Steigende Ölpreise und starker Reiseverkehr

Spritpreise auf dem Höchststand: Wann kann am günstigsten getankt werden?

  • Lisa Klein
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Autofahren ist momentan ganz schön teuer: Die Spritpreise in Deutschland sind hoch. Woran liegt das? Und wann kann am günstigen getankt werden?

Der Spritpreis war im Juli 2021 so teuer wie zuletzt vor sieben Jahren, laut ADAC war für Benzin der 31. Juli der teuerste Einzeltag. Seit Anfang des Jahres verteuert die CO2-Abgabe den Sprit hierzulande merklich: Diesel um acht Cent und Benzin um sieben Cent pro Liter, bis 2025 sollen es dann sogar 15 Cent mehr für Benziner sein. Es kommen aber auch noch andere Ursachen dazu, die für den hohen Spritpreis verantwortlich sind: der hohe Ölpreis und der starke Reiseverkehr.

Ungeachtet des leichten Rückgangs der Rohölnotierungen müssen die Autofahrer in Deutschland beim Tanken erneut mehr bezahlen als noch vor einer Woche. Wie der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) meldet, kostet ein Liter Super E10 derzeit im bundesweiten Mittel 1,560 Euro, das sind 0,7 Cent mehr als vor Wochenfrist. Der Preis für Diesel-Kraftstoff stieg um 0,3 Cent auf 1,394 Euro. Gleichzeitig ist der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent seit vergangener Woche um etwa einen US-Dollar gefallen.

Hohe Spritpreise in Deutschland: Wann kann am günstigsten getankt werden?

Nach Ansicht des ADAC besteht derzeit Spielraum für Preissenkungen an den Zapfsäulen. Ob die Preise an den Tankstellen sinken, hängt jedoch maßgeblich vom Tankverhalten der Autofahrer ab. Mit der Wahl der richtigen – und damit günstigsten – Tankstelle sowie der Wahl des richtigen Tankzeitpunkts kann jeder Einzelne nicht nur viel Geld sparen. Auch der Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt wird angeheizt. Dies führt letztlich zu sinkenden Kraftstoffpreisen.

Aktuelle Auswertungen des ADAC zeigen, dass Tanken in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten ist. Wer die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Tageszeiten und den Anbietern nutzt, kann viel Geld sparen und sorgt so auch indirekt für ein niedrigeres Preisniveau. Bevor der Weg zur Tankstelle auf sich genommen wird, kann auch online (unter www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/kraftstoffpreise) bereits vorab nachgeschaut werden, welche Tankstelle in der Region den günstigsten Sprit anbietet.

Spritpreise auf dem Höchststand: Warum sind Benzin und Diesel in Deutschland so teuer?

Die Ölpreise sind am Donnerstag (5. August) gestiegen und haben damit die jüngsten Kursverluste vorerst gestoppt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Zuvor waren sie an drei Handelstagen in Folge gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70,60 US-Dollar. Das waren 22 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 24 Cent auf 68,39 Dollar.

Marktbeobachter verwiesen auf die jüngste Entwicklung der Lagerbestände an Rohöl und Benzin in den USA. In der vergangenen Woche waren die US-Ölreserven zwar überraschend gestiegen, um 3,6 Millionen Barrel auf 439,2 Millionen Barrel. Allerdings fiel ein starker Rückgang der Benzinreserven am Ölmarkt stärker ins Gewicht und stützte die Ölpreise. Wie die US-Regierung am Donnerstag ebenfalls mitteilte, waren die Benzinvorräte in der vergangenen Woche um 5,3 Millionen Barrel auf 228,9 Millionen Barrel gefallen.

Mit dem aktuellen Anstieg konnte eine dreitägige Talfahrt der Ölpreise zunächst beendet werden. Von Montag bis einschließlich Mittwoch war der Preis für US-Öl um etwa sieben Prozent gefallen. Die Sorge vor Einschränkungen der Mobilität in führenden Industriestaaten wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hatte die Notierungen unter Verkaufsdruck gesetzt.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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