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Russland und Türkei verhandeln über Getreide-Export

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Von: Nadja Austel

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Türkischer Präsident Erdogan zu Arbeitsbesuch in Russland
Putin und Erdogan sprachen in einem Telefonat über die Getreideexporte aus der Uk.aine. (Archivbild) © picture alliance/dpa/EPA | Alexey Nikolsky / Sputnik / Krem

In der Ukraine lagert Getreide, das die Welt dringend benötigt. Russland und die Türkei suchen nach einer Einigung im Export-Konflikt.

Moskau/Ankara – Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan sprachen in einem Telefonat über den Konflikt bezüglich des Getreideexports aus der Ukraine. Das Präsidialamt der Türkei teilte am Montag (11. Juli) mit, die Vereinten Nationen müssten ihren Plan für einen Getreidekorridor durch das Schwarze Meer in die Tat umsetzten.

Die internationale Gemeinschaft fordert von Russland seit Wochen, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen. Die ukrainische Regierung beklagt, dass die russische Kriegsmarine ihre Häfen im Schwarzen Meer blockiere. Beide Länder gehören zu den größten Weizenexporteuren und spielen eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit in der Welt. Die Vereinten Nationen warnten bereits vor der größten Hungersnot seit Jahrzehnten.

Russland und Türkei: Von einem „Treffen auf höchster Ebene“ wird gesprochen

Der Kreml teilte nach dem Telefonat mit, es sei dabei auch um die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder gegangen. Ein „russisch-türkischen Treffen auf höchster Ebene“ sei für die nächste Zeit ebenfalls geplant. Details wurden nicht genannt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb später am Tag auf Twitter, auch er habe mit Erdogan über Möglichkeiten zur Entsperrung von Häfen und der Wiederaufnahme des Getreideexports gesprochen.

Russland hatte zuletzt Gesprächsbereitschaft in Bezug auf die Getreidevorräte signalisiert, die seit Beginn des Ukraine-Krieges Ende Februar nicht exportiert werden konnten. Moskau jedoch streitet immer wieder vehement ab, Weizenexporte zu verhindern und so die Lebensmittelsicherheit in der Welt in Gefahr zu bringen. Viele westliche Politiker und auch die Ukraine selbst machen Russland hingegen ganz klar für die Situation verantwortlich, ebenso wie für den Kriegsbeginn.

Die Situation in Syrien kommt zwischen Türkei und Russland zur Sprache

Putin und Erdogan besprachen laut Angaben beider Seiten zufolge auch die Lage in Syrien. Staatschef Erdogan habe sich für eine Verlängerung des Hilfsmechanismus über die Grenzen hinweg ausgesprochen, heißt es aus Ankara. Die Regelung, die am Sonntag (10. Juli) ausgelaufen war, hatte es den Vereinten Nationen ermöglicht, wichtige Hilfsgüter auch in Teile Syriens zu bringen, die nicht von der Regierung kontrolliert werden.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen konnte sich jedoch nicht auf eine Verlängerung des Mechanismus einigen. Russland hatte am Freitag (8. Juli) Veto gegen einen Resolutionsentwurf eingelegt, der eine Fortsetzung um ein weiteres Jahr vorsah. Eine Gegenresolution von Russland, nach der der Grenzübergang Bab al-Hawa für weitere sechs Monate geöffnet bleiben sollte, fand ebenfalls keine Mehrheit im Sicherheitsrat. (na/dpa)

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