Auffrischungsimpfung für Erwachsene

Stiko empfiehlt Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren – die wichtigsten Infos

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Die Ständige Impfkommission weitet ihre Empfehlung zur Booster-Impfung aus: Allen ab 18 Jahren empfiehlt die Stiko eine Auffrischungsimpfung nach spätestens sechs Monaten.

Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg steigen stetig, die Intensivstationen platzen aus allen Nähten. Baden-Württemberg hat bereits die Alarmstufe ausgerufen, um die Zahl der Neuinfektionen einzudämmen. Im Kampf gegen das Coronavirus setzt Deutschland auch weiterhin auf Impfungen.

Doch wie eine neue Studie aus Schweden zeigt, lässt die Wirkung und somit der Impfschutz durch Biontech, Moderna und AstraZeneca bereits nach 4-6 Monaten drastisch nach. Bislang wurden Auffrischungsimpfungen vor allem älteren Personen empfohlen. Nun weitet die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung für die Booster-Impfungen gegen Covid-19 massiv aus.

Booster: Stiko empfiehlt Auffrischungsimpfung für alle ab 18 Jahren

„Ab sofort empfiehlt die Stiko allen Personen ab 18 Jahren die Covid-19-Auffrischimpfung“, teilte das Gremium am Donnerstag (18. November mit) mit. Auch ein flexiblerer Umgang mit dem Zeitabstand ist demnach vorgesehen: „Die Auffrischimpfungen sollen in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind, erwogen werden“, hieß es.

Ein entsprechender Beschlussentwurf sei zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen, daher seien Änderungen noch möglich. Es handelt sich noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung. *echo24.de gibt einen Überblick, welche Nebenwirkungen bei einer Booster-Impfung mit Biontech und Moderna möglich sind.

Stiko empfiehlt Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren – Vortritt den Älteren

Bislang empfiehlt das Gremium eine Auffrischungsimpfung unter anderem Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit Immunschwäche, Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegepersonal. Die Stiko bekräftigte am Donnerstag, dass diese Gruppen bevorzugt das Angebot zum Booster erhalten sollten.

Geraten wird, dass unabhängig vom bisher verwendeten Impfstoff mit einem mRNA-Präparat aufgefrischt wird – also mit Biontech oder Moderna. „Auch bisher Nicht-Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden“, betont die Stiko. In einer Stellungnahme von voriger Woche hieß es, es sei aus immunologischen und infektionsepidemiologischen Gründen sinnvoll, über die bisherige Empfehlung hinaus mittelfristig auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten.

Der Schutz vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 lässt bei Geimpften mit der Zeit nach, das zeigen Studien. Der Schutz vor schwerer Erkrankung lässt insbesondere bei älteren oder vorerkrankten Menschen nach. Mit einer Auffrischung lässt sich der Schutz wieder merklich verbessern. Ein Schema mit drei Impfstoffdosen ist auch von anderen Impfungen bekannt.

Booster-Impfung nimmt erst bei hoher Quote Einfluss auf Infektionsgeschehen

Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen und einer großen Zahl noch gänzlich ungeimpfter Menschen in Deutschland hatten mehrere Experten und Politiker zuletzt Druck gemacht, mehr und schneller Auffrischimpfungen zu verabreichen. Die Hoffnung ist auch, dass sich ein dämpfender Effekt auf die Virusverbreitung in der Bevölkerung einstellt.

Die Stiko dämpft jedoch Hoffnungen auf allzu schnelle Effekte: „Die epidemiologische Auswirkung durch eine verminderte Transmission wird erst bei hohen Impfquoten bei Auffrischimpfungen deutlich wirksam werden“, schreibt sie. Bisher haben in Deutschland 5,7 Prozent der Bevölkerung eine Auffrischimpfung erhalten, bei den Menschen ab 60 Jahren sind es 13,8 Prozent.

Laut dem Impfdashboard des Bundesministeriums für Gesundheit sind aktuell 68,0 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft, mindestens eine Impfdosis haben bereits 70,5 Prozent der Bevölkerung erhalten (Stand: 22. November). Aufgrund der noch zu geringen Impfquote wird nun auch eine Impfpflicht für alle immer heißer diskutiert.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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