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Erkältungswelle macht Kinderärzten zu schaffen: „Das ist der Wahnsinn“

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Von: Michaela Ebert

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Volle Wartezimmer und viel zu tun: Kinderärzte macht die aktuelle Grippesaison sehr zu schaffen. Bei den Kleinsten unter uns geht die Erkältungswelle um.

Die Wartezimmer sind voll – kein Wunder bei dem nasskalten Novemberwetter, das aktuell über Deutschland hängt. Trotz bevorstehendem zweitem Advent und meteorologischen Winteranfang ist von Wintereinbruch keine Spur: Vielmehr gibt es in flächendeckendes Grau und Nieselwetter, bei Temperaturen um die fünf Grad. Die besten Bedingungen für eine Erkältungswelle also?

Gerade bei den kleinsten unter uns ist das gerade zu spüren: Kitas und Schulen leeren sich und die Krankheiten beschäftigen momentan zahlreiche Familien. „Die Erkältungswelle schlägt früher ein, als wir es gewohnt sind. Wir haben ordentlich zu tun“, sagt Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. „Ich glaube, die Schlangen vor den Praxen bundesweit sind lang und die Wartezimmer voll“, so der Berliner Kinderarzt. Und das, wo gerade die Apotheken aktuell vor Lieferengpässen stehen.

Erkältungswelle: Kinder konnten durch die Pandemie ihr Immunsystem nicht „trainieren“

Dabei im Umlauf: verschiedene Erkältungsviren, Influenza und RS-Viren. „Wir haben eine Anhäufung von Infekten. Die Kinder sind teilweise rund um die Uhr krank und die Eltern machen sich Sorgen, dass sie gar nicht mehr gesund werden“, berichtet der Arzt. Dabei seien es oft einfach viele Infekte, die aufeinanderfolgten und in der Regel harmlos seien. Durch die Corona-Pandemie und das Tragen von Masken hätten viele Kinder nicht die Möglichkeit gehabt, ihr Immunsystem zu „trainieren“. 

160 kleine Patienten pro Tag: Situation macht Kinderärzten sehr zu schaffen

„Es sind winterliche Verhältnisse, die wir derzeit haben“, berichtet Maske, der mit einem Kollegen am Montag allein in seiner Praxis 160 junge Patienten behandelte. „Das ist der Wahnsinn.“ Sonst kämen etwa 90 bis 110 Kinder und Jugendliche pro Tag in die Praxis. „Im Moment ist es eher ein Durchschleusen als eine gute Medizin.“ Die Kunst bestehe darin, die wirklich kranken Kinder herauszufiltern.

Die Situation mache ihm und seinen Kollegen sehr zu schaffen. „Hinzu kommt, dass wir wirklich kranke Kinder kaum noch in den Kliniken unterbringen können, weil die alle so runtergespart sind, dass sie kaum noch Betten haben.“ 

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