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Nach Gewalt zu Silvester in ganz Deutschland: Darum greift ein Böller-Verbot viel zu kurz

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Von: Daniel Hagmann

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In ganz Deutschland attackieren Chaoten während der Silvesternacht Polizisten und Feuerwehrleute. Das schürt die Diskussion um Böller-Komplett-Verbote. Doch das führt am Ziel vorbei.

Rettungskräften den Weg zu Notleidenden zu versperren ist schon so ziemlich das Letzte. Egal ob aus Neugier, Langeweile oder Böswilligkeit – das geht gar nicht! Dass im Verhalten aber noch eine deutliche Portion an zusätzlicher Widerwärtigkeit möglich ist, hat nun, zum Jahreswechsel auf 2023, die Silvester-Gewalt gezeigt. Brutal attackierten Randalierer Feuerwehrleute und Polizisten mit Raketen, Böllern, Schreckschusswaffen, Feuerwerkskörpern und sogar Pfefferspray (!). Allein in Berlin wurden dabei mehr als 30 Menschen im Dienst verletzt.

Man muss sich diesen Sachverhalt rund um die Gewalt in der Silvesternacht einmal in aller Klarheit vor Augen führen: Menschen, die zu diesem Zeitpunkt vermutlich auch viel lieber mit Freunden und Familie den Neujahrswechsel feiern würden, sind für die Polizei und die Feuerwehr im Einsatz, um anderen Menschen zu helfen, im Ernstfall sogar Leben zu retten. Und werden im Gegenzug behandelt wie Abschaum, nicht nur körperlich angegangen, sondern auch in ihrer Würde und ihrem Respekt verletzt.

Gewalt an Silvester: Böller-Verbot ist keine Lösung

Machen hier, während der Silvesternacht, frustrierte Feiglinge ihrem Zorn auf den Staat Luft und greifen deshalb Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei als Vertreter der Ordnung an? Schöpfen diese Gewalt-Menschen nur noch Selbstbewusstsein, wenn sie jedes denkbare Tabu auf absurdeste Art und Weise brechen?

Im Zuge der Silvesternacht-Krawalle nahm die Diskussion um ein allgemeines Böller-Verbot wieder Fahrt auf. Um unabsichtliche Silvester-Verletzungen zu vermeiden sowie Klima und Geldbeutel zu schonen, wäre dies sicher ein begrüßenswerter Schritt. Doch das eigentliche Kernproblem geht man auf diese Weise kaum an: Erst, wenn man für alle Mitmenschen wieder Grundrespekt empfindet und jeder erkennt, dass man auch selbst jeden Tag von Solidarität und Zusammenhalt in der Gesellschaft profitiert, wird auch der öffentliche Umgang miteinander sicherer.

Gewalt an Silvester kann zu weiterem Personalmangel führen

Manche Menschen kommen vielleicht erst zu dieser Erkenntnis, wenn sie selbst verletzt oder Opfer von Gewalt geworden sind, es dann aber nicht mehr genug Rettungskräfte gibt um zu helfen. Weil diese Menschen sich wegen Ereignissen wie in der Silvesternacht längst einen neuen Job gesucht haben kann die Silvester-Gewaltnacht den ohnehin vorhandenen Personalmangel weiter verschärfen. Aber dann könnte es für manch reumütige Einsicht schon zu spät sein...

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