Kritik von Hilfsorganisationen

Hausräumung in Rom eskaliert: Wasserwerfer und Schlagstöcke gegen Migranten 

Rom hat ein Problem bei der Flüchtlingsunterbringung. In der Nähe des Hauptbahnhofs eskaliert die Lage, als Polizisten Migranten vertreiben wollen. Hilfsorganisationen sprechen von „wahlloser Gewalt“.

Rom - Nach der Räumung eines von Migranten besetzten Hauses ist es im Zentrum von Rom zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Mit Wasserwerfern versuchten die Einsatzkräfte, die Lage auf einem Platz in der Nähe des Hauptbahnhofs unter Kontrolle zu bekommen. 13 Flüchtlinge seien am Donnerstag verletzt worden, die meisten davon Frauen, teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mit. Auch Schlagstöcke seien eingesetzt worden. Das Kinderhilfswerk Unicef erklärte, Kinder hätten das Geschehen ansehen müssen und seien „terrorisiert“.

800 Migranten besetzten Bürogebäude seit Jahren

Das Haus war seit Jahren von rund 800 Migranten besetzt. Am vergangenen Wochenende wurde es geräumt. Viele Besetzer waren Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien. Rund 100 Migranten hausten seitdem auf einem Platz am Bahnhof Termini.

Ärzte ohne Grenzen sprach von „wahlloser Gewalt“. Die meisten Migranten hätten den Status von Flüchtlingen und müssten „in Würde“ untergebracht werden. Augenzeugen berichteten, dass einige Besetzer an den Haaren gezogen und geschlagen worden seien.

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf die Polizei, dass Gasflaschen und Steine gegen Beamte geflogen seien. Der Einsatz sei zudem notwendig geworden, weil einige Migranten eine alternative Unterbringung der Stadt nicht akzeptiert hätten.

Viele Migranten in Rom sind obdachlos

Die Polizei hatte vergangenes Wochenende mit der Räumung begonnen, die von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert wird. Das ehemalige Bürogebäude war im Oktober 2013 besetzt worden, 2015 ordnete ein Richter seine Räumung an.

Rom kämpft seit langem mit der Unterbringung von Migranten, viele schlafen auf der Straße oder in Parks. Oft wird eine fehlende Strategie der Stadt dafür verantwortlich gemacht.

dpa

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