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Bei RS-Virus-Infektion: Kind besser einen Tag länger daheim lassen

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Von: Juliane Reyle

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Kinderkrankentage werden schnell knapp, deshalb schicken manche Eltern ihre Kinder möglichst früh wieder in die Kita oder Schule. Ein Arzt erklärt, weshalb das schädlich sein kann.

Diesen Winter kursiert das RS-Virus in Deutschland. Aktuell sind deshalb nicht nur Kinderkliniken und Krankenhäuser überfüllt, sondern auch Eltern pflegen zu Hause ihre Kinder gesund. Die Zeit bis zur Genesung eines Kindes kann sich einige Tage bis sogar Wochen hinziehen. Insgesamt stehen Eltern nur 20 Kinderkrankentage pro Kalenderjahr zu – deshalb kann es passieren, dass bei einer heftigen Infektion die Krankheitstage schnell knapp werden. Viele Eltern schicken ihre Kinder aus diesem Grund so schnell wie möglich wieder in die Schule oder die betreuende Einrichtung. Doch das kann verheerende Folgen haben.

Arzt erklärt: Nach Krankheit „besser noch einen Tag länger zuhause bleiben“

Dr. Reckert, Arzt einer Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, sowie Pressesprecher des Berufsverbands für Kinder- und Jugendmedizin, erklärt, warum Kinder nach einer Erkrankung „besser noch einen Tag länger zu Hause bleiben“ sollten.

Nach einer Krankheit ist es generell wichtig, dass Kinder sich vollständig erholen, bevor sie wieder in die Schule oder Kita gehen – unabhängig davon, woran sie erkrankt sind. Der Arzt empfiehlt Eltern, ihre Kinder nach der Genesung noch einen Tag länger zu Hause zu behalten. Dies gibt den kleinen Patienten die Möglichkeit, sich auszuruhen und vollständig von der Erkrankung zu erholen, bevor sie wieder in den Schul- oder Kindergartenalltag zurückkehren.

Arzt warnt: „Auf keinen Fall mit Fiebersenkern in die Kita schicken“ – Symptome des Kindes beobachten

Doch das ist nicht der einzige Grund: Eltern sollten bei einer vermeintlichen Genesung die Symptome ihres Kindes weiter beobachten, um sicherzustellen, dass es wirklich wieder fit ist. Denn Medikamente können die Symptome verschleiern. Dr. Reckert erklärt: „Das Kind auf keinen Fall mit fiebersenkenden Medikamenten in die Kita schicken.“ Damit meint der Arzt auch Ibuprofen. Dr. Reckert erklärt außerdem, auf welche Symptome Eltern bei einer RS-Virus-Infektion ganz genau achten sollten.

Ibuprofen kann sich schmerzlindernd und fiebersenkend auswirken, sodass das Kind gesünder wirkt, als es tatsächlich ist. Dr. Reckert empfiehlt: „Kinder lieber einen Tag länger zu Hause lassen“. Sobald sich die Kinder ohne medikamentöser Behandlung „so verhalten, dass die Eltern sich denken, das Kind hätte jetzt wieder in die Schule gehen können“, dann kann es am darauffolgenden Tag wieder außer Haus gehen.

Dabei bezieht sich Herr Dr. Reckert nicht nur auf das RS-Virus, sondern generell auf „das kranke Kind“, unabhängig davon, an welcher bakteriellen oder viralen Infektion es leidet, betont er gegenüber echo24.de.

Ansteckung anderer Kinder ein „unlösbares Dauerstreitthema zwischen Eltern und Eichrichtungen“

Das Risiko einer erneuten Erkrankung oder einer Verschlechterung der Symptome wird verringert, wenn Kinder noch einen Tag länger zu Hause bleiben. Das Immunsystem benötigt Zeit, um sich von dem RS-Virus zu erholen. Herr Dr. Reckert versucht einen bildlichen Vergleich zu ziehen: „Eltern sage ich manchmal, dass Training Pausen braucht. Auch ein Bodybuilder trainiert nicht täglich.“ 

Wider Erwarten geht es Herrn Dr. Reckert bei der längeren Genesungszeit jedoch nicht um die Ansteckung anderer Kinder. Die Ansteckungsfähigkeit sei ein „unlösbares Dauerstreitthema zwischen Eltern und Einrichtungen“. Er erklärt: „Kinder sind immer ansteckend, sogar dann, wenn sie gesund sind, können sie mit irgendwas besiedelt sein“.

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