Sommer-Urlaub trotz Corona

Sommer-Urlaub 2021: Spanien wird Risikogebiet – was heißt das für Urlauber?

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
    schließen

Ganz Spanien – somit auch Mallorca und die Kanaren – gilt nun als Risikogebiet. Was bedeutet das für den Sommer-Urlaub 2021 und deutsche Reiserückkehrer?

Während in einem der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen kaum Neuinfektionen gemeldet werden, erklärt Deutschland aufgrund der hohen Inzidenzen ganz Spanien als Corona-Risikogebiet. Doch was bedeutet das für den Sommer-Urlaub 2021? Was müssen Reisende bei einem Urlaub in einem Risikogebiet beachten? Was gilt für die Rückreise?

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ganz Spanien und damit auch Mallorca und die Kanaren als Risikogebiet ein, das gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag (9. Juli) bekannt. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, rät das Auswärtige Amt nun mitten in den Sommerferien einiger Bundesländer wieder von touristischen Reisen in das beliebteste Urlaubsland der Deutschen ab.

Als Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die 7-Tage-Inzidenz über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Es ist die niedrigste von drei Risikostufen. Mallorca war Mitte März von der Liste der Risikogebiete gestrichen worden. Inzwischen liegt die Inzidenz auf den Balearen – zu denen auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören – im Schnitt schon bei 141. In ganz Spanien sind es sogar 179 – das ist etwa 30 Mal so hoch wie die Inzidenz in Deutschland. Sorgenkind Baden-Württemberg hat derzeit eine Inzidenz von 6,0 (Stand: 9. Juli).

Spanien ist Corona-Risikogebiet: Was ändert sich für deutsche Urlauber?

Praktische Folgen ergeben sich für Urlauber kaum: Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung dabeihaben. Damit entfällt die Quarantänepflicht. Das Gesundheitsministerium betonte, dass Reisen nach Spanien weiterhin möglich sind. „Risikogebiet heißt nicht Urlaubsverbot“, sagte ein Ministeriumssprecher. „Es ist aber das deutliche Zeichen: Bitte aufpassen und bei Rückkehr testen.“ Anders ist es, sollte die Inzidenz weiter steigen und Spanien als Hochinzidenzgebiet eingestuft werden.

Bei einer Inzidenz von über 200 – von der Spanien nicht mehr weit entfernt ist – droht die Einstufung als Hochinzidenzgebiet mit Quarantänepflicht für diejenigen, die nicht geimpft oder genesen sind. Erst dann wären auch für die Reisebranche erhebliche Folgen zu erwarten. Strengere Auflagen als für Spanien gelten ab Sonntag für die ebenfalls sehr beliebte Urlaubsinsel Zypern, die nun als Hochinzidenzgebiet mit besonders hohen Infektionszahlen eingestuft wird.

Wer auf Zypern Urlaub macht und nicht geimpft oder genesen ist, muss künftig für fünf bis zehn Tage in Quarantäne – auch wenn ein negativer Test vorliegt. Die Urlaubsinsel zeigt, dass die Hochstufung sehr schnell kommen kann: Das Land wurde erst vergangenen Sonntag zum Risikogebiet erklärt. Schon eine Woche später wird es nun zu einem von vier Hochinzidenzgebieten in Europa neben Portugal, Großbritannien und Russland.

Sommer-Urlaub 2021: Für den Spanien-Urlaub könnte es bald strengere Auflagen geben

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte die Spanien-Urlauber erst am Montag bei einem Besuch in Madrid beruhigt und die Infektionslage als nicht besorgniserregend bezeichnet. „Es gibt keinerlei Hinweise auf Entwicklungen, die befürchten ließen, dass wir in absehbarer Zeit wieder Entscheidungen treffen müssten, die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können“, sagte er. Es bestehe weiterhin Grund zur Vorsicht. Aber er gehe derzeit nicht davon aus, dass eine Wiedereinführung der Quarantänepflicht für rückkehrende Spanien-Urlauber kurz bevorstehe.

Die Inzidenz in Spanien lag zu diesem Zeitpunkt knapp über 100 und ist seitdem um fast 80 gestiegen. Wenn es in dem Tempo weitergeht, könnte Spanien nächste Woche dasselbe Schicksal wie Zypern erleiden: Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet. Fünf spanische Regionen liegen bereits über 200: Asturien (212), Kantabrien (255), Kastilien und León (331), Katalonien (390) und Navarra (326).

Spanische Regierung kritisiert Orientierung an 7-Tage-Inzidenz

Die spanische Regierung bezweifelt nun, ob die Orientierung an den Infektionszahlen der richtige Weg ist. Die Inzidenz als Gradmesser für das Risiko eines Landes verliere angesichts der hohen Impfrate und der niedrigen Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern an Bedeutung, erklärte das Ministerium von Tourismusministerin María Reyes Maroto. Spanien liege bei der Zahl der vollständig Geimpften mit 47,8 Prozent noch vor Deutschland (43,7). Auch die Todesrate sei niedriger als in Deutschland.

Die hohen Infektionszahlen würden bei jungen Menschen registriert, die entweder gar keine oder nur milde Krankheitssymptome entwickelten, hieß es. Die Behörden würden die Lage genau beobachten und notwendige Maßnahmen ergreifen, teilte das Ministerium weiter mit. Urlaub in Spanien sei auf jeden Fall sicher.

Tourist:innen am Strand von Arenal in Palma de Mallorca: Auch diese Urlaubsregion ist nun als Risikogebiet eingestuft.

Die spanische Tourismusbranche macht gerade eine Achterbahnfahrt durch. Erst erschreckte Frankreichs Europaminister Clément Beaune mit einer Warnung vor Reisen in das Urlaubsland. Andererseits kündigte London dann an, dass vollständig geimpfte Briten nach der Rückkehr aus einem Spanienurlaub ab dem 19. Juli nicht mehr in Quarantäne müssten. Und nun die Einstufung durch Deutschland als Risikogebiet.

Der Deutsche Reiseverband (DRV), der die Reiseveranstalter vertritt, reagierte allerdings noch gelassen. „Für Flugreisende ändert sich mit der Einstufung von Spanien als einfaches Risikogebiet faktisch nichts. Reisende können ihren Urlaub wie geplant fortsetzen“, sagte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen der dpa. Sie appellierte an alle Reisenden, sich auch während ihres Urlaubs an Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. „So ist verantwortungsvolle Mobilität auch in Zeiten von Corona möglich.“

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg (Symbolbild kreiszeitung.de)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema