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Corona-Pandemie laut Stiko-Chef Mertens vorbei – jetzt kommt die Endemie

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Von: Michaela Ebert

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Thomas Mertens
Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), spricht beim Corona-Virus nun von einer Endemie. © David Young/dpa/Archivbild

Die Pandemie ist vorbei, das Virus „nur noch“ endemisch. Das sagt zumindest Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Am Donnerstag (27. Oktober) sagt Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Bayrischen Rundfunk (BR): „Es handelt sich mittlerweile um eine endemische Virusinfektion“. Ist die Corona-Pandemie damit vorbei?

Was bedeutet endemisch?

„Endemie“ ist ein medizinischer Begriff und unter dem heimische Krankheiten verstanden werden, die für regelmäßige Krankheitswellen in der Bevölkerung sorgen. Im Gegensatz zur Pandemie stabilisieren sich die Infektionszahlen einer Endemie schneller, womit die Ausbreitung besser kontrolliert werden kann. Eine Endemie lässt sich lokal eingrenzen.

Der Unterschied von Pandemie und Endemie liegt somit in der örtlichen Begrenzung. Eine Pandemie betrifft gleich mehrere Länder oder eben, wie im Fall des Corona-Virus sogar die ganze Welt – eine Endemie lässt sich örtlich eingrenzen. Pandemie und Endemie schließen sich somit voneinander aus. Zudem ist die Schwere der Krankheitsverläufe nicht ausschlaggebend für die Definition des Begriffs, wie Mertens erklärt.

Endemie statt Pandemie? WHO und Lauterbach sehen noch keinen Abschluss

Allerdings: Im Gegensatz zu Mertens haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) noch keinerlei Anzeichen gemacht, die Pandemie für „beendet“ zu erklären.

Mertens erklärt jedoch weiterhin: Obwohl es sich nun um eine Corona-Endemie handele, bleibe uns das Virus noch über Generationen erhalten. Diejenigen, die also „ein Risiko haben, zu erkranken“, müssten noch immer geschützt werden. Etwa durch das Tragen von Masken in Risikosituationen, wie auch in vollen Innenräumen. Das forderten zuletzt auch die Krankenhäuser.

Stiko-Chef Mertens plädiert trotz Endemie für weitere Impfungen

Durch die Maskenpflicht könnten neben Corona-Infektionen auch schwere Verläufe durch Influenzaviren besser verhindert werden. Dass das sehr sinnvoll sei, „daran besteht mittlerweile überhaupt kein Zweifel mehr“, sagte der Stiko-Chef in diesem Zusammenhang.

Zudem sollten sich Menschen, die einer Risikogruppe angehören, auch weiterhin impfen lassen, eventuell sogar „jährlich“. Auffrischungen, wie etwa mit angepassten Impfstoffen, bräuchten jedoch nur besonders Gefährdete. Gerade im kommenden Winter müsse man daher versuchen, dass „alle Menschen, von denen wir wissen, dass sie ein hohes Risiko für eine schwere Erkrankung [...] haben, dass die jetzt flächendeckend geimpft sind.“ Wer sich in Heilbronn impfen lassen möchte, kann dies derzeit am Impfpunkt Kaiserstraße 29 tun.

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