Eineinhalb Jahre nach dem Fund

Totes Baby im Wald gefunden: Mutter muss in Klinik

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In Viernheim werden im Jahr 2017 Babyknochen gefunden. Die Mutter des toten Säuglings kommt vor Gericht frei. (Symbolfoto)

Weil sie ihr eigenes Baby getötet haben soll, sitzt Jasmin vor Gericht. Die Frau wird jedoch von der Tat freigesprochen, da sie psychisch krank ist.

Viernheim - Dieser Fall schockiert die gesamte Metropolregion Rhein-Neckar: Ein Pilzsammler findet am 9. September 2017 im Viernheimer Wald menschliche Knochen. Es stellt sich heraus, dass diese von einem Baby stammen. Ermittlungen ergeben, dass der Säugling maximal drei Wochen alt wurde und bereits in den jungen Lebenstagen mit Drogen in Kontakt kam. Die Ermittler können unter anderem Amphetamine feststellen, die ihm während der Schwangerschaft zugeführt wurden.

Wie HEIDELBERG24* berichtet, startet die Polizei die Suche nach der Mutter. Um mehr Hinweise zu erlangen, wird der Fall im Januar 2018 auch bei der ZDF-Sendung ,Aktenzeichen XY … ungelöst'. Die entscheidende Spur bringt dann die Sonderkommission ,Renatus', die sich mit einem weiteren tragischen Vorfall in Mannheim befasste. 

Mutter saß bereits in Haft!

Demnach ist eine Frau aus Mannheim die Mutter des toten Kindes. Jasmin saß bereits wegen kleineren Delikten seit Juni 2017 in einem Gefängnis. Vor ihrer Inhaftierung brachte sie ihren Sohn auf die Welt. Die DNA ihres Babys Michael stimmt mit der DNA des Knochenfunds überein.

Babyleiche im Viernheimer Wald: Mutter wegen Totschlags auf der Anklagebank

Die Staatsanwaltschaft klagt die Frau wegen Totschlags an. Aufgrund einer psychischen Erkrankung wird die Frau allerdings als nicht schuldfähig erklärt und bleibt vorerst in einer Psychiatrie. Vor Gericht zeigt sich den Prozessbeobachtern aus erster Hand, dass die angeklagte Mutter Jasmin H. an paranoider Schizophrenie leidet. In ihren Wahnvorstellungen fühlt sie sich von einem Bundeswehrsoldaten verfolgt.

Bis heute ist unklar, wie das Baby ums Leben kam

Die genauen Todesumstände sind selbst eineinhalb Jahre nach der Tat unklar. Laut einer Rechtsmedizinerin könne Michael durch Schütteln oder Ersticken zu Tode gekommen sein. Die Ärztin hält Verhungern, Verdursten oder Unterkühlung, vielleicht in Kombination mit einer Durchfallerkrankung oder Infektion für wahrscheinlicher.

Könnte Michael noch leben? Ermittlungen gegen Klinik!

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wird bekannt, dass das Kind am 22. März im Klinikum Ludwigshafen zur Welt kam. Es war untergewichtig und klein, aber gesund. Nach fünf Tagen konnte Jasmin die Klinik verlassen. Sie kam bei einem Freund unter, der ebenfalls paraniod-schizophren sein soll und mit ihr zusammen Drogen, vor allem Amphetamine, nehme.

Im April schaute eine Betreuerin in der Wohnung vorbei und fand dort Dreck, Müll und sogar Kakerlaken vor. Sie informierte Stadt und Kammerjäger. Acht Tage später kam Jasmin bei einem Bekannten unter – ohne Baby. Ob Michael zu diesem Zeitpunkt schon tot war, ist nicht klar. Parallel zu dem laufenden Prozess gegen die Mutter wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen das Ludwigshafener Klinikum eingeleitet.

Totes Baby in Viernheim: Mutter muss in die Geschlossene!

Am Dienstag (19. Februar) 2019 wird das Urteil gegen Jasmin ausgesprochen. Bereits etwa zwei Wochen zuvor sagte Anwältin Claudia Lorz-Felten: „Wir haben nichts ausreichend Konkretes, um meine Mandantin zu verurteilen.

Die Richter des Darmstädter Landgericht jedoch folgen der Forderung der Staatsanwaltschaft und schicken die Frau in eine geschlossene psychiatrische Klinik. Gegen das Urteil kann ihr Anwalt noch Revision einlegen. 

*HEIDELBERG24 ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

jol/dpa

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