Virologen sprechen von zu wenig Daten zu Novavax

Novavax nicht als Booster: Nur für Ungeimpfte – Experten erklären

  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Novavax hat eine Empfehlung der STIKO erhalten. Wissenschaftler sehen einen ganz entscheidenden Grund für ein „Booster-Verbot“.

Erst vor wenigen Tagen hat die Ständige Impfkommission (STIKO) für den Corona-Impfstoff Novavax* eine Empfehlung ausgesprochen. In der Stellungnahme wurde auch auf die Wirkung gegen Omikron eingegangen*, wie echo24.de* berichtet hat. Experten machen jetzt klar, warum Novavax als Booster zunächst nicht zum Einsatz kommen wird.

Welcher Impfstoff besonders gut als Booster geeignet ist, und welcher schlechter in den unterschiedlichen Studien abgeschnitten hat, ist sicher ein umfangreiches Themengebiet mit durchaus unterschiedlichen Experten-Ansichten. So gab es im Dezember 2021 Meinungen zu Novavax, die das Vakzin als deutliche besser“ geeignet angesehen haben als Booster-Impfstoff*, als die Vektorimpfstoffe AstraZeneca und Johnson & Johnson.

Novavax: Virologe sieht fehlende Booster-Daten

Nach der Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zum Ende des Jahres 2021 und die jetzt erfolgte STIKO-Empfehlung, gibt es Aussagen von Wissenschaftlern, die deutlich machen, warum der Impfstoff Novavax laut der Kommission erstmal nicht als Booster eingesetzt wird.

So erklärt Virologe Friedemann Weber im Interview mit dem Nachrichten Magazin Fokus: „Die großen Studien sind ja mit zweifacher Impfung gelaufen. Man kann da nicht einfach sagen, machen wir noch eine dritte hinterher und gucken dann, sondern muss zunächst erstmal klinisch getestet werden.“

Booster-Studien zu Novavax: Ungeimpfte

Eine gewisse Zurückhaltung beim Thema Novavax als Booster kommt auch von Immunologe und Generalsekretär der Deutschen Immunologischen Gesellschaft, Carsten Watzl. Gegenüber der Augsburger Allgemeinen spricht er die Ergebnisse einer Booster-Studie* an. Watzl: „Bei den Booster-Impfungen ist Novavax laut einer britischen Studie nicht ganz so effektiv wie die mRNA-Impfstoffe, aber deutlich besser als Vektorimpfstoffe wie AstraZeneca oder Johnson&Johnson.“

Heißt: Es fehlt die ganz große Wirkung als Booster. Die Grundimmunisierung ist mit Novavax dagegen ausreichend vorhanden. Auf dieser Grundlage sehen die Forscher den proteinbasierten Impfstoff von Novavax in erster Linie im speziellen Einsatz für Ungeimpfte. Auch wenn es im Vorfeld immer wieder Diskussionen um die Einordnung* als klassischer Totimpfstoff* gab, so kann das Vakzin gerade bei Impfskeptikern Vertrauen aufbauen.

Virologe über Novavax: Mehr Impfungen bringen die notwendigen Booster-Daten

Für Virologe Friedemann Weber ist klar: „Wenn jetzt die Impfkampagne anrollt mit Novavax, dann wird man sicher während dieser Zeit auch schon schauen, wie es eigentlich mit dem Boostern aussieht.“ Laut Weber wird es irgendwann Ergebnisse geben, die zeigen, ob Novavax auch als einsetzbar ist. Es sei zudem auch im Interesse des US-Herstellers.

Neben Novavax: Valneva als Hoffnung für Ungeimpfte

Eine weitere Hoffnung für noch viele Ungeimpfte ist Valneva. Das Vakzin aus Frankreich gilt als Totimpfstoff. Noch befindet sich das Vakzin im Rolling-Review-Verfahren der EMA. Zuletzt konnte der Hersteller in einer Omikron-Studie gute Ergebnisse erzielen*.

Auch eine Studie zum Vergleich zwischen Novavax und Valneva* konnte der Totimpfstoff durchaus gute und wichtige Daten zu seiner Wirkung liefern. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/ Wolfgang Filser

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