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Valneva-Chef warnt vor falschen Hoffnungen: „Das wäre ethisch inakzeptabel“

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Von: Dominik Jahn

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Biotech firm Valneva
Valneva-Chef warnt vor falschen Hoffnungen: „Das wäre ethisch inakzeptabel“ © Lisi Niesner/dpa

Valeneva: Chef Thomas Lingelbach hat eine klare Meinung zum Impfen und zum Zeitpunkt der möglichen Zulassung des Vakzins in Europa.

Valneva gilt in Deutschland als erster klassischer Totimpfstoff im Kampf gegen Corona. Die Zulassung hängt noch vom Rolling-Review-Verfahren der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ab. Und dennoch gilt das Vakzin als die große Hoffnung für zahlreiche Impfskeptiker, die nicht von den mRNA-Impfstoffen wie Biontech oder Moderna überzeugt sind. Valneva-Chef Thomas Lingelbach versetzte der Euphorie der Impf-Zögerer mit deutlichen Worten einen Dämpfer.

Valneva-Chef mit klarer Meinung: Nicht auf Impfstoff warten

Neben Valneva muss auch Novavax noch auf die EU-Zulassung warten (Stand 17. Dezember). Der proteinbasierte Impfstoff des US-Herstellers steht ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste so mancher Ungeimpfter. Und auch für diese Gruppe dürfte die Aussage des Geschäftsführers des Biotechnologieunternehmens aus Frankreich gedacht sein.

Thomas Lingelbach appellierte in einem Bericht im Nachrichtenmagazin Spiegel an alle, die auf eine andere Impf-Technologie – als die mRNA-Impfstoffe – warten: „Ich rate niemandem, auf unseren Impfstoff zu warten. Das wäre ethisch inakzeptabel.“ Klare Worte. Vielmehr rät der Valneva-Chef aktuell sogar Verwandten und Bekannten zurzeit zu Impfstoffen anderer Hersteller. Auch er selbst sei, mit dem mRNA-Produkt von Biontech geboostert.

Zu dramatisch sieht Lingelbach die aktuelle Entwicklung rund um die Corona-Variante Omikron an. Bis Valneva die Zulassung als Impfstoff in Europa bekommt, wird es wohl noch ein paar Monate dauern. Eine Einschätzung, die auch Professor Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission und Direktor des Mikrobiologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen, teilt.

Gegenüber der Apotheken Umschau äußerte er sich zuletzt durchaus kritisch zu Valneva. Aber auch zu den Impf-Zögerern. Sie seien jetzt besonders gefährdet und sollten sich impfen lassen – ansonsten könnte man „in den kommenden Wochen Teil der ‚Pandemie der Ungeimpften‘ sein.“

Valneva-Fakten: Bedenken, Booster-Studie, Belege

Bogdan hatte in dem Beitrag auch Bedenken bezüglich eines Wirkverstärkers, der in Valneva enthalten ist, geäußert. Für den Professor ist der Wirkstoff CpG 1018 schlichtweg noch zu unbekannt. Der andere Wirkverstärker sei hingegen altbekannt und erprobt.

Auch eine große Booster-Studie mit allen aktuell gängigen Impfstoffen sorgte zuletzt für Irritationen bezüglich der Wirksamkeit des Vakzins. Allerdings konnte Valneva mit den neuesten Ergebnissen der Phase-III-Studie (vom 16. Dezember) im Hinblick auf die Wirksamkeit nach der dritten Dosis gute Werte vorweisen.

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