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Virale oder bakterielle Infektion: Was ist der Unterschied?

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Von: Kathrin Kuna

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Husten, Schnupfen und Erschöpfung – wenn die Erkältung zuschlägt, liegt man schnell für einige Tage flach. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer viralen und einer bakteriellen Infektion?

Winterzeit ist Erkältungszeit. Schnupfen, Husten und Fieber schlagen dann schnell zu und verbreiten sich rasant. Beim Gang zum Arzt heißt es dann oftmals: Es handelt sich um eine virale Infektion. Doch was bedeutet das eigentlich und wie unterscheidet sich eine virale Infektion von einer bakteriellen Infektion?

Zu den bekanntesten viralen Infektionen gehört die Erkrankung mit dem Corona-Virus. Dieses Virus zeigt anschaulich, was eine virale Infektion ausmacht. Viren sind klein und in Aerosole eingeschlossen, also im Verbund mit größeren Tröpfchen anzutreffen und werden oftmals durch Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert, sind Viren etwa 20 bis 300 Nanometer groß.

Virale Infektion: Viren sind zur Vermehrung auf einen Wirt angewiesen

Aber: Es lässt sich nicht pauschal behaupten, dass alle Viren auch gleich krank machen, erläutert das BZgA weiter. Es gibt eine Vielzahl an Viren, mit denen der Mensch ständig in Kontakt ist – in den meisten Fällen sorgt das Immunsystem dafür, dass die Erreger schnell erkannt und bekämpft werden.

Der größte Unterschied zwischen Viren und Bakterien ist, dass Viren sich nicht eigenständig vermehren können. Sie sind also auf einen Wirt angewiesen. Das kann ein menschlicher, tierischer oder pflanzlicher Organismus sein. Erkältungen und Grippe werden meist von Viren ausgelöst. Andere geläufige Krankheiten sind AIDS, Herpes oder Hepatitis und klassische Kinderkrankheiten wie Windpocken, Masern oder Röteln.

Auch das RS-Virus hat in jüngster Zeit für Aufsehen gesorgt. Vor allem Kinder sind von der Atemwegsinfektion betroffen, die dann von Schnupfen und Fieber, aber auch Husten und Keuchatmung heimgesucht werden.

Bakterielle Infektion: Bakterien können sich eigenständig vermehren

Bakterien sind im Gegensatz zu Viren schon etwas komplexer. Sie haben eine Zellwand und eine innere Struktur, können sich also über die Zellteilung selbstständig vermehren. Zum Großteil geschieht dies außerhalb des menschlichen Körpers. Bakterien sind also nicht auf einen Wirt angewiesen, wie das bei Viren der Fall ist. Sie sind auch wesentlich größer als Viren. Das BZgA spricht von einer Größe von etwa 0,1 bis 700 Mikrometer.

Die meisten Bakterien sind für den Menschen nicht gefährlich oder sogar nützlich für die Gesundheit: Man denke nur an die zahlreichen Bakterien auf der Haut oder im Darm. Das BZgA erklärt, dass nur etwa ein Prozent der Bakterien Krankheiten auslösen.

Salmonellen
Krankheiten wie Salmonellen werden durch Bakterien ausgelöst. © picture alliance / dpa/Archivbild

Bekannte bakterielle Infektionen sind Tuberkulose, Cholera oder Keuchhusten. Auch Salmonellen oder Staphylokokken werden durch Bakterien ausgelöst. Um eine bakterielle Infektion zu bekämpfen, helfen meist Antibiotika. Sie greifen die Zellwand an, töten die Bakterien ab oder können so die Vermehrung verhindern. Bei einem Virus helfen Antibiotika dagegen nicht.

Superinfektion: Wenn auf eine virale eine bakterielle Infektion folgt

Egal, ob virale oder bakterielle Infektion: Wie schwer eine Krankheit ausbricht, ist von vielen Faktoren abhängig. Zum Beispiel vom Alter, dem Immunstatus oder vom Erreger selbst. Es ist außerdem auch möglich, sich gleichzeitig eine virale und eine bakterielle Infektion einzufangen. In diesem Fall ist von einer Superinfektion die Rede. Der Körper ist dabei durch eine virale Infektion bereits so weit geschwächt, dass die Bakterien dann leicht zuschlagen können.

Egal ob RS-Virus, Grippe oder Erkältung: Bevor man bei einer Krankheit zu Medikamenten greift, helfen übrigens schon viele Hausmittel.

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