US-Wahlkampf

Spannungsgeladene TV-Debatte der Demokraten - Biden und Harris liefern sich Schlagabtausch

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Die demokratischen Präsidentschaftskandidaten, der ehemalige Vizepräsident Joe Biden (l-r), Senator Bernie Sanders und Senatorin Kamala Harris.

Das erste TV-Duell der Demokraten wurde von der US-Senatorin Elizabeth Warren dominiert. Trump bezeichnete die Debatte als langweilig.

Update vom 2. Juli 2019: Die erste TV-Debatte für die Wahl 2020 hat dem demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden geschadet. 

Update vom 28. Juni 2019: Bei der TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber haben sich die Senatorin Kamala Harris und Ex-Vizepräsident Joe Biden einen dramatischen Schlagabtausch geliefert. Harris attackierte Biden am Donnerstabend (Ortszeit) für dessen Bemerkungen über zwei Senatoren, die Anhänger der Trennung zwischen Schwarzen und Weißen waren, sowie seine frühere Position bei der Integration afroamerikanischer Schüler.

Biden hatte sich vor Kurzem bei einer Spendengala dazu geäußert, wie er zu Beginn seiner Karriere im Senat mit zwei Abgeordneten, die Befürworter der Rassentrennung waren, zusammengearbeitet habe, obwohl er mit ihnen nicht übereingestimmt habe. Biden führte dies als Beispiel dafür an, warum überparteiliche Zusammenarbeit wichtig sei, um Probleme zu lösen. Er erntete dafür scharfe Kritik. Harris nannte die Aussagen am Donnerstag „verletzend“.

Die Senatorin kritisierte den Vize zudem dafür, dass er in den 1970ern die Praxis des „busing“ abgelehnt habe - bei dem Kinder zu Schulen in anderen Bezirken gefahren wurden, um die Integration vor allem schwarzer Schüler zu ermöglichen und die Trennung zwischen Schwarzen und Weißen aufzuheben. Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Sie selbst habe als kleines Mädchen in einem solchen Bus gesessen, erklärte sie. Biden wies die Kritik zurück und warf Harris vor, seine Positionen falsch dargestellt zu haben.

Der emotionale Moment bildete den Höhepunkt der zweiten Runde der TV-Debatte, die insgesamt spannungsgeladener war als die erste Runde am Mittwoch. Die Kandidaten gerieten öfters aneinander und auch die Attacken auf Trump waren schärfer als am Vortag.

Bislang haben 25 Bewerber ihren Hut bei den Demokraten in den Ring geworfen - mehr Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur hatte die Partei nie. Umfragen zufolge liegt Biden bislang deutlich vorne.

US-Wahlkampf: Senatorin Warren dominiert erste TV-Debatte der Demokraten - Trump gelangweilt

Miami - Die US-Senatorin Elizabeth Warren hat die erste TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber dominiert. Die 70-jährige Vertreterin des Bundesstaats Massachusetts und neun weitere Präsidentschaftsanwärter diskutierten am Mittwochabend in Miami im US-Bundesstaat Florida über Themen wie die Wirtschaftspolitik, das Gesundheitssystem und die Migrationskrise an der Grenze zu Mexiko. Die linksgerichtete Politikerin, die in Umfragen im demokratischen Bewerberfeld auf dem dritten Platz liegt, konnte dabei ihren Status als eine der Favoritinnen festigen.

Demokratische US-Senatorin Warren will sozial gerechtere Wirtschaftspolitik

In der Debatte sprach sich die Wall-Street-Kritikerin für eine sozial gerechtere Wirtschaftspolitik aus. Die US-Wirtschaft diene derzeit vor allem den Reichen. Notwendig seien deswegen "strukturelle Veränderung" in Wirtschaft und Regierungshandeln. Mit Blick auf den Streit um das US-Gesundheitssystem sagte Warren, Gesundheit sei ein "Menschenrecht".

An der Debatte nahmen unter anderem der frühere Kongressabgeordnete Beto O'Rourke, der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio, Senator Cory Booker und der frühere Wohnungsbauminister Julian Castro teil.

US-Wahlkampf: Hispano-Amerikaner Castro will Null-Toleranz-Politik von Trump beenden

Mit Blick auf die Migrationskrise sagte der Hispano-Amerikaner Castro, er würde als Präsident die Null-Toleranz-Politik von Präsident Donald Trump sofort beenden. Das Bild eines auf dem Weg in die USA ertrunkenen Flüchtlings und seiner ebenfalls ertrunkenen kleinen Tochter bezeichnete er als "herzzerreißend". Es müsse wütend machen und zum Handeln anspornen.

Demokraten üben scharfe Kritik an Trump - US-Präsident von Debatte gelangweilt

Alle Bewerber äußerten scharfe Kritik an Trump. Auf die Frage der Moderatoren nach der größten geopolitischen Gefahr für die USA antwortete der Gouverneur des Bundesstaats Washington, Jay Inslee: „Die größte Bedrohung für die Vereinigten Staaten ist Donald Trump.“ Andere Bewerber nannten den Klimawandel, China oder Russland.

Trump, der sich während der Debatte auf dem Flug zum G20-Gipfel in Japan befand, äußerte sich herablassend über den Schlagabtausch der Demokraten: "Langweilig!", schrieb er als einziges Wort in einem Tweet. Trump will noch eine zweite Amtszeit dranhängen. Mitte Juni will er seine Kandidatur für die US-Präsidentenwahl 2020 verkünden. Dass der Wahlkampf schmutzig wird, lässt eine Attacke gegen Joe Biden befürchten.

Zweite TV-Debatte der Demokraten am Donnerstag mit Biden und Sanders

Wegen des großen Bewerberfelds gibt es am Donnerstagabend eine zweite TV-Debatte, in der zehn weitere Präsidentschaftsanwärter gegeneinander antreten. Dort werden dann Ex-Vizepräsident Joe Biden und der Senator Bernie Sanders auftreten, die derzeit in Umfragen vorne liegen. Mit Kamala Harris und Pete Buttigieg nehmen zudem zwei weitere Anwärter teil, die zum Spitzenfeld der Bewerber gehören. Schon in diesen Debatten trennt sich die Spreu vom Weizen. Von den 20 Bewerbern sind einige selbst in den USA recht unbekannt.

Die zweite Debatte der Demokraten ist für den 30. und 31. Juli geplant. Die Vorwahlen beginnen erst Anfang Februar 2020 mit einer Abstimmung im Bundesstaat Iowa. Ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin ernennen die Demokraten dann formell bei einem Parteitag vom 13. bis 16. Juli. Die Präsidentschaftswahl findet am 3. November 2020 statt. Trump hofft auf eine zweite Amtszeit im Weißen Haus.

Kürzlich sorgte Donald Trumps Sohn Eric Trump für Aufsehen. Er befand sich in einem Restaurant, als ihm die Kellnerin ins Gesicht spuckte.

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In der TV-Debatte der Demokraten ging es hoch her. Die Favoriten Sanders und Warren verteidigten ihre linken Ideen, während die moderaten Kandidaten von „Märchen-Politik“ sprachen.

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AFP/dpa

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