Nach Anschlag in Kabul

Vor Geheimtreffen - Trump sagt Friedensgespräche völlig überraschend per Twitter ab 

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US-Präsident Trump ist immer für eine Überraschung gut 
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Eigentlich sollte jeden Moment ein Friedensabkommen zwischen den USA und den Taliban präsentiert werden. Stattdessen sagt US-Präsident Trump die Gespräche plötzlich ab.

Update vom 8. September: Kurz vor einem erwarteten Abkommen zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban hat US-Präsident Donald Trump die weiteren Friedensverhandlungen völlig überraschend abgesagt. Trump schrieb am Samstagabend (Ortszeit) auf Twitter, er habe ursprünglich für diesen Sonntag in Camp David geheime Treffen mit den Taliban und - getrennt davon - mit Afghanistans Präsident Aschraf Ghani geplant. Wegen eines tödlichen Anschlags in der afghanischen Hauptstadt Kabul, bei dem auch ein US-Soldat ums Leben kam, habe er die Treffen aber abgesagt - und ebenso die Friedensgespräche mit den Taliban. Ob dies das endgültige Aus für die Verhandlungen ist oder diese nur ausgesetzt sind, blieb zunächst unklar.

Die USA und die Taliban sprechen seit Juli 2018 über eine politische Lösung des bald 18 Jahre dauernden Konflikts in Afghanistan. Der US-Chefunterhändler Zalmay Khalilzad hatte am Montag gesagt, man habe sich „grundsätzlich“ auf ein Abkommen geeinigt. Die „grundsätzliche“ Einigung sei aber erst endgültig, wenn sich Trump damit einverstanden erkläre. Sollte Trump zustimmen, könne das Abkommen in den kommenden Tagen verkündet werden. Nun kam alles anders.

Trump verbreitet falsche Hurrikan-Warnung - und versucht sie durch Ausrede zu legitimieren

News vom 6. September 2019: Der Wirbel um Trumps Äußerungen dazu, dass auch der US-Bundesstaat Alabama vom Hurrikan „Dorian“, der seit Tagen auf den Bahamas und in Florida wütet, betroffen sei, reißt nicht ab. So präsentiert der US-Präsident am Donnerstag erneut Karten auf Twitter, die zeigen sollen, dass es Berechnungen gegeben habe, dass auch Alabama von dem Wirbelsturm betroffen sein wird. Dazu schrieb Trump: „Wie ich gesagt habe, ursprünglich wurde für Alabama prognostiziert, dass es getroffen werde. Die Fake News leugnen das!“

Dabei zeigen die von Trump nun getwitterten Bilder Prognosen vom Donnerstag (29. August) und dem Tag darauf. Die Warnmeldung für den Bundesstaat Alabama setzte Trump jedoch erst am Sonntag (1. September) ab. So versucht er seine irrtümliche Warnung zwar nicht durch falsche, aber durch veraltete Prognosen zu legitimieren. Das National Hurricane Center, was die US-Bürger auf Twitter informiert, vermeldete am Sonntag keine Warnungen für Alabama.

Wieder einmal kräftig auf Twitter ausgeteilt hat Trump aktuell nach einem Treffen mit seiner demokratischen Gegenspielerin Nancy Pelosi

Hurrikan „Dorian“: Alabama-Posse um Trump - Diese Staaten sind betroffen

So ungläubig man Donald Trumps Wirrwarr rund um Hurrikan „Dorian“ verfolgen mag, so ernst und bedrohlich ist die Lage in den betroffenen Regionen der USA weiterhin: Die ersten wuchtigen Ausläufer des Hurrikans "Dorian" sind auf die Südostküste der USA geprallt. Starker Regen und heftige Winde peitschten gestern die Küstengebiete der Bundesstaaten North und South Carolina. Die Behörden warnten vor lebensgefährlichen Überschwemmungen und Sturzfluten. 

Auf seinem Weg zur US-Küste verlor "Dorian" etwas an Kraft und wurde vom US-Hurrikanzentrum (NHC) auf die Stufe 2 der fünfstufigen Hurrikan-Skala herabgestuft. Noch immer transportiert der Wirbelsturm, der zuvor auf den Bahamas verheerende Schäden und mindestens 20 Todesopfer verursacht hatte, aber Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 175 Stundenkilometern.

USA: Trump verbreitet erst falsche Hurrikan-Warnung - und redet sich anschließend heraus

Erstmeldung vom 5. September 2019: Washington - Wie so oft nahm auf Twitter alles seinen Anfang. US-Präsident Donald Trump schrieb in seinem präferierten sozialen Netzwerk, dass der Bundesstaat Alabama sehr stark von Hurrikan „Dorian“ getroffen werden könnte. Das Problem dabei: Das stimmte nicht.

Nur zwanzig Minuten nach Trumps Tweet stellte der amtliche Wetterdienst der Vereinigten Staaten klar, dass Alabama keine Auswirkungen des Sturms zu spüren bekommen werde. Der Staat läge schlichtweg zu weit im Westen.

Donald Trump: Wer manipulierte die Karte von Hurrikan „Dorian“

Trump wurde seitdem nicht müde, seine Sicht der Dinge öffentlich zu verteidigen. Auf die Spitze trieb es eine grafische Veranschaulichung von Trumps Theorie, die diese auf eine kuriose Art und Weise zu stützen versuchte. Bei einem Briefing im Oval Office des Weißen Hauses zeigte eine Karte des Nationalen Hurrikan-Zentrums den wahrscheinlichen Verlauf von „Dorian“. Offenbar von Hand mit einem schwarzen Filzstift war darauf das potenzielle Gefahrengebiet in Richtung Alabama vergrößert worden.

Ein Detail, das vielen aufmerksamen Beobachtern nicht verborgen blieb und sich im Internet rasant verbreitete. Einige US-Medien wollen unterdessen erfahren haben, dass Trump höchst selbst den fraglichen Strich auf die Karte gezeichnet habe (auch fr.de berichtet darüber*). 

Trump über den fraglichen Strich: „Ich weiß nicht. Ich weiß nicht. Ich weiß nicht“

Auf die Frage, wer die Karte alterniert habe, sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten: „Ich weiß nicht. Ich weiß nicht. Ich weiß nicht.“ Er blieb aber bei seiner früheren Aussage, dass Alabama getroffen hätte werden können. Er legte nach und präsentierte eine andere - bereits eine Woche alte - Karte der Staaten, die eine geringe Sturmwahrscheinlichkeit für Alababa aufwies. 

Sie stammte von einem Datum vier Tage vor seinem ersten Alabama-Tweet. Für den Präsidenten offenbar genug Beweis, dass er im Recht sei: „Ich nehme die Entschuldigungen der „Fake News“ an, ließ er über Twitter wissen.

Gerade Trumps letzter Tweet schlug hohe Wellen. Zehntausende User likten, kommentierten und teilten ihn und hinterließen teilweise bissige Kommentare oder Memes. Beste Beispiele: Golf- oder Darts-Bilder, bei denen die Zielfläche mit einem schwarzen Marker verändert wurde. Oder eine weiter überarbeitete Hurrikan-Karte, bei der im Hurrikan-Kerngebiet dezent „Hillary“ eingefügt wurde.

Video: Donald Trump will Hurrikans mit Atombomben bekämpfen

cg

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Immer wieder sorgt Donald Trump für Aufsehen. Zuletzt wollte er angeblich ein Foto von ihm aus dem Internet löschen lassen, denn seine Haare waren alles andere als Vorteilhaft zu sehen. Am Rande des G7-Gipfels gaben Angela Merkel und Donald Trump eine gemeinsame Pressekonferenz. Der US-Präsident nutzt die Chance für eine One-Man-Show.

Drohgebärden sind wir von Donald Trump gewöhnt, nun geht er in die Offensive: Nach den Angriffen auf die Ölraffinerie in Saudi-Arabien erklärt er, die USA seien für einen Vergeltungsschlag bereit.

Donald Trump ist für seine mitunter holprigen und oft unüberlegten Aussagen bekannt. Jetzt könnte ihm allerdings ein großer Skandal rund um ein Versprechen an den Kragen gehen - denn ein Whistleblower im US-Geheimdienst erhebt schwere Vorwürfe gegen Trump. Ein weiterer möglicher Skandal hat ebenso mit einem Telefonat zu tun. Trump rief Australiens Premier an - um ihn vermeintlich um Mithilfe bei einem pikanten Verfahren zu bitten. 

Im Norden Syriens bahnt sich ein Offensive der türkischen Truppen an. Die USA zeihen sich aus dem Gebiet zurück. Dafür wird Trump sogar von den eigenen Leuten kritisiert.

Droht Donald Trump ein Amtsenthebungsverfahren? Der US-Präsident sieht bei sich kein Fehlverhalten und schiebt die Verantwortung auf die Presse und die Demokraten.

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