Warnung vor Unwetter und schweren Stürmen

Sturmtief „Ignatz“ wütet über Baden-Württemberg: Unfälle und Sachschäden

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  • Melissa Sperber
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Baden-Württemberg kämpft mit Sturmtief „Ignatz“. Polizei und Feuerwehr mussten schon zu zahlreichen Einsätzen ausrücken – auch in und um Heilbronn.

Update, 21. Oktober, 15:45 Uhr: Sturmtief „Ignatz“ wütet über Baden-Württemberg und beschäftigt Polizei und Feuerwehr. Auch in Heilbronn und Umgebung waren die Auswirkungen von „Ignatz“ zu spüren. Die Polizei Heilbronn meldet, dass am Donnerstag bis 12 Uhr insgesamt 173 Unwetterereignisse gemeldet wurden. Zumeist handelte es sich um umgestürzte Bäume, herabgefallene Äste, umgekippte Mülltonnen sowie Einkaufswägen, die vom Wind mitgerissen wurden.

Wegen Sturmtief „Ignatz“ ereigneten sich zudem einige Verkehrsunfälle, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Stand 21. Oktober, 15:30 Uhr seien der Polizei Heilbronn insgesamt 14 Verkehrsunfälle im Einsatzgebiet bekannt, erklärt ein Pressesprecher der Polizei Heilbronn auf echo24.de-Anfrage. „Glücklicherweise wurden uns keine Personenschäden gemeldet.“ Allerdings verursache „Ignatz“ zahlreiche Sachschäden, welche die Polizei Heilbronn auf insgesamt 100.000 Euro schätzt.

Sturmtief „Ignatz“ wütet über Baden-Württemberg: Alarmstufe Rot! DWD warnt

Update, 21. Oktober: Über Baden-Württemberg und ganz Deutschland rauscht ein heftiges Sturmtief. „Ignatz“ ist am Donnerstag mit der Wucht von bis zu 150 Kilometer pro Stunde unterwegs. Er hat bereits ganze Arbeit geleistet: Bäume wurden entwurzelt, Äste und Gegenstände sind durch die Luft gewirbelt worden. Erst gegen Abend wird es wohl etwas Entspannung geben.

Laut SWR haben Orkanböen auf dem Feldberg Geschwindigkeiten von über 160 Kilometer pro Stunde erreicht. Aber auch in tieferen Lagen wütet das Sturmtief mit aller Macht. Dem Bericht zur Folge war die Feuerwehr zum Beispiel in Lenzkirch, Neuenburg (beide Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) und dem Kleinen Wiesental (Kreis Lörrach) im Einsatz - 50 Mal musste die Polizei in dieser Region ausrücken.

Sturmtief Ignatz wütet in Baden-Württemberg im Straßenverkehr - Unwetterwarnung

Wer in Baden-Württemberg im Berufsverkehr unterwegs war am Donnerstagmorgen, der musste vorsichtig sein. Immer wieder hatten Bäume und Äste die Fahrbahnen versperrt. Es kam zu zahlreichen Unfällen. Die Karlsruher Polizei sprach laut SWR von „über 50 Einsätzen“ in den Morgenstunden. Auch in den Gebieten „Pforzheim und Rastatt nimmt die Zahl der Einsätze laut Polizei ebenfalls zu“.

Wie HEIDELBERG24* berichtet, muss der Heidelberger Zoo wegen des Sturms geschlossen bleiben*. „Wir möchten kein Risiko eingehen, daher schließen wir den Zoo heute für den Besucherverkehr. Die Tierpfleger kümmern sich selbstverständlich weiterhin um unsere Tiere“, erklärt Zoodirektor Dr. Wünnemann. Auch der Erlebnispark Tripsdrill und das Wildparadies in Cleebronn sind aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Sturm

Meteorologen bezeichnen Winde mit einer Geschwindigkeit von mindestens 74,9 km/h als Sturm. Ab Windgeschwindigkeiten von bis zu 117,7 km/h sprechen die Experten dann von einem Orkan. Erreichen Winde nur für Sekunden die Sturmstärke ist die Rede von einer Sturmböe. Sturmwinde können dann entstehen, wenn hohe Druckunterschiede auf einer kurzen Distanz auftreten. Diese Winde sind als Sturmtief meist im Einflussbereich starker Tiefdruckgebiete vorhanden.

Und auch andere Polizeipräsidien haben bereits am Morgen einige Schäden und Unfälle durch Sturmtief „Ignatz“ zu melden. Ein umgestürzter Baum blockiert an der Tank- und Rastanlage Hockenheim-West (Rhein-Neckar-Kreis) an der A6 die Ausfahrt. Die Rheinbrücke Speyer wurde in Richtung Pfalz vollgesperrt nachdem mehrerer querstehende Lastwagen eine Weiterfahrt unmöglich gemacht haben. Sie waren durch Böen auf der Brücke umgekippt.

Der DWD warnt auf Twitter: „Einige orkanartige Böen sind bereits aufgetreten und Maximum wird in den nächsten Stunden erreicht. Sturmwarnung wurde daher in der Nacht in der Mitte des Landes auf ‚rot‘ hochgestuft.“ Und nicht nur auf den Straßen in Baden-Württemberg haben die Menschen mit den heftigen Sturmböen zu kämpfen. Die Deutsche Bahn warnt vor möglichen Zugausfällen und Verspätungen.

Sturm trifft Deutschland mit voller Wucht – Experte spricht von: „bis zu 150 km/h“!

Update, 20. Oktober: Am Donnerstag, 21. Oktober, wird es so richtig ungemütlich. Schon in der letzten Woche sagte Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net „schwere Sturmböen mit bis zu 130 Kilometer pro Stunde“ voraus, echo24.de schreibt in der Erstmeldung vom 14. Oktober ausführlich über Jungs Wetter-Prognose für Deutschland. Doch es kommt morgen wohl noch viel schlimmer, als es Jung prognostiziert hatte. Meteorologen warnen vor heftigen Sturmböen, Gewittern und Unwettern.

„Am Donnerstag drohen im Gebirge Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometer pro Stunde“, so Diplom-Meteorologe Georg Haas in einem am 20. Oktober veröffentlichten Video von wetter.com zur gefährlichen Wetterlage am Donnerstag, 21. Oktober, in Deutschland. Besonders gefährlich kann es laut Haas im Schwarzwald (Feldberg) in Baden-Württemberg werden. Hier sind Stürme mit bis zu 150 Kilometer pro Stunde möglich. Wetter-Experten sprechen von heftigen Unwettern.

Wetter in Deutschland: Experte warnt vor Sturmböen mit bis zu „150 km/h“

Das dafür verantwortliche Sturmfeld trifft Deutschland mit voller Wucht – laut Haas schon in der Nacht zum morgigen Donnerstag. „Im Westen beginnt es vor allem in der zweiten Nachthälfte zu stürmen.“ Und Auch im Flachland seien Sturmböen mit regional bis zu 100 Kilometer pro Stunde möglich. Für die Vegetation sei die Wetterlage am Donnerstag ein richtiger Stresstest, sagt Haas, da Bäume umgerissen werden könnten – wer in der Nacht also unterwegs ist, sollte wirklich sehr vorsichtig sein.

Doch die Sturmböen sind nicht das einzige Wetterextrem, welches in der Nacht Probleme macht. Meteorologen zufolge ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Regen, mancherorts sogar mit Blitz und Donner möglich. In Kombination mit Sturmböen von bis zu 150 Kilometer pro Stunde kann es in Teilen von Deutschland zu regelrechten Unwettern kommen. Es gibt auch noch eine gute Nachricht: Am Donnerstag soll das Wetter in Baden-Württemberg und ganz Deutschland freundlicher werden.

Meteorologe Haas erwartet am Donnerstag Temperaturen zwischen sieben und 17 Grad Celsius. „Die Kaltfront des Sturmtief zieht ab Vormittag in Richtung Osten ab, dahinter beruhigt sich das Wetter.“ Allerdings ziehen gegen Nachmittag mancherorts Schauer aus nordwestlicher Richtung über Deutschland, „Gewitter, Graupel und Böen sind möglich“. Im Alpenvorland wird es laut Haas am Donnerstag am freundlichsten mit bis zu 17 Grad Celsius.

Wetter Deutschland: Experte warnt – starker Sturm „bis zu 130 km/h“

Erstmeldung, 14. Oktober: Das Wetter in Deutschland wird in der kommenden Woche (KW 42) richtig ungemütlich: „Stürmische Zeiten kommen dann nächste Woche auf uns in Deutschland zu“, verkündet der Diplom-Meteorologe Dominik Jung in einem aktuellen Prognose-Video von wetter.net. „Wir erwarten laut dem amerikanischen Wettermodell teilweise Böen bis zu 100 Kilometer pro Stunde in tiefen Lagen und bis zu 130 Kilometer pro Stunde in den höheren Lagen.“

Noch dazu sind laut dem Wetter-Experten regional teilweise bis zu 25 Grad am Dienstag (19. Oktober) möglich. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für die kommende Woche ebenfalls beinahe sommerliche Tageshöchstwerte von bis zu 22 Grad. Diese Prognosen stehen im deutlichen Kontrast zur jetzigen Wetterlage: Aktuell gibt es nämlich bereits den ersten Schnee und aufgrund einer Kaltfront sinkt die Schneefallgrenze immer weiter.

Heftige Sturmböen in Deutschland: Experte erwartet „bis zu 130 Kilometer pro Stunde“

In dieser Woche hat bereits der Mittelmeerraum mit heftigen Unwettern zu kämpfen. Über dem östlichen Mittelmeer bewegt sich aktuell ein Tiefdruckgebiet und das hat es laut Dominik Jung in sich: „Da gelten Unwetterwarnungen bis zum Sonntagabend, und zwar von Griechenland bis in die Türkei. Zum Teil wirklich sintflutartige Niederschläge über 300 Liter Regen pro Quadratmeter sind dort möglich.“ Auch schwere Sturmböen sowie teils Orkanböen erwartet die Mittelmeerküste. „Lokale Tornados und Wasserhosen“ schließt der Experte ebenfalls nicht aus.

In Deutschland bleibt es am Wochenende noch trocken und freundlich. Zum kommenden Dienstag rutscht das Hoch weiter Richtung Mittelmeerraum. Ab Donnerstag wird es dann laut des amerikanischen Wettermodells (NOAA) auch in Deutschland richtig ungemütlich. Grund dafür ist ein Tief, welches sich Deutschland nähert: „Das bringt hier sehr dicht gedrängte Isobaren und das heißt viel Wind, viel Sturmpotenzial.“

Was sind Isobaren?

Isobaren stellen in meteorologischen Bodenwetterkarten die Grenzlinien von Gebieten mit gleichen oder ähnlichen Luftdruckverhältnissen dar, wie wetter.de erklärt. Da der Luftdruck eines Gebietes in engem Zusammenhang mit den herrschenden Windkräften steht, geben die Isobaren in einer Wetterkarte Auskunft über Windstärke, Windgeschwindigkeit sowie Windrichtung und ermöglichen so die Erstellung von Wetterprognosen.

Heftige Windböen in Deutschland: Hier wird es besonders stürmisch

Laut dem NOAA-Modell soll es im Norden Deutschlands Böen von bis zu 100 km/h am Donnerstagmorgen (21. Oktober) geben. Zum Donnerstagmittag wird es laut dem Meteorologen Jung „weit verbreitet sehr stürmisch“, dazu gibt es „auch mal schwere Sturmböen in tieferen Lagen.“ Auf den Gipfellagen sind „bis zu 120 oder 130 Kilometer pro Stunde“ möglich.

Das europäische Wettermodell hingegen sagt aktuell nicht derartig schwere Sturmböen für Deutschland voraus. Welches Modell mit seiner Prognose recht hat und wie stürmisch es tatsächlich wird, kann der Wetter-Experte nicht vorhersagen. Generell gilt aber: Vorsicht ist besser als Nachsicht – wer also nächste Woche Donnerstag unterwegs ist, sollte besser aufpassen. *echo24.de und HEIDELBERG24 sind ein Angebot von Ippen.Media.

Rubriklistenbild: © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa-mag

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