Valneva zählt zu den klassischen Totimpfstoffen

Valneva: So gut wirkt der Totimpfstoff tatsächlich gegen Corona

Symbolfoto Corona-Impsftoff
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Impfstoff von Valneva: So gut ist die Wirkung gegen Corona - die Herstellung.
  • Dominik Jahn
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Valneva-Impfstoff überzeugt in Studienphase-III. Experten sehen einen Vorteil beim Vakzin des französischen Biotechnologieunternehmen.

Aktuell sind in Deutschland im Kampf gegen Corona neben dem Boostern auch die Totimpfstoffe besonders im Blickpunkt. Nach den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna, kommen jetzt mit Novavax und Valneva zwei Vakzine aus der Gruppe der inaktiven Impfstoffe nach Europa. Auch wenn es bei Novavax Diskussionen über die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe gibt. Doch wie gut wirkt Valneva gegen Covid-19?

Aktuell wartet das französische Biotechnologieunternehmen auf die Zulassung in Europa. Der Valneva-Impfstoff wird derzeit dem Rolling-Review-Verfahren der Europäische Arzneimittelagentur unterzogen - für eine beschleunigte Prüfung. Mehrere Millionen Dosen würden für die EU bereits vorbestellt. Besonders Impfskeptiker setzen immer wieder große Hoffnung in die Totimpfstoffe, ihre Wirkung, Eigenschaften und Arten.

Valneva: Herstellungsverfahren des Totimpfstoffes gegen Corona

Valneva zählt laut einem Bericht der Apotheken-Umschau als Ganzvirusimpfstoff zur Gruppe der Totimpfstoffe. Das Vakzin „enthält das komplette SARS-Cov-2-Virus – in diesem Fall aber unschädlich gemacht (inaktiviert)“. Professor Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission und Direktor des Mikrobiologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen erklärt dazu in Beitrag: „Unter dem Totimpfstoff im weiteren Sinne des Wortes verstehen wir alle Impfstoffe, die nicht vermehrungsfähige Erreger oder Erregerkomponenten beinhalten. Und darunter fallen auch alle COVID-19-Impfstoffe, die derzeit bereits in Deutschland zugelassen sind und eingesetzt werden.“

Ganzvirusimpfstoff

Bei Ganzvirus-Totimpfstoffen ist das komplett abgetötete Virus enthalten. Das Immunsystem bekommt somit von solchen Impfstoffen sämtliche Antigene präsentiert. An diesem Punkt wird Novavax eben nicht mehr als klassischer Totimpfstoff gesehen von vielen Experten, da das Vakzin auf Proteinbasis entwickelt wurde und Teile des Spikeproteins von Sars-CoV-2 enthält.

Um an den gewünschten Impfstoff zu gelangen, vermehrt Valneva dem Bericht zur Folge „das SARS-Cov-2-Virus in Vero-Zellen – das ist eine Zelllinie, die sich von Nieren-Zellen der grünen Meerkatze ableitet“. In einem nächsten Arbeitsschritt wird das Virus inaktiviert und das Vakzin produziert. Schon seit mehr als zehn Jahren arbeitet das französische Biotechnologieunternehmen mit diesem Verfahren.

Studie zu Valneva: Hintergründe und Wirksamkeit gegen Corona

Ende April 2021 startet für das Biotechnologieunternehmen aus Frankreich die Studienphase-III. Es waren insgesamt 4.000 Personen in die, laut der Pharmazeutischen Zeitung, „multizentrische, randomisierte, verblindete und aktiv-kontrollierte Überlegenheitsstudie“ eingebunden.

Laut der Studie von Valneva wurden 3.000 Teilnehmer im Alter von 30 Jahren und älter werden im Verhältnis 2:1 nach dem Zufallsprinzip eingeteilt. In der Studie wird kein Placebo, sondern der Astra-Zeneca-Impfstoff Vaxzevria zum Vergleich eingesetzt. Wie das Unternehmen mitteilt, erzeugt der Wirkstoff höhere Antikörperspiegel als der Vergleichsimpfstoff und eine Serokonversionsrate neutralisierender Antikörper von mehr als 95 Prozent. Es bildeten sich T-Zellen gegen das Spike-Protein sowie das M- und N-Protein.

Serokonversionsrate

Die Serokonversionsrate bezeichnet den prozentualen Anteil von Personen, die nach einer spezifischen aktiven Impfung eine ausreichende Immunität ausbilden.

Studienleiter Adam Finn, Professor für Pädiatrie der University of Bristol und Studienleiter, zeigte sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen und unterstreicht die Wirkung des Totimpfstoffes und die Tatsache, dass Valneva die Hoffnungen vieler Menschen erfüllen kann: „Die geringe Reaktogenität und die hohe funktionelle Antikörperreaktion neben breiten T-Zell-Reaktionen, die bei diesem adjuvantierten inaktivierten Ganzvirus-Impfstoff beobachtet werden, sind sowohl beeindruckend als auch äußerst ermutigend.“

Noch vor Valneva: Auch Novavax weißt Wirksamkeit nach

Auch Novavax hat für die Zulassung in Europa entsprechende Zahlen aus einer Studie zur Wirksamkeit vorgelegt. Die Phase-III-Studie PREVENT-19 brachte bereits Mitte Juni erste Erfolge. 15.000 Teilnehmer waren in England an den Tests beteiligt. Inzwischen ist die Freigabe erteilt und Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich zu einem festen Liefertermin in Deutschland für Februar geäußert.

Vorteile von Valneva als Ganzvirus-Impfstoff

Wie die Pharmazeutische Zeitung schreibt, haben Totimstoffe wie Valneva einen großen Vorteil. Zur Gruppe der Ganzvirus-Impfstoffe gehörend lässt sich das Vakzin „schnell und einfach produzieren“. Außerdem sind sie dem Bericht zur Folge „sehr immunogen und präsentieren nahezu alle relevanten Antigene zur Induktion einer Immunantwort, die ein Virus effizient abzuwehren vermag“.

Weiter heißt es dazu: „Da inaktivierte Viren die Fähigkeit verloren haben, eine Zelle aktiv zu infizieren, um sich dort dann auch zu vermehren, können diese Virusartefakte nur durch antigenpräsentierende Zellen aufgenommen werden. Diese professionellen Immunzellen zeigen die viralen Antigene dem Immunsystem über MHC-II-Moleküle. Diese Moleküle werden auch Hauptgewebeverträglichkeitskomplexe genannt. Das MHC-Kürzel kommt von der englischen Bezeichnung „major histocompatibility complex“.

Da die Immunzellen also die viralen Antigene dem Immunsystem über MHC-II-Moleküle präsentieren, wird - laut dem Artikel - neben Antikörpern nur die Bildung CD4+-Helfer-T-Zellen induziert. Zytotoxische CD8+-T-Zellen werden anders als bei den Vektor- oder mRNA-Impfstoffen, durch inaktivierte Viren nicht induziert.

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