Menschen in Nordkorea leben in Armut

Luxuriöser Lebensstil: Woher kommt das Geld von Kim Jong-un? 

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Kim Jong-un lebt in Saus und Braus. Seine Geldquelle ist effizient. Das Volk hungert. 

Nordkorea ist auf dem internationalen Markt isoliert, die Armut im Land steigt. Diktator Kim Jong-un lebt bisweilen im Luxus. Woher das Geld dafür stammt. 

Nordkorea - Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un (33) führt ein Luxusleben. Die Menschen in dem Land dagegen verarmen immer mehr, was auch den seit Jahren anhaltenden globalen Sanktionen gegenüber Nordkorea geschuldet ist. Dennoch scheint es Kim Jong-un nicht an Geldmitteln zu fehlen, um seine Luxusgüter - Yachten, gepanzerte Limousinen, Ski-Ressorts - zu finanzieren. Woher stammt das Geld? Laut US-Nachrichtensender CNN, der sich auf einen Report der Universität Massachusetts Institute of Technology (MIT) beruft, soll das Nachbarland China die entscheidende Rolle spielen. Demnach kamen 85 Prozent der nordkoreanischen Importe im Jahr 2015 aus China.

Ein Land setzt Sanktionen kaum durch

Laut Bild importierte Nordkorea 2008 beispielsweise insgesamt Waren im Wert von 4,25 Milliarden US-Dollar. Aus China kamen damals nur 48 Prozent, aus Indien 26 Prozent. 2010 rückten Ägypten und Süd-Afrika in den Fokus als wichtige Importländer. Seit 2011 steigerte sich der Handel mit China immens, andere Länder tauchen nahezu nicht mehr auf. 

Ohne die Unterstützung von Peking sähe die wirtschaftliche Lage in Nordkorea noch düsterer aus. Das Regime in Pjöngjang hänge mittlerweile (Stand 2017) bis zu 90 Prozent vom Handel mit China ab, wie Medien berichten. Wie Spiegel Online schreibt, setze China die internationalen Sanktionen, die gegen Nordkorea verhängt worden sind, kaum oder nur lasch um: Das lasse sich aus der chinesischen Zollstatistik ablesen.

Woher kommt das Geld?

Die Frage: Wirft der Handel mit China derart viel ab, dass Nordkorea das reicht? Und: Wie bezahlt Kim Jong-un sein Luxusleben? Seine Yacht – eine „Princess 95MY“ – wird für weit über drei Millionen Euro angeboten, wie Bild schreibt. Das Portal North Korean Economy Watchberichtet, dass das Ski-Ressort „Masikryong“ über 30 Millionen Euro gekostet haben soll. 

In China soll das Regime um Kim Jong-un Hunderte Firmen mit Landsleuten oder chinesischen Mittelsleuten betreiben: Handelshäuser, Restaurants, Dienstleistungsfirmen. Laut Spiegel Online sollen die Nordkorea-Verbindungen von außen oft nicht zu erkennen sein und die Stellvertreter-Firmen Geld selten nach Nordkorea überweisen. Demnach soll direkt in China Technologie oder fehlendes Material für Nordkorea gekauft werden und weiter transportiert werden. Vielleicht auch all jene Luxusgüter von Kim Jong-un. Dass mit dieser Form der Wirtschaft Nordkoreas Planwirtschaft untergraben wird, spiele für das Regime wohl keine Rolle. Experten sagen, dass die Planwirtschaft sowieso nicht mehr funktionieren würde.

Von Hacker-Angriffen bis Drogenhandel

Spiegel Online vermutet weiter, dass sich Nordkorea auf illegalen Wegen Geld - durch Schmuggel von Drogen oder Falschgeld - besorge. Weitere Geschäftsmethoden seien „raffinierte Hacker-Angriffe auf ausländische Banken, die Nordkorea zur Last gelegt werden“. Recherchen von CNN decken die Vermutung, dass die Luxus-Güter von Kim durch internationale illegale Geschäfte finanziert würden. Das soll dem Diktator Hunderte Millionen von US-Dollar eingebracht haben. 

Experte warnt: Diese Gefahr geht von Nordkorea aus.

Christoph Hollender

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