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RS-Virus-Fälle nehmen zu: So erklären sich Kliniken die steigenden Zahlen

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Von: Lisa Klein

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Derzeit infizieren sich immer mehr Kinder mit dem RS-Virus und müssen stationär behandelt werden. Die Infektionszahlen sind deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Worauf lässt sich das zurückführen? 

Die Kinderkliniken sind am Limit: Die Belastung durch das RS-Virus (RSV) ist derzeit extrem, die Betten sind voll, OPs müssen verschoben werden, Mitarbeiter kommen zur Unterstützung aus dem Frei, um die Versorgung der kleinen Patienten zu gewährleisten. Doch worauf lassen sich die nun erhöhten Infektionszahlen zurückführen? Die Kinderkliniken in Ludwigsburg und Schwäbisch Hall erklären auf echo24.de-Anfrage, weshalb die RSV-Fälle derzeit womöglich so rasant steigen.

Infektionszahlen steigen: Darum erkranken derzeit immer mehr Kinder an dem RS-Virus

Laut Prof. Dr. Jochen Meyburg, ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im RKH Klinikum Ludwigsburg, werden zwei Ursachen für die derzeit steigenden RSV-Infektionszahlen diskutiert: weniger Kontakt mit üblichen Infektionserregern durch die pandemiebedingten Hygienemaßnahmen und vorübergehende Immunschwäche nach durchgemachter Covid-Infektion.

Auch in der Diakoneo Kinderklinik Schwäbisch Hall gibt es diese Vermutung: „Das RS-Virus ist ein klassisches Erkältungsvirus. In der Regel steckt sich jedes Kind in den ersten drei Lebensjahren damit an. Dass in diesem Jahr so viele Kinder daran erkranken, liegt vermutlich am Nachholeffekt der Corona-Pandemie. Durch Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen wurde nicht nur das Coronavirus, sondern auch andere Krankheitserreger in Schach gehalten. Die ausgebliebenen RS-Virus-Infektionen werden nun nachgeholt“, erklärt Prof. Dr. Andreas Holzinger, Leiter der Diakoneo.

Doppel-Belastung in den Kinderkliniken: RSV trifft auf Influenza 

Die Belastung in den Kinderkliniken ist derzeit besonders hoch, da sich neben den RSV-Infektionsfällen auch die Zahl an erkrankten Kindern mit Influenza häufen. Wie Marlies Kepp, Leiterin der Unternehmenskommunikation der SLK-Kliniken in Heilbronn erklärt, hat es diese Doppelbelastung durch das RS-Virus und die Grippe im letzten Jahr um diese Zeit nicht gegeben. Gesundheitsminister Karl Lauterbach fordert daher eine rasche Hilfe für überlastete Kinderkliniken.

RS-Virus Patienten in der Kinderklinik
Vor allem für Säuglinge ist das RS-Virus gefährlich. Die Versorgung der kleinen Patienten ist personalintensiv. © dpa/ Marijan Murat

Dazu kommt: Nicht nur die Kliniken sind überlastet, auch den Kinderärzten in Deutschland macht eine Erkältungswelle zu schaffen. Das RS-Virus kann vor allem für Säuglinge gefährlich werden. Ein Stuttgarter Arzt klärt im Gespräch mit echo24.de über die Gefahren für Kinder durch das RS-Virus auf.

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