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Ukraine-Krieg: Wagner-Söldner wollen Teile von Bachmut eingenommen haben

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Von: Karolin Schäfer, Moritz Serif, Vincent Büssow, Christian Weihrauch, Vivian Werg

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Russische Truppen drängen Ukrainer zurück. Wagner-Söldner behaupten, ins Zentrum von Bachmut vorzudringen. Der News-Ticker.

Update vom Montag, 13. Februar, 6.52 Uhr: In der schwer umkämpften Stadt Bachmut im Osten der Ukraine geraten die ukrainischen Streitkräfte derweil immer stärker unter Druck. Die russische Privatarmee Wagner behauptete, einen Vorort eingenommen zu haben und nun weiter aufs Zentrum vorzurücken. Aus Kiew gab es dazu zunächst keine Stellungnahme. Die ukrainische Seite hatte zuvor jedoch schon betont, dass Bachmut weiter unter ihrer Kontrolle sei. In der Stadt mit einst mehr als 70.000 Einwohnern harren nun nur noch wenige Tausend aus.

Ukrainische Soldaten feuern mit einem 120-mm-Mörser auf russische Stellungen am Stadtrand von Bachmut in der Ostukraine, 30. Dezember 2022.
Im Kampf um Bachmut gerät die Ukraine stärker unter Druck. (Archivbild) © Sameer Al-Doumy/afp

Parallel berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax, Russland sei in der Ukraine innerhalb von vier Tagen zwei Kilometer Richtung Westen vorgerückt. „Die russischen Soldaten brachen den Widerstand des Gegners und drangen mehrere Kilometer tiefer in seine gestaffelte Verteidigung ein“, berichtet Interfax unter Berufung auf eine Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums. Der Bericht sagt allerdings nicht, welcher Teil der breiten Frontlinie, die mehrere ukrainische Regionen im Süden und Osten des Landes umfasst, sich verschoben hat.

Ukraine-Krieg: Iran schmuggelt Kampfdrohnen nach Russland

+++ 22 Uhr: Russland und der Iran pflegen seit Jahren eine enge Beziehung. Berichten zufolge soll das Land im Mittleren Osten Moskau immer wieder mit Drohnen beliefert haben. Im November soll der Iran mindestens 18 Kampfdrohnen vom Typ „Mohajer-6“ für den Ukraine-Krieg nach Russland geschmuggelt haben, berichtete der Guardian. Damit beruft sich das US-amerikanische Nachrichtenportal auf Quellen im Iran.

Dafür habe der Iran seine staatliche Fluggesellschaft und Schiffe verwendet, hieß es. Die Lieferung erfolgte kurz nachdem eine russische Delegation Teheran besucht hatte. Die Drohnen haben eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern, informierte The Kyiv Independent. Zudem sollen sie unter jedem Flügel zwei Raketen tragen können.

News zum Ukraine-Krieg: Polens Präsident drängt auf Waffenlieferungen

+++ 19.55 Uhr: Immer wieder fordert die Ukraine im Kampf gegen Russland westliche Waffen. Das werde den Ausgang auf dem Schlachtfeld bestimmen, meinte der polnische Präsident Andrzej Duda gegenüber der französischen Tageszeitung Le Figaro. „Wenn wir in den kommenden Wochen keine militärische Ausrüstung in die Ukraine schicken, könnte Putin gewinnen“, sagte Duda.

Über die Möglichkeit eines russischen Angriffs auf Polen sagte Duda, dass ein solcher Schritt ein Angriff auf die Nato und alle Verbündeten wäre. „Als die Vereinigten Staaten 2001 angegriffen wurden, stellten sich alle Verbündeten auf die Seite der Amerikaner, um die Terroristen zu bekämpfen. Wir glauben, dass die Reaktion auf einen Angriff auf ein Nato-Land dieselbe sein würde – schnell und entschlossen“, sagte der Präsident.

News zum Ukraine-Krieg: Zwei Männer sterben bei Explosion

+++ 16.45 Uhr: Die Minengefahr in der Ukraine ist hoch, auch in der Region Cherson. Russische Soldaten haben bei ihrem Rückzug zahlreiche Landminen zurückgelassen. Zwei Männer sind am Samstag bei einer Minenexplosion gestorben. „Die Tragödie ereignete sich in der Nähe des Dorfes Noworajsk“, teilte die Militärverwaltung der Region mit. Zwei Männer seien auf einer Feldstraße unterwegs gewesen und mit dem Auto auf eine Mine getroffen. „Beide Männer starben vor Ort an ihren Verletzungen.“

News zum Ukraine-Krieg: Kiew warnt vor russischer Eskalation in Moldau

+++ 15.28 Uhr: Nach dem Rücktritt der Regierung in Moldau sieht sich die ukrainische Führung in ihren Warnungen bestätigt, dass Moskau das Land zu destabilisieren versucht. „Russland will Moldau unbedingt wieder brennen sehen, um einen Konflikt zu erreichen, den wir nicht ignorieren können“, sagte Oleksii Danilov, Leiter des Nationalen Rates für Sicherheit und Verteidigung. 

In diesem Zusammenhang hätten die ukrainischen Dienste die tschetschenischen Kämpfer unter dem Befehl von Ramsan Kadyrow fest im Blick. Diese Einheiten seien derzeit als „Rettungskräfte“ in der türkischen Erdbebenregion im Einsatz.

News zum Ukraine-Krieg: Ausbildung ukrainischer Soldaten beginnt bald

+++ 14.23 Uhr: Die Bundeswehr beginnt in der kommenden Woche mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten am Kampfpanzer Leopard 2, wie der Spiegel berichtet. Die Luftwaffe habe, nach Informationen des Nachrichtenmagazins, bereits in den vergangenen Tagen erste Gruppen von ukrainischen Soldaten mit Militärmaschinen von Polen aus nach Deutschland gebracht.

Mitte kommender Woche starte demnach das Leopard-Training auf dem Truppenübungsplatz Munster in Niedersachsen, dort würden bereits ukrainische Einheiten auf dem Schützenpanzer Marder ausgebildet.

News zum Ukraine-Krieg: Waffenhersteller sprechen mit Kiew über Lizenzproduktion

+++ 13.32 Uhr: Westliche Rüstungsunternehmen sprechen einem Zeitungsbericht zufolge über eine Vergabe von Lizenzen zur Produktion von Waffen und Militärfahrzeugen in der Ukraine. Damit solle die Abhängigkeit der Ukraine von westlichen Waffenlieferungen verringert werden, berichtete die britische Zeitung The Telegraph.

Führende Manager der britischen Rüstungsbranche seien nach Kiew gereist, um dort über die Gründung örtlicher Joint Ventures zu sprechen. Hersteller aus anderen europäischen Ländern seien ebenfalls in Gesprächen mit der Ukraine. Die britische Regierung, die derartige Vorhaben britischer Unternehmen voraussichtlich absegnen müsste, wollte sich dazu nicht äußern.

Ukraine-Krieg: Russland hat über 1.200 medizinische Einrichtungen beschädigt

+++ 12.22 Uhr: Der ukrainischen Nachrichtenplattform The Kyiv Independent zufolge haben russische Streitkräfte das Stadtzentrum von Cherson mit Artillerie beschossen und dabei das Gebäude auf dem zentralen Platz der Stadt beschädigt, wie die regionalen Behörden heute mitteilten. Es wurden keine Verletzten gemeldet.

Laut ukrainischem Gesundheitsminister Viktor Liashko hat Russland im Verlauf des Krieges insgesamt 1.218 ukrainische medizinische Einrichtungen, darunter 540 Krankenhäuser, beschädigt.

Ukraine-Krieg: Wagner-Chef meldet Einnahme eines Vororts von Bachmut

+++ 11.14 Uhr: Bei den Gefechten im Osten der Ukraine hat die russische Privatarmee Wagner nach Angaben ihres Chefs Jewgeni Prigoschin einen Vorort der umkämpften Stadt Bachmut eingenommen. Eine Bestätigung der Ukraine gab es nicht. 

Die seit Monaten dort andauernden Gefechte gelten als besonders verlustreich für beide Seiten. Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums wiederum gab es zuletzt Fortschritte für die Moskauer Truppen in der Region. Die Einnahme Bachmuts hat für die Russen eine strategisch wichtige Bedeutung, um ihrem Kriegsziel einer kompletten Besetzung des Gebiets Donezk näherzukommen.

+++ 10.34 Uhr: Zu Beginn des Krieges war die stark umkämpfte Stadt Mariupol Ziel massiver Angriffe von russischer Seite. Die russische Besatzung beginnt nun mit dem Wiederaufbau der Trümmer der Stadt – steht aber vor 2,5 Millionen Tonnen Schutt auf einer Fläche von 37 Hektar. Das berichtet die Zeitung Meduza unter Berufung auf Dmitri Chadschinow, einen Vertreter der Besatzungstruppen. Demzufolge werden überall in der Stadt Gebäude abgerissen, die nach dem Beschuss der Stadt nicht wieder aufgebaut werden können.

Ukraine-Krieg: Selenskyj feuert führenden Sicherheitsbeamten

+++ 9.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entlässt einen hochrangigen Sicherheitsbeamten wegen Bestechung. Selenskyj verspricht zudem, seine Bemühungen um eine saubere Regierung fortzusetzen. Die Bekämpfung der Korruption ist eine Voraussetzung für den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union.

Zudem kündigte er in seiner am Samstag verbreiteten abendlichen Videobotschaft weitere Schritte im Kampf gegen russische Agenten im Staatsdienst des Landes an. Ziel sei es, die staatlichen Institutionen zu stärken und vor Einflussnahme von innen und von außen zu schützen. Selenskyj sicherte zudem mehr Transparenz bei der Arbeit staatlicher Einrichtungen zu.

News zum Ukraine-Krieg: Großbritannien überlegt, Langstreckraketen zu schicken

+++ 14.00 Uhr: Großbritannien denkt offenbar darüber nach, Langstreckenraketen an die Ukraine zu schicken. Dies berichtet die britische Zeitung The Times infolge von Präsident Selenskyjs Besuch in London. Demnach bestätigen ukrainische Quellen, dass Kiew dazu bereit wäre, derartige Waffen für Angriffe auf die Krim zu nutzen. Nach der Ankündigung von Panzerlieferungen zählen Langstreckenraketen neben Kampfflugzeugen zu den Waffen, die Selenskyj vom Westen fordert. Der russische Ex-Präsident Medwedew drohte zuvor mit einem Nuklearschlag Russlands, sollte die Ukraine die Krim angreifen.

Update vom Samstag, 11. Februar, 8.53 Uhr: Während Russland am Freitag eine neue Welle an Angriffen aus der Luft gestartet hat, gingen auch an der Front die Kämpfe weiter. Aus den jeweiligen Militärberichten der Kriegsparteien geht hervor, dass es unter anderem in den Regionen Bachmut, Awdijiwka und Kupjansk zu heftigen Gefechten kam. So berichtet der Generalstab der Ukraine, dass die russischen Truppen in diesen Gebieten weitere Angriffe durchführen, obwohl sie dabei erhebliche Verluste erleiden. Das Verteidigungsministerium in Russland hingegen meldet dort Erfolge, wie die Zerstörung von Militärgerät und den Tod dutzender ukrainischer Soldaten.

Ukraine-Krieg: Was in der Nacht passiert ist

Erstmeldung vom Samstag, 11. Februar, 6.16 Uhr: Kiew – Die jüngste Welle russischer Raketenangriffe erzwingt erneut Notreparaturen am ukrainischen Energienetz. Doch auch die Ukraine greift russische Stellungen an. Mehrere Wärme- und Wasserkraftwerke seien beschädigt worden, sagte der Chef des Energieversorgers Ukrenerho, Wolodymyr Kudryzkyj, am Freitagabend im ukrainischen Fernsehen. Besonders schlecht sehe es mit der Stromversorgung im Gebiet Charkiw aus. Wegen der Instabilität im ukrainischen Stromnetz musste am AKW Chmelnyzkyj ein Reaktorblock abgeschaltet werden, in den Kernkraftwerken Riwne und Südukraine wurde die Produktion gedrosselt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den russischen Angriff mit etwa 100 Raketen und Marschflugkörpern vom Freitag als Terror. In einer Videobotschaft berichtete er aber seinen Landsleuten, wie viel Unterstützung die Ukraine bei seiner Reise nach London, Paris und Brüssel in dieser Woche erfahren habe.

Ukraine-Krieg: US-Präsident Biden will Polen besuchen

Am 24. Februar wird seit einem Jahr Krieg herrschen. US-Präsident Joe Biden kündigte einen Besuch beim wichtigen Ukraine-Unterstützer Polen kurz vor dem Jahrestag an. Die Gefahr durch russische Raketenangriffe dauerte indes auch in der Nacht zu Samstag an.

In der Hauptstadt Kiew wurde am späten Freitagabend zum fünften Mal für diesen Tag Luftalarm ausgelöst. „Es droht ein Angriff mit Drohnen“, teilte die Militärverwaltung des Kiewer Gebietes mit. Kampfdrohnen iranischer Bauart wurden auch über den Gebieten Mykolajiw und Odessa im Süden gesichtet und abgeschossen. (mse/dpa)

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