Eclipse

Totale Mondfinsternis: So könnt ihr sie am Montagmorgen am besten beobachten

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai dürfen wir uns über eine totale Mondfinsternis freuen. Hier kann man den besten Blick auf das Himmelsspektakel erhaschen.

Eine Mondfinsternis ist ein seltenes Ereignis, eine totale Mondfinsternis bekommt man noch seltener zu Gesicht. Während eine Mondfinsternis an einem Ort im Schnitt 14 Mal in zehn Jahren beobachtet werden kann, ist dies bei einer totalen Mondfinsternis nur viermal in einem Jahrzehnt möglich.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai ist das Spektakel wieder in Europa zu sehen. Jedoch hat nicht jeder die Möglichkeit, einen Blick auf das Phänomen zu werfen. BW24 erklärt, wie eine totale Mondfinsternis entsteht und wo sie am besten zu sehen sein wird.

Mondfinsternis 2022 in Deutschland: Eintritt in Erdschatten sichtbar

Bei einer Mondfinsternis wandert der Mond durch den Kernschatten der Erde. Die Sonne bescheint die Erde und diese wiederum wirft einen Schatten ins Weltall. Genau durch diesen läuft der Mond. Dieser verdunkelt sich somit erst, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen. Dies ist nur bei Vollmond der Fall. Während bei einer partiellen Mondfinsternis der Himmelskörper nur teilweise in den Kernschatten der Erde eintritt, tut er dies bei einer totalen Finsternis komplett.

Eine Mondfinsternis kann man auf der Nachtseite sehen und auch etwas darüber hinaus, wie Andreas Machalica, Meteorologe bei wetter.com, erklärt. „Während einer Finsternis dreht sich ja die Erde ein bisschen weiter“, sagt er. Somit gibt es Regionen, in denen der Mond während der Finsternis aufgeht und auch Regionen, in denen er währenddessen untergeht. „Und genau das ist in weiten Teilen Europas und damit auch bei uns der Fall“, so der Meteorologe weiter.

In den frühen Morgenstunden des 16. Mais ist die Mondfinsternis auch in Deutschland zu sehen.

Astronomie: Totale Mondfinsternis dauert etwa eineinhalb Stunden

In den frühen Morgenstunden des 16. Mai ist es dann so weit: Gegen 3.30 Uhr tritt der Mond in den Halbschatten der Erde ein. „Das ist dann noch nicht so richtig gut sichtbar“, erklärt der Experte. Gegen 4.30 Uhr tritt der Mond dann in den Kernschatten ein. Dabei ist die Finsternis schon deutlicher zu erkennen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei natürlich auch das Wetter in Deutschland. Nur bei wolkenlosem Himmel kann man einen guten Blick auf das Phänomen erhaschen, wie BW24 berichtet.

Ganz verdunkelt ist der Himmelskörper schließlich gegen 5.30 Uhr. Insgesamt dauert die totale Mondfinsternis etwa eineinhalb Stunden, endet somit gegen 7 Uhr. „Aber um die Uhrzeit ist es bei uns in Deutschland längst hell“, gibt Andreas Machalica zu bedenken. „Da ist der Mond schon untergegangen.“ Somit bekommen wir den zweiten Teil der Finsternis in Deutschland nicht zu sehen.

Totale Mondfinsternis: Am besten ist sie im Südwesten Europas zu sehen

Pech hat am 16. Mai der Nordosten Europas. Denn der bekommt vom Ereignis nichts zu sehen. „Da ist der Mond schon vor Finsternisbeginn untergegangen“, erklärt Andreas Machalica. Bei uns in Europa geht er kurz nach Beginn der Finsternis unter. Heißt für uns: Die Anfangsphase der Finsternis ist in Deutschland sichtbar. Am meisten sieht man laut dem Experten die Finsternis in Südwesteuropa. Dort ist die ganze totale Phase zu sehen.

Die wichtigsten Zeiten der totalen Mondfinsternis am 16. Mai 2022:

  • Beginn der Kernschattenphase: gegen 4.30 Uhr
  • Beginn der totalen Phase: gegen 5.30 Uhr
  • Monduntergang/Monddämmerung: zwischen 5 Uhr und 5.30 Uhr

Doch wann genau erhascht man in Deutschland den besten Blick auf die Mondfinsternis? Im Nordosten geht der Mond schon kurz nach 5.10 Uhr unter, im Südwesten - etwa in Saarbrücken oder in Freiburg - erst gegen 5.50 Uhr. „Das heißt, hier sieht man noch am meisten“, sagt der Meteorologe. Konkret bedeutet das: Im Nordosten geht der Mond teilweise verfinstert unter, dort ist keine totale Mondfinsternis sichtbar. Im Südwesten sieht man den Mond für wenige Minuten komplett verfinstert. Der Mond wird jedoch verschwinden, wenn er in der totalen Phase ist, da er sehr nahe am Horizont steht. Weitaus bedrohlicher als eine Mondfinsternis war eine Entdeckung von Wissenschaftlern: Ein Mega-Komet steuert laut Forschern auf unser Sonnensystem zu.

Auch wenn wir in Deutschland in den meisten Regionen nur eine Teil-Verfinsterung sehen, ist das Spektakel dennoch einen Blick in den Himmel wert, denn die nächste totale Mondfinsternis ist noch etwas entfernt. Erst 2025 tritt das Ereignis wieder ein. Auch dann soll die Eklipse in Europa nur phasenweise zu sehen sein. Eine lange totale Mondfinsternis und in voller Länge gibt es in Deutschland wieder am Silvesterabend 2028 zu sehen.

Rubriklistenbild: © Danny Lawson

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