US-Präsident attackiert TV-Moderatorin

„Der schlimmste Tweet“ - Trump löst Proteststurm aus

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US-Präsident Donald Trump.

Donald Trumps Tweets sorgen zwar oft für Aufregung. Aber selten ist sie so groß wie nach seiner jüngsten Attacke auf eine Fernsehfrau. Selbst die eigene Partei versucht, ihrem Präsidenten in den Arm zu fallen.

Washington - US-Präsident Donald Trump hat mit einer beleidigenden Attacke auf eine TV-Moderatorin einen Proteststurm ausgelöst. Das Echo war selbst für die politisch hitzigen Zeiten in den USA ungewöhnlich. Auch eine Reihe prominenter republikanischer Politiker äußerte Unverständnis und Kritik. Sie nannten Trumps Einlassung nicht präsidentiell und unangemessen und mahnten die Würde des Amtes an.

Trump hatte am Donnerstag getwittert, MSNBC-Moderatorin Mika Brzezinski habe ihn in seinem Anwesen in Mar-a-Lago unbedingt sehen wollen, obwohl sie nach einer Lifting-Operation im Gesicht stark geblutet habe. Er beschrieb sie als „verrückte Mika“ mit niedrigem IQ, ihren Moderations- und Lebenspartner Joe Scarborough nannte der Präsident einen „Psychopathen“.

Nicht nur in sozialen Medien löste der Angriff eine Welle wütender Proteste aus. Viele nannten Trumps Einlassung seinen bisher schlimmsten Tweet, er sei ein Sexist, niemals würde man so etwas seinem eigenen Kind durchgehen lassen.

Mehrere republikanische Senatoren äußerten sich sehr kritisch. Ben Sasse twitterte: „Bitte stoppen Sie das. Das ist nicht normal und es ist unterhalb der Würde Ihres Amtes.“ Lindsey Graham schrieb: „Mr. President, Ihr Tweet (...) steht für das, was mit Amerikas Politik schief läuft, nicht für Amerikas Größe.“ Susan Collins schrieb, auch wenn man sich nicht mit den Medien vertrage, müsse man Respekt und Höflichkeit zeigen.

Paul Ryan, republikanischer Vorsitzender des Abgeordnetenhauses, sagte, es sei offensichtlich, dass er Trumps Tweet als unangemessenen Kommentar ansehe. „Wir versuchen, die Höflichkeit und den Ton unserer Auseinandersetzung zu verbessern. Dies tut es ganz sicher nicht.“

Die beiden Moderatoren der viel gesehenen MSNBC-Sendung „Morning Joe“ begleiten Trump sehr kritisch, früher war die Beziehung ambivalenter. Trump schrieb, er sehe die Sendung eh nicht mehr.

Das Weiße Haus sah keinen Anlass, etwas von den Attacken zurückzunehmen. Im Gegenteil: Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte bei Fox News, Trump vergelte Feuer mit Feuer. Die Sprecherin von Trumps Frau Melania verlautbarte, die First Lady habe immer gesagt, werde ihr Mann attackiert, schlage er zehn Mal so hart zurück.

Trumps Beziehung zu den meisten Medien ist sehr schlecht. Seit er im Amt ist, hat er mehr als 850 Tweets abgesetzt.

MSNBC erklärte: „Es ist ein trauriger Tag für Amerika, wenn der Präsident seine Zeit damit verbringt, jemanden zu drangsalieren, zu lügen und läppische persönliche Attacken auszuspeien, statt seine Arbeit zu machen.“

CNN-Reporter veröffentlichten auf Twitter ein Foto von Brzezinski, das sie an dem Datum zeigen soll, zu dem Trump sie aufs Korn nahm. Sie hat dort weder Pflaster noch Wunden.

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dpa

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