Eine Charge des Johnson & Johnson-Impfstoffes komplett unbrauchbar

Impfstoff-Panne bei Johnson & Johnson: 15 Millionen Impfdosen unbrauchbar

  • Lisa Klein
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Bei einer Produktionsstätte des Impfstoffes von Johnson & Johnson gab es eine gewaltige Panne, wodurch rund 15 Millionen Impfdosen unbrauchbar sind.

Bei der Produktion des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson in den USA gab es eine riesige Impfstoff-Panne: Rund 15 Millionen Impfdosen sollen dadurch unbrauchbar geworden sein. In der Produktionsstätte eines Partnerunternehmens in Baltimore, Maryland, habe laut dem US-amerikanischen Pharmakonzern ein Inhaltsstoff für die Herstellung des Impfstoffes die Qualitätskontrolle nicht bestanden und sei daher nicht verwendet worden.

Das Unternehmen selbst machte keine Angaben dazu, wie viele Impfdosen von dem Problem betroffen waren, bestätigte aber, dass eine Charge des Vakzins in einer Produktionsstätte in Baltimore „nicht den Qualitätsanforderungen“ entsprach, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Laut der New York Times soll es sich dabei um 15 Millionen Impfstoff-Dosen handeln.

Impfstoff-Panne: 15 Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson unbrauchbar

Der Fehler sei der Gesundheitsbehörde FDA mitgeteilt worden – künftig sollen mehr Mitarbeiter zur Überwachung der Produktion eingesetzt werden. Keine der fehlerhaften Impfdosen verließ die Produktionsstätte. Laut New York Times könnte eine Untersuchung durch die US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) folgen, was die Produktion vorübergehend einschränken würde.

Die Produktionsstätte wird von der Firma Emergent Biosolutions betrieben und war nach Unternehmensangaben bisher noch nicht von der FDA für die Produktion des Impfstoffs zugelassen worden. Johnson & Johnson gab an, es sei weiterhin geplant, der US-Regierung wie bereits zugesagt bis Ende Mai 100 Millionen Dosen zu liefern.

Food and Drug Administration (FDA)

Die U.S. Food and Drug Administration (FDA), zu Deutsch die US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel, ist die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten. Die FDA kontrolliert die Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteln der Human- und Tiermedizin, biologischer Produkte, von Medizinprodukten, Lebensmitteln, strahlen-emittierenden Geräten, Tabakprodukten und Kosmetik.

Alle in den USA zugelassenen Medikamente müssen bei Pharmaherstellern gefertigt werden, welche von der FDA inspiziert wurden und deren Herstellungsanlagen den Regularien entsprechen. Hersteller von Medizinprodukten müssen bei der FDA registriert sein, um legal in den USA Medizinprodukte vertreiben zu dürfen.

Bis zum 19. April sollen 90 Prozent der Erwachsenen für eine Impfung infrage kommen, sagte US-Präsident Joe Biden am Montag im Weißen Haus. Lange Wege sollen die Menschen für die Impfung nicht mehr auf sich nehmen müssen: Für 90 Prozent werde bis zum Stichtag ein Ort zum Impfen in einem Umkreis von acht Kilometern liegen, versprach Biden. Möglich werden soll das, indem in fast 40.000 Apotheken des Landes die Impfstoffe gespritzt und weitere Massenimpfzentren aus dem Boden gestampft werden.

Impf-Fortschritt in den USA trotz Impfstoff-Panne

Die Vereinigten Staaten haben rund 330 Millionen Einwohner. Das Land ist laut den aktuellen Zahlen mit am schwersten von der Corona-Pandemie betroffen: Mehr als 30 Millionen Ansteckungen mit Sars-CoV-2 wurden bereits in den USA nachgewiesen. Rund 550 000 Menschen sind in den USA bislang im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Biden hatte vor seinem Amtsantritt am 20. Januar versprochen, dass in seinen ersten 100 Tagen im Amt mindestens 100 Millionen Impfungen verabreicht werden sollten. Das Ziel wurde bereits nach knapp 60 Tagen im Amt erreicht. Inzwischen hat Biden sein Ursprungsziel verdoppelt: Bis zum Ablauf seiner ersten 100 Tage als Präsident Ende April sollen insgesamt 200 Millionen Impfungen verabreicht werden.

Biden hatte vor seinem Amtsantritt am 20. Januar versprochen, dass in seinen ersten 100 Tagen im Amt mindestens 100 Millionen Impfungen verabreicht werden sollten. (Symbolbild)

Trotz der Impferfolge mahnte US-Präsident Biden am Montag: Angesichts steigender Infektionszahlen dürfe die Bevölkerung bei den Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie nicht nachlassen und sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. „Der Krieg gegen Covid-19 ist noch lange nicht gewonnen“, sagte der Demokrat. Man befinde sich in einem Wettlauf um Leben und Tod.

In den USA kommen derzeit drei Impfstoffe zum Einsatz: Neben den Präparaten von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, wird auch das Vakzin von Johnson & Johnson eingesetzt, welches nur einmal verabreicht werden muss. In der EU ist der Impfstoff von Johnson & Johnson seit dem 11. März zugelassen. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) werden die ersten Impfdosen in Deutschland in der Woche vom 12. April erwartet. 

Rubriklistenbild: © Jessica Hill/dpa

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