrungsergänzungsmittel sollten dagegen nicht einfach auf Verdacht eingenommen werden, sondern vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen und therapeutisch begleitet werden. (Svenja Wallocha)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

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