Der Totimpfstoff kommt auf guten Antikörper-Wert

Valneva und AstraZeneca im Vergleich: Dieser Impfstoff schneidet besser ab

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Valneva und AstraZeneca im Vergleich: Dieser Impfstoff schneidet besser ab. (Symbolbild)
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Valneva wartet auf die Zulassung für die EU. Der Totimpfstoff zeigt im Vergleich mit anderen Corona-Vakzinen einige gute Ergebnisse.

Noch fehlt Valneva die Zulassung für Europa. Der Totimpfstoff des französischen Biotechnologieunternehmens befindet sich aktuell im Rolling-Review-Verfahren der Europäische Arzneimittelagentur (EMA). In einer Studie zur Wirkung von Valneva, wurde das neue Vakzin mit AstraZeneca verglichen.

Der Impfstoff AstraZeneca (AZD1222) wurde zuletzt auch zusammen mit Biontech und Moderna bezüglich der Schutzdauer gegen Corona untersucht. Dabei schauten die Forscher danach, ab wann Boostern - eine Auffrischungsimpfung - sinnvoll ist.

Valneva im Vergleich mit AstraZeneca: Die Wirksamkeit

Für die Phase-III-Studie zu Valneva (VLA2001) wurde ein Wirksamkeitsvergleich mit AstraZeneca durchgeführt. Wie unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ) dazu schreibt, „untersuchte Valneva seinen inaktivierten COVID-19-Ganzvirusimpfstoff VLA2001 nicht gegen Placebo, sondern gegen den bereits zugelassenen Corona-Impfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria)“.

Das Ergebnis war laut der Studie deutlich. Valneva schreibt dazu auf der eigenen Internetseite, der Impfstoff habe „überlegene neutralisierende Antikörpertiter im Vergleich zum aktiven Vergleichsimpfstoff AZD1222 (ChAdOx1-S) von AstraZeneca“.

Titer (Antikörpertiter)

Titer ist laut Definition in der Biologie und Medizin ein Maß für eine Konzentration, zum Beispiel eines Antikörpers, Antigens oder eines Virus. Der Antikörpertiter wird meist auch direkt als Maß für die Antikörperkonzentration angegeben.

Valneva-Geimpfte haben laut der Studie zwei Wochen nach der zweiten Impfung einen Antikörpertiter von 803,5. Mit AstraZeneca waren es in dieser Studie 576,6. Die Serokonversionsraten lag am Ende bei beiden Vakzinen bei 95 Prozent. Serokonversionsrate bezeichnet in der Medizin die Phase einer Impfung oder einer Infektion, in der Antikörper gegen Antigene eines Fremdkörpers erstmals im Blutserum nachweisbar sind. 

Valneva im Vergleich mit AstraZeneca: Die Nebenwirkungen

Dem Bericht von Valneva zur Folge hat der Totimpfstoff des französischen Biotechnologieunternehmens auch in Bezug auf Nebenwirkungen besser abgeschnitten als AstraZeneca. Dazu heißt es in der Studie: „VLA2001 wurde im Allgemeinen gut vertragen. Das Verträglichkeitsprofil von VLA2001 war im Vergleich zum aktiven Vergleichsimpfstoff signifikant günstiger“

Systemische Reaktion

Laut der Beschreibung durch die Pharmazeutische Zeitung können an einer systemischen Reaktion insbesondere die Organe Haut, Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem beteiligt sein. Es können leichte Reaktionen sein wie plötzliches Augen- und Nasenjucken, mittlere Symptome wie Bauchkrämpfe oder schwere Anzeichen wie Bewusstlosigkeit und Herz-Kreislauf-Stillstand.

Bei den Teilnehmern ab 30 Jahren kam es bis zu sieben Tage nach der Impfung zu signifikant weniger Nebenwirkungen. Dabei lagen die Reaktionen an der Injektionsstelle mit Valneva bei 73,2 Prozent und bei AstraZeneca bei 91,1 Prozent. Zu systemischen Reaktionen kam es bei einer Impfung mit Valenva bei 70,2 Prozent – bei AstraZeneca bei 91,1 Prozent.

Zu den Ergebnissen der Studie bezüglich der Nebenwirkungen von Valneva gibt es aber auch sehr kritische Stimmen. Experten sehen in den gewonnenen Kenntnissen keine konkreten Werte für eine stimmige Auswertung.

Valneva und AstraZeneca erfolgreich gegen schwere Corona-Fälle

Bei beiden Vakzinen wurde in der Studie deutlich: Sowohl bei Valneva, als auch bei AstraZeneca kam es zu keinem schweren Corona-Fall. Auch Ausbrüche mit der Delta-Variante des Virus konnten demnach erfolgreich verhindert werden.

Novavax-Impfstoff im Vergleich mit Biontech

Während Valneva mit AstraZeneca in der Studie gegenübergestellt wurde, gab es für Novavax einen Vergleich mit Biontech. Der US-Impfstoffhersteller darf sich dabei über durchaus gute Werte freuen.

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