Keine Impfempfehlung für alle Kinder

STIKO-Impfempfehlung: Kinder mit diesen Erkrankungen sollen bevorzugt werden

  • Lisa Klein
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Die Ständige Impfkommission wird eine Corona-Impfung vorerst nicht für alle Kinder empfehlen — junge Menschen mit bestimmten Erkrankungen sollen bevorzugt werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) wollte sich eine Empfehlung für Impfungen bei Kindern noch vorbehalten — nun soll es doch schon eine geben. Die Impfpriorisierung in Deutschland wurde bereits am 7. Juni bundesweit aufgehoben — unabhängig der Empfehlung dürfen sich in Deutschland nun alle Personen ab einem Alter von zwölf Jahren impfen lassen. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission soll die Entscheidung für Eltern und Kinder erleichtern, ob sie ihre Kinder (jetzt schon) impfen lassen oder noch warten.

Am Donnerstag (10. Juni) soll die Empfehlung bekannt gegeben werden — laut eines vorläufigen Entwurfs empfiehlt die STIKO Corona-Impfungen allerdings nicht direkt für alle Kinder. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Impfungen gegen Covid-19 laut des Entwurfs nur für Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen.

Das Gremium nennt laut dem als vertraulich gekennzeichneten Papier, welches der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, rund ein Dutzend Krankheitsbilder, die mit anzunehmendem erhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergingen. Eine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe wird in dem Entwurf nicht ausgesprochen. Zuvor hatten Business Insider und andere Medien darüber berichtet.

Corona-Impfung: Keine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für alle Kinder

Zusätzlich sieht der STIKO-Entwurf eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren vor, „in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z.B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie).“

Zu den Erkrankungen, welche in dem Entwurf gelistet sind, gehören folgende Krankheitsbilder:

  • Fettleibigkeit
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • schwere Zyanose
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • chronische Niereninsuffizienz
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • maligne Tumorerkrankungen
  • Trisomie 21 (Down-Syndrom)
  • und syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung.

Wie nach entsprechenden Äußerungen von STIKO-Mitgliedern zu erwarten war, wird im Entwurf zunächst wegen „großer Wissenslücken“ hinsichtlich der Sicherheit keine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe ausgesprochen. Der Piks sei aber „nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten möglich“.

STIKO empfiehlt Corona-Impfung nicht für alle Kinder

Begründet wird die eingeschränkte Empfehlung auch mit „nicht allgemein gegebenem“ Nutzen der Impfung zum Verhindern schwerer Verläufe und Todesfälle in dieser Altersgruppe: „Es müssten etwa 100.000 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche geimpft werden, um einen einzigen Covid-19-bedingten Todesfall in dieser Altersgruppe zu verhindern.“ Auch von einer Umverteilung der noch raren Impfstoffe an gesunde Kinder und Jugendliche wird abgeraten, „solange noch viele ältere Erwachsene mit deutlich höherem Risiko ungeimpft sind“.

Der Entwurf war an Länder und Fachgesellschaften gegangen, die noch Änderungen einbringen konnten. Eine Veröffentlichung der finalen Fassung wird für Donnerstag erwartet. Grundlage sind Analysen von Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffs von Biontech/Pfizer (Comirnaty) bei 12- bis 17-Jährigen und Auswertungen zur Epidemiologie und dem Krankheitsbild bei Covid-19. Das Expertengremium wog Nutzen und Risiken gegeneinander ab.

Bislang dürfen sich in Deutschland Kinder ab zwölf Jahren nur mit dem Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer impfen lassen — dieser wird allerdings auch in den anderen Altersgruppen bevorzugt verimpft, weshalb ein allgemeiner Impfstoffmangel besteht. Schon bald könnte es einen weiteren Corona-Impfstoff für Kinder geben, der Abhilfe schaffen könnte: Moderna hat ebenfalls eine Zulassung bei der EMA beantragt, sodass möglichst viele Kinder bis zum Beginn des Unterrichts nach den Sommerferien einen Impfschutz haben.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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