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Baerbock stellt sich Kinderfragen: Angst vor Putin? - „Glaube nicht, dass mir was passiert“

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Von: Franziska Schwarz

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Baerbock in der Ukraine
Außenministerin Baerbock besichtigt ein von Deutschland gefördertes Minenräumprojekt in der Nähe von Kiew. Das Auto im Hintergrund ist durch eine Mine zerstört worden. © Michael Fischer/dpa

Kinder haben Kanzler Scholz, Außenministerin Baerbock und Gesundheitsminister Lauterbach zu aktuellen Krisen gefragt - und erfuhren auch einiges zum Privatleben.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Kanzler Olaf Scholz (beide SPD) haben sich kritischen Fragen von Schülerinnen und Schülern gestellt. Die Kinder erkundigten sich vor allem um den Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie. Auch Privates kam aber zur Sprache.

Baerbock, Scholz und Lauterbach stehen Rede und Antwort: Baerbock hat keine Angst vor Putin

So wollte ein Schüler von Baerbock wissen, ob man der Ukraine mehr Waffen liefern müsse. Darauf antwortete die Grünen-Ministerin sofort mit „Ja“. „Wenn wir die Ukraine nicht unterstützen würden, würden in vielen Orten schlimme Sachen passieren“, erklärte Baerbock. Deutlich war auch ihre Replik auf die Frage, ob sie vor dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Angst habe. „Ich glaube nicht, dass mir was passiert. Aber ich mache mir schon große Sorgen. Man weiß nicht, wann dieser Krieg zu Ende sein wird“, sagte sie darauf.

Die Schüler erfuhren auch, dass Baerbock selbst einkaufen geht, „wenn ich Zeit habe“. Den Wocheneinkauf müsse aber ihr Ehemann erledigen. Für Verblüffung sorgte ihr Berufswunsch als Kind. „Ich wäre gerne Rocksängerin geworden. Aber eigentlich kann ich gar nicht gut singen“, gestand Baerbock.

Lauterbach erklärt, dass Scholz keineswegs so spröde ist, wie er wirkt

Lauterbach wollte die Runde auflockern – nachdem er das Klassenzimmer betreten und erklärt hatte, er behalte aufgrund seiner Vorbildfunktion die Maske auf. „Meine Tochter sagt immer: Mit Maske sieht’s besser aus“, sagte er und schob kurz darauf hinterher: „Das war ein Scherz.“

Dann wurde es allerdings ernst. Die Kinder, die von Corona und den Einschränkungen massiv getroffen waren, wollten wissen, welche Maßnahmen in Herbst und Winter zu erwarten sind. „Es kann sein, dass man im Winter auf Klassenfahrten Maske tragen muss“, gestand Lauterbach, der das ständige Masketragen nach eigenen Angaben als „nervig“ und „schwierig“ empfindet.

Immerhin, „Schulen werden nicht mehr geschlossen. Das hat viele hart getroffen, auch meine Tochter“, versicherte er. Bei einem Spiel, das die Kinder vorbereitet hatten, gab Lauterbach Einblick in sein Bild des SPD-Kollegen und Kanzlers Scholz: „Olaf Scholz ist ein trockener Typ. Er kommt spröde rüber, so ist er aber nicht.“

„Kannste regieren?“: Scholz empfängt Kinder im Bundeskanzleramt

Der Kanzler wiederum empfing die Schüler in seinem Büro im Bundeskanzleramt. Er öffnete ihnen mit einem „Hallo, na? Hereinspaziert!“ die Tür. Ein Schüler nutzte die Gelegenheit und setzte sich auf Scholz‘ Bürostuhl. Sein Urteil: „Sehr weich! Sehr gemütlich!“

Bei den Fragen der Schüler war Scholz dann nicht mehr ganz so locker. Seine Antworten gerieten ausweichend und teils unkonkret. Bei Fragen zu Gerhard Schröder sagte Scholz, dass er „nicht in Ordnung“ findet, „was er macht“, die Partei aber über einen Rausschmiss entscheiden müsse.

Ähnlich bei der Frage nach Wegen zu einem Ende des Ukraine-Kriegs. Scholz verwies auf die Unterstützung der Ukraine und Sanktionen gegen Russland – und die Notwendigkeit eines „Miteinanderreden“. Deutlich wurde der Kanzler auf die Kinder-Frage ob er Angst habe, dass Russland Deutschland angreift, wenn er Putin am Telefon etwas Falsches sage. „Nein. Wir haben ja Partner und auch eine gute Bundeswehr.“

„Zurück in der Schule“? Scholz, Baerbock und Lauterbach stellen sich Kinderfragen

Vorbericht: Unterföhring/Berlin - Knapp ein Jahr nach der Bundestagswahl konfrontiert Sat.1 Kanzler Olaf Scholz (SPD) und zwei Kabinettsmitglieder mit Kinderfragen. Der Privatsender zeigt „Kannste Regieren? Baerbock, Scholz & Lauterbach zurück in der Schule“ am 22. September ab 20.15 Uhr.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) besuchten die Schülerinnen und Schüler in einem Klassenraum in Berlin. Scholz lud die Kinder ins Kanzleramt ein. Die Sendung wurde im August aufgezeichnet.

Kinderfragen an Scholz, Baerbock und Lauterbach: Kommen „unverstellte“ Antworten?

In seiner Programmvorschau schreibt Sat.1: „Ukraine-Krieg, Energiekrise, Pandemie, Wetterextreme: Ein Jahr nach der Wahl stellen sich Spitzenpolitiker:innen wieder den Fragen einer Schulklasse“ sowie „Wie schlägt sich die Politikprominenz angesichts der unverstellten Kinder-Fragen?“

Scholz-Konkurrent Laschet im Wahlkampf bei „Late Night Berlin“: von Kindern „gegrillt“

Harte Fragen von zwei elfjährigen Reportern kennt Scholz jedenfalls bereits aus dem vergangenen Wahlkampf. Bei „Late Night Berlin“ mit Klaas Heufer-Umlauf im September saß er im Herbst 2021 zusammen mit seinem damaligen Konkurrenten Armin Laschet. Der CDU-Kanzlerkandidat habe dabei gewirkt, als fühle er sich „unwohl“, resümierte damals die Times. Die beiden Minderjährigen hätten Laschet regelrecht „gegrillt“.

Und vor gar nicht langer Zeit im Juli war Scholz bei Maybrit Illner zu Gast und stellte sich den Fragen von fünf Bürgerinnen und Bürgern. (dpa/frs)

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