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Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Kollaborateure flüchten aus Region Cherson

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Von: Helena Gries, Sandra Kathe, Caspar Felix Hoffmann, Karolin Schäfer, Tim Vincent Dicke, Nadja Austel, Jan Oeftger

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Die Ukraine fügt Russland weitere schwere Verluste zu. Noch gefährlicher könnte den russischen Soldaten aber auch die Kälte werden. Der News-Ticker.

Update vom Sonntag, 4. Dezember, 6.35 Uhr: Alle russischen Kollaborateure haben die Stadt Oleshky am Ostufer des Flusses Dnipro, 23 Kilometer vom befreiten Cherson entfernt, verlassen, teilte das Nationale Widerstandszentrum mit.

Nach Angaben des Zentrums hatten diese Personen Positionen in der Besatzungsverwaltung und der Polizei inne. Dies meldet das Portal The Kyiv Independent.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Verletzte und Tote in Saporischschja und Luhansk 

+++ 22.34 Uhr: Bei ukrainischen Angriffen auf die Orte Melitopol und Vassiliv in der Region Saporischschja sollen am Freitag (2. Dezember) allein hier rund 270 russische Soldaten verwundet worden sein. Informationen über mögliche weitere gefallene Soldaten gebe es bislang nicht, das teilt der ukrainische Generalstab über die Social-Media-Plattform Facebook mit. Bei einem Brand auf einem Truppenstützpunkt in Starobilsk in der Region Luhansk wurden demnach 30 Russen verwundet und 14 weitere getötet.

+++ 20.23 Uhr: Am Samstag (3. Dezember) sollen ukrainische Soldaten ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen haben. Das berichtet der Generalstab des ukrainischen Militärs in seinem täglichen Lagebericht auf Facebook. Zudem habe es insgesamt 14 Angriffe der Luftwaffe auf Truppenstützpunkte sowie Waffen- und Ausrüstungslager sowie russische Flugabwehreinheiten gegeben. Die ukrainischen Raketentruppen sowie Artillerie griffen nach Angaben der Militärführung zwei Kontrollpunkte, zwei Truppenstützpunkte sowie ein Munitionsdepot an.

Die Region Cherson war von der russischen Armee besetzt. Die Ukraine konnte sie teils zurückerobern.
Die Region Cherson war von der russischen Armee besetzt. Die Ukraine konnte sie teils zurückerobern. © Evgeniy Maloletka/dpa

Geheimdienst der Ukraine berichtet von abgehörtem Telefonat zwischen Soldat und Ehefrau

+++ 18.39 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst SSU will aus einem abgehörten Telefonat eines russischen Soldaten mit dessen Ehefrau erfahren haben, dass die Todesursachen von getöteten russischen Soldaten in der Heimat bewusst geheim gehalten würden. Das berichtet das Nachrichtenpotal Ukrainska Pravda. So hätte die Ehefrau berichtet, dass in ihrer Heimat in Sibirien derzeit Unmengen Zinksärge mit getöteten russischen Soldaten einträfen. Die offizielle Begründung lautete bei vielen von ihnen, dass sie „eingeschlafen, aber nicht wieder aufgewacht“ seien.

In dem abgehörten Gespräch mutmaße der in Donezk stationierte Soldat daraufhin, der Grund für die irritierende offizielle Todesursache sei womöglich, dass die russische Militärführung vor der anstehenden nächsten Rekrutierungswelle keine Panik auslösen wolle. „Wenn sie denen sagen würden, dass sie alle am Ende sind, und dass die alle hier sterben, würde ja keine Seele mehr herkommen“, erwidert der russische Soldat dem Bericht zufolge. Dann erzähle er seiner Frau, dass sich einige seiner Kameraden bereits mutwillig selbst verletzt hätten, einer sei bereits an Alkoholvergiftung gestorben.

Russische Verluste bei Kämpfen um Bachmut: Geheimdienst sieht keine Verhältnismäßigkeit

+++ 12.25 Uhr: Die russischen Invasionsgruppen kämpfen intensiv um die Stadt Bachmut. Nach Ansicht britischer Militärexperten ist das jedoch unverhältnismäßig. Der Preis, den Russland für den Angriff auf die 70.000 Einwohner-Stadt zahle, stehe in keinem Verhältnis zum Vorteil durch eine Eroberung.

+++ 10.25 Uhr: Die ukrainischen Kampfkräfte haben neue Schätzungen zu den russischen Kampfverlusten abgegeben. Dies meldet das ukrainische Medium The Kyiv Independent. Demnach sind am Freitag (2. Dezember) weitere 510 Soldaten gestorben. Insgesamt verloren damit 90.600 russische Soldaten ihr Leben im Krieg. Außerdem wurden am Freitag acht Autos und andere Fahrzeuge und drei gepanzerte Fahrzeuge zerstört.

Verluste für Russland: Mehr tote russische Soldaten durch Kälte als durch die Ukraine

Update vom 3. Dezember, 6.50 Uhr: Der Winter in der Ukraine setzt vor allem russischen Soldaten in den durchnässten Stellungen massiv zu. Das berichtet deas RND. Viele seien schon in den Schützengräben erfroren­. Ein Experte hält es für möglich, dass die Kälte in den nächsten Wochen mehr russische Soldaten tötet als die Kugeln der Ukraine. Auch der britische Geheimdienst sieht „ganz besondere Herausforderungen“, die durchschnittliche Höchsttemperatur werde bis Februar bei durchschnittlich null Grad liegen.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Viele Tote bei Kämpfen um Bachmut

+++ 21.50 Uhr: Seit mehreren Wochen ist kaum eine ukrainische Stadt so umkämpft wie Bachmut in der Region Donezk – das zeigt sich auch an den täglich steigenden Zahlen gefallener Soldaten. Wie der ukrainische Generalstab berichtet, seien zwischen Mittwoch (30. November) und Donnerstag (1. Dezember) allein aufgrund der Kämpfe um Bachmut etwa 70 Leichen russischer Soldaten in die Stadt Horliwka nördlich von Donezk gebracht worden.

+++ 19.50 Uhr: Im Laufe des Freitags hat die ukrainische Luftwaffe insgesamt acht Angriffe auf russische Truppenstützpunkte, Waffen- und Munitionslager durchgeführt, dazu zwei Anlagen zur Flugabwehr und den Stützpunkt einer militärischen Teileinheit angegriffen. Die ukrainische Artillerie traf unter anderem zwei Munitionsdepots sowie insgesamt neun Truppenstützpunkte und Militärlager. Das meldete der ukrainische Generalstab in seinem täglichen Lagebericht auf Facebook. Zudem seien in einem Truppenstützpunkt bei Kamjanske in der umkämpften Region Saporischschja bei einem Brand am Donnerstag (1. Dezember) rund hundert russische Soldaten verletzt worden.   

Schwere Verluste für Russland: Russische Truppen wegen ukrainischer Offensive verlegt

Update vom Freitag, 2. Dezember, 6.20 Uhr: Russische Militärbewegungen in der Oblast Saporischschja deuten darauf hin, dass das Land kritische Gebiete angesichts der zunehmenden ukrainischen Angriffe nicht verteidigen kann. Das meldet das ISW, the Institute for the Study of War.

Demnach zieht Russland möglicherweise Truppen aus Stellungen ab, die näher an der Frontlinie in der Oblast Saporischschja liegen, um die Auswirkungen der ukrainischen Angriffe zu verringern.

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Wagner-Gruppe rekrutiert Gefängnisinsassen

+++ 19.05 Uhr: Russlands Wagner-Gruppe befreit derzeit in der Zentralafrikanischen Republik inhaftierte Männer, die unter anderem wegen Mord und Vergewaltigung in Haft sind, um diese als Söldner im Ukraine-Krieg einzusetzen. Dies geht aus einem Bericht von The Daily Beast hervor. Schon zuvor hatte die Wagner-Gruppe Gefangene zur Bekämpfung der ukrainischen Armee eingesetzt.

Jewgeni Prigoschin, Chef der Wagner-Gruppe, besuchte in der Vergangenheit mehrfach russische Gefängnisse, um Schwerverbrecher für den Krieg zu rekrutieren. Dem Russen wird seitdem vorgeworfen, ohne Rechtsgrundlage Männer in Straflagern für den Kampf in der Ukraine anzuwerben – wegen Personalmangels an der Front.

News zum Ukraine-Krieg: Ukraine tötet 480 Soldaten und schießt Kampfjets ab

Erstmeldung vom Dienstag, 29. November: Kiew – Nach wie vor kann das russische Militär im Ukraine-Krieg keine größeren Gebietsgewinne vermelden. Im Gegenteil: Der Verlust der strategisch wichtigen Hafenstadt Cherson wiegt nach wie vor schwer. Tag für Tag sterben immer mehr Soldaten im Dienste Russlands.

Nun hat das ukrainische Verteidigungsministerium die aktuellen Zahlen zu den Verlusten der russischen Armee bekannt gegeben. Die Daten zeigen, dass weiterhin jeden Tag Hunderte Soldaten ihr Leben bei den Kampfhandlungen lassen. Nach Angaben des Ministeriums in Kiew starben innerhalb von 24 Stunden 480 russische Kämpfer. Zudem seien unter anderem drei Panzer, zwei Artilleriesysteme und zwei Kampfjets zerstört worden.

News zum Ukraine-Krieg: So hoch sind Russlands Verluste

Derweil ist Russland nach britischer Einschätzung von seinem militärisch-taktischen Grundkonzept abgerückt – Grund sind die schweren Niederlagen der Truppen von Kreml-Chef Wladimir Putin. In den vergangenen drei Monaten seien die russischen Kräfte in der Ukraine größtenteils nicht mehr als taktische Bataillonsgruppen (BTG) aufgetreten, teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit.

News zum Ukraine-Krieg: Russland kämpft mit großen Problemen

Die hochintensiven Kämpfe auf weiter Fläche hätten mehrere Fehler des Konzepts offengelegt. „Die relativ geringe Zuteilung von Infanterie an die BTG hat sich oft als unzureichend erwiesen.“ Zudem habe es die dezentrale Verteilung von Artillerie Russland nicht ermöglicht, seinen Mengenvorteil bei dieser wichtigen Waffe auszuschöpfen. Nur wenige Kommandeure hätten die Erlaubnis, das Modell flexibel zu nutzen, hieß es in London.

Das BTG-Konzept ist ein zentraler Pfeiler der russischen Militärdoktrin der vergangenen Jahre. Dabei wird jeder taktische Verband sowohl mit Infanterie als auch mit Flugabwehr, Artillerie sowie Logistik- und Aufklärungseinheiten ausgestattet. (mit Agenturen)

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