Bundeswehr-Einheit unter Verdacht

Rechtsextremismus: Vorwürfe gegen Bundeswehr-Elitetruppe

Steht der Bundeswehr der nächste massive Skandal ins Haus? Ausgerechnet bei einer Eliteeinheit soll der Hitlergruß gezeigt und Rechtsrock gehört worden sein - Ermittlungen laufen.

Tübingen/Berlin - Die Staatsanwaltschaft Tübingen leitet Ermittlungen wegen angeblicher rechtsextremistischer Handlungen beim Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr ein. Das sagte deren Leiter Michael Pfohl am Donnerstag, nachdem ein Rechercheteam mehrerer öffentlich-rechtlicher Sender darüber berichtet hatte. Zunächst müsse ermittelt werden, wo sich die Vorfälle ereignet haben, um die Zuständigkeit zu klären. Er habe erst durch den Medienbericht von den Vorfällen erfahren.

Auch die Bundeswehr hat interne Ermittlungen eingeleitet. „Nach dem bisherigen Erkenntnisstand haben sich die Vorwürfe verfassungsfeindlicher Äußerungen in Wort, Bild oder Tat aber nicht bestätigt“, sagte ein Sprecher des Heeres der dpa.

Hitlergruß und Rechtsrock?

Bei der Abschiedsfeier für einen Kompaniechef der Elitetruppe KSK am 27. April 2017 soll nach den Recherchen für Sendungen von ARD, ZDF, Radio Bremen und NDR zufolge unter anderem ein Schweinskopfwerfen veranstaltet worden sein. Außerdem sollen mehrere Soldaten den Hitlergruß gezeigt sowie Rechtsrock gehört haben.

Erst am Donnerstagmittag hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) von der Bundeswehr eine Distanzierung von der Wehrmacht als „Traditionsstifterin“ eingefordert.

dpa/fn

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