Weniger Klinikaufenthalte

Studie: Kaum schwere Verläufe nach Corona-Impfung – Astrazeneca besser als Biontech?

  • Lisa Klein
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Laut Ergebnissen einer schottischen Studie sinkt das Risiko auf einen schweren Verlauf durch eine Corona-Impfung enorm. Astrazeneca erzielt in der Studie sogar bessere Ergebnisse als Biontech.

Laut einer Studie der Universität Edinburgh hat die Impfkampagne in Schottland ihre Wirkung gezeigt und für eine deutliche Entlastung der Krankenhäuser geführt. Zwar wird kritisiert, dass eine Impfung nicht zu 100 Prozent vor einer Corona-Infektion schütze, doch die Impfung hat einen sehr wichtigen anderen Effekt. Denn auch wenn ein Geimpfter in manchen Fällen an Corona erkranken kann, sinkt das Risiko auf einen schweren Verlauf und an dem Virus zu sterben enorm.

Bereits vier Wochen nach der ersten Impfdosis mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer sinke laut der schottischen Studie das Risiko des Geimpften um bis zu 85 Prozent, aufgrund einer Corona-Infektion ins Krankenhaus zu müssen, wie das Ärzteblatt berichtet. Bei einer Impfung mit dem Astrazeneca Wirkstoff sinke das Risiko auf einen schweren Verlauf sogar um 94 Prozent. Vor allem für Astrazeneca ist dieses Ergebnis sehr positiv, da der Impfstoff aufgrund seiner Wirksamkeit und seinen Nebenwirkungen momentan in der Kritik steht.

Schottische Studie belegt: Risiko für Krankenhausaufenthalte sinkt nach Corona-Impfungen

In Schottland wird bereits seit dem 8. Dezember gegen das Coronavirus geimpft. Bis zum 15. Februar wurden rund 1,14 Millionen Impfungen an 21 Prozent der schottischen Bevölkerung verabreicht. Dabei erhielten etwa 650.000 Menschen den Impfstoff von Biontech/Pfizer sowie 490.000 den von Astrazeneca. Der Präsident der britischen Gesellschaft für Immunologie, Arne Akbar, bezeichnete die Ergebnisse der schottischen Studie als „extrem vielversprechend“.

Die schottische Studie ist deshalb sehr bedeutend, da bislang nur Daten aus klinischen Studien mit Probanden vorliegen. Die schottische Untersuchung ist mit eine der ersten, die die Wirksamkeit von Impfstoffen in der Praxis untersucht. Das Ergebnis sei auch auf die Effizienz der Impfstoffe und die Entwicklung der Corona-Pandemie in anderen Ländern übertragbar.

Britische Regierung vertraut in die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe

Die Gesundheitsbehörde Public Health England teilte laut Deutscher Presseagentur am Montag zudem mit, dass auch die Sterblichkeit bereits nach einer Impfung deutlich zurückgegangen sei – um rund 85 Prozent bei den Geimpften ab 70 Jahren im Vergleich zu Ungeimpften dieser Altersgruppe. Grundlage für diesen Wert seien Daten für den Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer.  Bei diesen Daten handelt es sich allerdings nur um vorläufige, noch nicht von unabhängigen Experten geprüfte Daten. 

„Wenn wir geduldig sind und diesem Impfprogramm Zeit geben, seine volle Wirkung zu entfalten, wird es uns hoffentlich in den nächsten Monaten eine ganz andere Welt ermöglichen“, sagte der stellvertretende medizinische Chefberater der britischen Regierung, Jonathan Van-Tam. Gesundheitsminister Matt Hancock betonte, in der Gruppe der über 80-Jährigen seien zuletzt deutlich weniger Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Dies seien vor allem Effekte des Impfprogramms.

Im gesamten Vereinigten Königreich haben bereits mehr als 20 Millionen Menschen eine erste Dosis erhalten. Das ist rund ein Drittel der britischen Bevölkerung. Ziel der britischen Regierung ist es, bis Ende Juli allen Erwachsenen eine erste Impfung anzubieten.

Weniger schwere Verläufe nach Impfung: Wie weit ist Deutschland mit den Corona-Impfungen?

In Deutschland wurden laut Bundesgesundheitsministerium bereits bis zum 28. Februar 2021 8,8 Millionen Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer, AstraZeneca und Moderna an die Bundesländer ausgeliefert. In Deutschland wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits 6.394.364 Impfdosen (Stand: 1. März) verabreicht. Das entspricht aktuell einer Impfquote von 5,1 Prozent.

Da der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland heftig diskutiert wird, Impftermine ausgeschlagen werden und der Impfstoff von Astrazeneca teilweise in den Kühlschränken herumsteht, wurde die Impfreihenfolge in Baden-Württemberg angepasst. Somit soll das Impfverfahren in Deutschland beschleunigt werden.

Rubriklistenbild: © Isabel Infantes/Imago Images

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