Valneva-Impstoff hofft ebenfalls auf eine Zulassung in Europa

Sputnik V: Wie gut ist der russische Corona-Impfstoff wirklich?

Illustration of COVID-19 impfstoff
+
Sputnik V: Wie gut ist der russische Corona-Impfstoff wirklich?
  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
    schließen

Der Impfstoff Sputnik V aus Russland gehörte zu den ersten Vakzinen gegen Corona – wurde aber bisher in Europa nicht zugelassen.

Russland hatte im Jahr 2020 als erstes Land der Welt einen Corona-Impfstoff für die breite Bevölkerung zugelassen und das, obwohl Sputnik V laut Kritik von unabhängigen Medizinern noch nicht voll ausgetestet war. Inzwischen ist der Impfstoff nach russischen Angaben in mehr als 70 Ländern zugelassen, darunter in der EU etwa auch in Ungarn über eine nationale Genehmigung.

In Deutschland ist Sputnik V hingegen noch nicht zugelassen. Probleme gibt es vor allem, weil Russland die geforderten Datensätze bisher nicht zur Verfügung gestellt hat. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa müsste Russland etwa nachweisen, dass die Produktionsstätten das Präparat immer in der gleichen, einwandfreien Qualität herstellen. Neben Sputnik V warten außerdem Valneva, CoronaVac auf Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Doch wie gut wirkt der russische Impfstoff wirklich?

Sputnik V: Vektoren-Impfstoff aus Russland – Wie gut wirkt das Vakzin wirklich?

Bei Sputnik V aus Russland handelt es sich um einen vektorbasierten Impfstoff – auch AstraZeneca zählt zu dieser Art von Vakzin. Neben den sogenannten mRNA-Impfstoffen ist das die zweite gängige Impfstoffart gegen SARS-CoV-2. Bei Vektor-Impfstoffen werden Teile des Erbmaterials von SARS-CoV-2 in abgeschwächte Viren einer anderen Virusart gebracht, zum Beispiel Adenoviren.

Adenoviren

Adenoviren sind eine Erregergruppe, die eine Vielzahl von Erkrankungen auslöst, u. a. der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes oder der Augenbindehaut und Hornhaut. Die Viren sind hoch ansteckend und widerstandsfähig. (Quelle: infektionsschutz.de)

Werden die Menschen mit der Impfung also mit einem anderen Virus infiziert? Die Antwort: Nein. Die abgeschwächten Viren dienen lediglich nur als Transportmittel, um einen Teil der genetischen Information von SARS-CoV-2 zu bringen – deswegen werden diese auch als Vektor-Viren bezeichnet.

Vektor-Impfstoffe wie Sputnik V haben den Vorteil, dass sie etwas leichter zu handhaben sind als mRNA-Impfstoffe. Meist können sie bei höheren Temperaturen als die mRNA-Impfstoffe gelagert werden. Sie haben aber auch Nachteile. Laut apotheken-umschau.de deutet einiges darauf hin, dass vektorbasierte Impfstoffe nicht ganz so gut wirken wie mRNA-Impfstoffe. Aber stimmt das wirklich?

Sputnik V: Wirksamkeit nach zweifacher Impfung hoch – Wissenschaftler zweifeln

Einer Phase-III-Studie aus dem Februar 2021 zufolge hat Sputnik V eine Wirksamkeit von knapp 92 Prozent, nach der ersten Impfdosis sollte die Wirksamkeit bereits bei 73 Prozent liegen. Der russische Impfstoff wird, laut t-online.de, in zwei Dosen im Abstand von rund drei Wochen verimpft. Jetzt kommt allerdings das „aber“. Die Wissenschaftler zweifeln diese Daten jedoch an und bezeichnen sie als nicht nachvollziehbar.

In einer Studie wurde Sputnik V auch eine Wirksamkeit von etwa 83 Prozent gegen die Delta-Variante bestätigt, wie t-online.de weiter berichtet. Allerdings rückt die Delta-Variante angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus immer mehr in den Hintergrund. Wie steht es also um den Schutz gegen die neue Corona-Variante Omikron?

Laut neuer Studie: Schutz gegen Omikron-Variante bei Sputnik V kaum gegeben

Laut einer neuen Studie, die im Dezember 2021 durchgeführt wurde, seien die Sputnik V-Ergebnisse nicht vielversprechend. Sie zeigen mehrheitlich, dass Sputnik V bei einer Zweifach-Impfung kaum Schutz gegen Omikron bietet. Russland kritisierte die Studien bereits. 

Mehr zum Thema