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Russische Artillerie tötet Zivilisten in Cherson

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Von: Helena Gries, Sandra Kathe, Caspar Felix Hoffmann, Sebastian Richter, Nadja Austel, Vincent Büssow, Stefan Krieger, Andreas Apetz

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Frieden scheint in der Ukraine aktuell in weiter Ferne. Russland greift erneut wichtige Infrastruktur an. Die Lage im News-Ticker.

+++ 12.15 Uhr: Nach einer Reihe von Drohnenangriffen auf militärische Einrichtungen auf russischem Territorium erklärten die Vereinigten Staaten am Dienstag (6. Dezember), sie hätten der Ukraine keine Angriffe innerhalb Russlands „ermöglicht“. Kiew hat sich nicht direkt zu den Angriffen bekannt, aber auch keine Kritik an den Angriffen geübt, bei denen drei Menschen getötet und Langstreckenbomber sowie ein Treibstoffdepot beschädigt wurden, wie aus Russland verlautete.

„Wir haben die Ukrainer weder ermutigt noch befähigt, innerhalb Russlands zuzuschlagen“, sagte Außenminister Antony Blinken vor Reportern.

In der Region Cherson kommt es zu Zerstörungen nach Angriffen durch die russische Armee.
In der Region Cherson kommt es zu Zerstörungen nach Angriffen durch die russische Armee. © Bernat Armangue/dpa

News zum Ukraine-Krieg: Russland greift Region Cherson an

+++ 10:30 Uhr: Nach Angaben der Militärverwaltung von Cherson wurden in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 51 Angriffe durch die russische Armee auf die Region durchgeführt. Dabei sind zwei Zivilisten getötet und ein weiterer verletzt worden.

„Die russischen Besatzer haben das Gebiet der Region Cherson 51 Mal beschossen. Die Russen haben die friedlichen Siedlungen der Region mit Artillerie, MLRS, Panzern und Mörsern beschossen“, teilte Jaroslaw Januschewytsch, Leiter der Militärverwaltung der Region Cherson, auf Telegramm mit. Ihm zufolge wurden auch zivile Infrastrukturobjekte und Wohngebäude durch den russischen Beschuss beschädigt.

News zum Ukraine-Krieg: Iran soll weitere Drohnen an Russland liefern

Update vom Mittwoch, 7. Dezember, 6.38 Uhr: Russland soll Diplomaten zufolge erneut Hunderte Drohnen und Raketen aus dem Iran bestellt haben. „Wir wissen, dass der Iran plant, seine Lieferungen von unbemannten Flugkörpern und Raketen an Russland in erheblichen Mengen zu erhöhen“, teilten Kreise bei den Vereinten Nationen in New York der Deutschen Presse-Agentur mit. Moskau wolle damit dem akuten Mangel an militärischem Nachschub begegnen. „Ich glaube nicht, dass sie schon versandt wurden, aber sie stehen eindeutig in den Auftragsbüchern“, hieß es aus New York.

News zum Ukraine-Krieg: Luftalarm in vielen Gebieten

+++ 22.28 Uhr: In den Oblasten Dnipropetrowsk, Saporischschja, Poltawa, Mykolajiw, Odessa im Osten der Ukraine herrscht derzeit Luftalarm. Das berichtet The Kyiv Independent und beruft sich dabei auf lokale Medienberichte. Explosionen habe es insbesondere in der Millionenstadt Dnipro gegeben. Aktuell kämpfe die ukrainische Luftabwehr in den Gebieten gegen russische Drohnenangriffe.

News zum Ukraine-Krieg: Russland signalisiert Verhandlungsbereitschaft

+++ 21.07 Uhr: Laut einem Bericht der Kreml-nahen Nachrichtenagentur RIA Novosti soll die russische Regierung Bereitschaft für einen Dialog über Sicherheitsgarantien für Russland signalisiert haben. Demnach sagte Sergej Rjabkow, stellvertretender Außenminister Russlands: „Wenn wir hören, dass der Westen wirklich Interesse daran hat, werden wir auf das Thema zurückkommen.“

Man werde dem jedoch nicht nachlaufen und keine Anfragen stellen. „Wenn sie bestätigen, dass sie zu einem vernünftigen und ausgewogenen Dialog bereit sind, dann werden wir den Lauf der Dinge nicht aufhalten.“

Russland greift erneut Infrastruktur in Ukraine an – Ein Zivilist in Cherson getötet

+++ 20.05 Uhr: Russische Truppen griffen eine Infrastruktureinrichtung in der befreiten südlichen Stadt Cherson an und töteten dabei mindestens eine Person, berichtete der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes Kyrylo Tymoshenko via Telegram. Die Rettungskräfte seien vor Ort im Einsatz, sagte der Beamte. Seit der Befreiung Chersons am 11. November wird die Stadt regelmäßig von russischen Truppen beschossen. Allein in den letzten zwei Wochen wurden nach Angaben der örtlichen Behörden 19 Zivilisten durch russische Angriffe getötet.

Laut einem Bericht von Ukrinform waren ein Gebäude des örtlichen Wasserwerkes sowie Wohnhäuser in Cherson von dem Angriff betroffen. Demnach schlugen mehrere Geschosse im administrativen Gebäude des Unternehmens und in den umliegenden Wohnhäusern ein. Ein 43-jähriger Mitarbeiter des Wasserwerkes sei dabei ums Leben gekommen. Bei dem Beschuss sei ein Feuer ausgebrochen, die Feuerwehr bekämpfe derzeit den Brand.

Harter Winter in der Ukraine befürchtet: Vereinte Nationen schlagen Alarm

+++ 17.46 Uhr: Angesichts der zahlreichen Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine und eines harten Winters schlagen die Vereinten Nationen Alarm. „Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine, einschließlich Kraftwerke und Heizwerke, haben Millionen Menschen den Zugang zu Wärme, Strom und Wasser verwehrt“, sagte UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Die durch den Krieg verursachte humanitäre Krise erhalte dadurch eine weitere Dimension.

Ebenso seien die Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen hervorzuheben. 715 Attacken gegen Krankenhäuser und ähnliche Gebäude zählte die Weltgesundheitsorganisation seit Beginn des Einmarschs russischer Truppen im Februar, so Griffiths. „Diese Angriffe in der Ukraine machen mehr als 70 Prozent aller Angriffe auf die Gesundheitsinfrastruktur weltweit aus“, sagte Griffiths.

Die deutsche UN-Botschafterin Antje Leendertse betonte indes, dass es sich um vorsätzliche Angriffe Russlands handle und nannte diese „schockierend“ und „barbarisch“: „Krankenhäuser, Schulen, Wasserversorgungsstationen, Wohngebäude und so weiter sind eindeutig keine militärischen Ziele, sondern dienen ausschließlich zivilen Zwecken.“ Moskau müsse diese Grausamkeiten unverzüglich einstellen, forderte sie.

Ukraine-News: Ungarn blockiert milliardenschwere EU-Finanzhilfen

+++ 15.25 Uhr: Ungarn blockiert geplante Finanzhilfen der EU an die Ukraine. Der Vertreter des Landes stimmte am Dienstag bei einer Beratung der EU-Finanzminister gegen die Freigabe von bis zu 18 Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Solche Finanzhilfen müssen einstimmig beschlossen werden.

„Unser Ziel bleibt es, Anfang Januar mit der Auszahlung der Hilfen für die Ukraine zu beginnen“, sagte der tschechische Finanzminister Zbynek Stanjura. Tschechien hat noch bis zum Jahresende den Vorsitz der EU-Länder inne. Die anderen 26 Mitgliedsländer suchen demnach nach einer alternativen Lösung – das gilt allerdings als kompliziert.

Brüssel werde „das Bestmögliche tun“, um die 18 Milliarden Euro für die Ukraine bereitzustellen, heißt es von EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn. Die Gelder wurden der Ukraine von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für 2023 in Aussicht gestellt.

News im Ukraine-Krieg: Kiew feiert Abwehr russischer Raketen

Update vom Dienstag, 6. Dezember, 6.25 Uhr: Die neueste russische Angriffswelle hat in der Ukraine erneut mehrere Menschen getötet und mancherorts die Strom- und Wasserversorgung zusammenbrechen lassen. Bei dem Großangriff auf Ziele in der Ukraine am Montag (5. November) hat das russische Militär nach Angaben der ukrainischen Luftabwehr knapp 70 Marschflugkörper eingesetzt.

News zum Ukraine-Krieg: Blutige Tieraugen verschickt

+++ 13.36 Uhr: In zwölf Ländern wurden die Auslandsvertretungen der Ukraine Ziel von verdächtigen Postsendungen. Das teilte Oleh Nikolenko, Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, mit. Insgesamt habe es in den vergangenen Wochen 21 solcher Vorfälle gegeben. In Spanien habe die Polizei drei verdächtige Umschläge bereits bei der Post beschlagnahmt.

Päckchen mit blutigen Tieraugen waren bei mehreren ukrainischen Auslandsvertretungen eingegangen. In Madrid explodierte vergangene Woche eine Briefbombe und verletzte einen Mitarbeiter.

Update vom Montag, 5. Dezember, 5.10 Uhr: Mehrere russische Raketen haben in der Nacht zum Montag die Stadt Saporischschja getroffen. Ziel der Angriffe seien Industriegebäude und Objekte der energetischen Infrastruktur gewesen, berichtete die Staatsagentur Unian. Über eventuelle Opfer oder das Ausmaß der Schäden wurden keine Angaben gemacht.

News zum Ukraine-Krieg: Biden hat keine Pläne für Gespräch mit Putin

Erstmeldung von Freitag, 2. Dezember: Kiew – In der Schweiz sind seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine im Februar 7,5 Milliarden Franken (etwa 7,6 Mrd. Euro) an russischen Vermögenswerten gesperrt worden. Zudem seien 15 Immobilien blockiert, teilte die Regierung am Donnerstag (1. Dezember) in Bern mit. Insgesamt sind nach Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft 116 Unternehmen und mehr als 1200 Einzelpersonen betroffen. Im Zuge der Sanktionen ist es Schweizer Banken verboten, größere Summen von russischen Staatsangehörigen sowie von in Russland niedergelassenen Personen oder Unternehmen entgegenzunehmen.

Ukraine-News: Ukraine auf der Suche nach Trafos für Stromnetz

Zur Reparatur ihres durch russische Angriffe beschädigten Stromnetzes sucht die Ukraine dringend Transformatoren - neu oder gebraucht. Dabei hoffe das Land auch auf Hilfe von Firmen und Gemeinden aus Deutschland, sagte die frühere Parlamentsabgeordnete Viktoria Wojzizka der Deutschen Presse-Agentur. Wojzizka arbeitet in Warschau für ein Zentrum, das die Regierung in Kiew bei der Organisation ausländischer Hilfe unterstützt. (Red mit Agenturen)

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