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UN-Klimakonferenz: Ergebnisse des COP27 „enttäuschend“ und „frustrierend“

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Von: Andreas Apetz

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Nach der Tagung des COP27 sind einige Teilnehmende der Klimakonferenz unzufrieden mit den Ergebnissen – besonders in puncto Emissionsreduzierung.

Scharm El-Scheich – Nach zwei Wochen und langen stillstehenden Verhandlungen konnten sich die rund 200 Staaten der 27. UN-Klimakonferenz in Ägypten nun doch zu einem Lastminute-Deal durchringen. Erstmals seit 30 Jahren einigt sich die Weltklimakonferenz auf einen gemeinsamen Geldtopf zum Ausgleich der Klimaschäden in ärmeren Ländern.

Doch der geplante Finanztopf konnte nur zulasten einiger anderer strittiger Punkte durchgesetzt werden. Nachdem es in den letzten 36 Stunden des COP27 fast so schien, als würde der gesamte Gipfel, ging man schließlich unter Abstrichen beim Ausstieg aus fossilen Energien und der Emissionssenkung auf die Forderungen der EU und einiger westlicher Staaten ein.

COP27: Die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz

Während beim Kohleausstieg und der fossilen Subvention kaum Fortschritte gemacht wurden, soll das 1,5-Grad-Ziel weiterhin erhalten bleiben – obwohl einige Länder versucht hatten den Punkt in letzter Sekunde aus der Abschlusserklärung zu streichen. Das Ziel wurde jedoch von der EU und westlichen Staaten wieder hineinverhandelt, berichtet der Spiegel. Bei den versprochenen Hilfszahlungen der Industrieländer in Höhe von 100 Milliarden Dollar gab es keine Neuerung. Bisher wurden allerdings nur 80 Milliarden Euro Klimahilfe ausgezahlt. Der Abschlussbericht der Klimakonferenz fordert die Einhaltung des Versprechens, sieht aber keine Erhöhung der Zahlungen vor.

Bei der Abschlusszeremonie vom UN-Klimagipfel COP27 leuchtet das Logo des Klimagipfels
Bei der Abschlusszeremonie vom UN-Klimagipfel COP27 leuchtet das Logo des Klimagipfels. (Archivfoto) © Christophe Gateau/dpa

Der größte Erfolg des COP27 ist der Unterstützungstopf zur Kompensation von klimabedingten Verlusten und Schäden. Dies war eine zentrale Forderung der EU. Geplant ist nun ab dem Jahr 2023 eine finanzielle „Unterstützungsstruktur“ für die verwundbarsten Länder im globalen Süden, die den Klimawandel nicht verursacht haben, aber am meisten unter dessen Folgen leiden. Bei extremen Unwettern, Überflutungen oder anderen Naturkatastrophen, werden den betroffenen Ländern Finanzmittel aus dem gemeinsamen Geldtopf zur Verfügung gestellt.

„Enttäuscht“ über UN-Klimakonferenz: Es hagelt Kritik

Die Konferenz war wegen der vielen bis kurz vor Schluss noch offenen Fragen verlängert worden. Am Samstag (19. November) hatte es zeitweise sogar nach einem Scheitern der Konferenz ausgesehen, als die EU in drastischen Worten mehr Ehrgeiz bei den Emissionszielen einforderte. „Enttäuscht“ über die Ergebnisse äußerte sich schließlich EU-Kommissionsvize Frans Timmermans. Viele Parteien seien nicht bereit gewesen, mehr für den Klimawandel zu tun. Die Ergebnisse von Scharm el-Scheich seien „nicht genug für einen Schritt vorwärts“. Auch der Streit zwischen China und den USA sorgte für gelähmte Verhandlungen beim COP27.

Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zog ein durchwachsenes Resümee. „Beim Ergebnis liegen Hoffnung und Frustration nahe beieinander“, sagte die deutsche Verhandlungsführerin. Zwar habe man mit der neuen Finanzierungshilfe ein „neues Kapitel der Klimapolitik“ aufgeschlagen, die „Blockade von einigen großen Emittenten und ölproduzierenden Staaten“ bei der Durchsetzung überfälliger Emissionsziele sei jedoch „frustrierend“. „Die Welt verliert dadurch kostbare Zeit, Richtung 1,5-Grad-Pfad zu kommen“, appelierte die Außenministerin. (aa/afp/dpa)

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