Nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne

Neue Quarantäne-Regeln für Schulen: Was das für Baden-Württemberg bedeutet

  • Lisa Klein
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Die Gesundheitsminister haben sich auf neue Quarantäne-Regeln für Schulen geeinigt. Was das für Schüler in Baden-Württemberg nach den Sommerferien bedeutet.

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich mehrheitlich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund am Montag (6. September).

Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, sollen diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Der Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte, dies solle als „Leitplanken“ für die Gesundheitsämter dienen.

Neue Quarantäne-Regeln für Schulen: Das gilt in Baden-Württemberg

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, wenn sich in einer Klasse ein infiziertes Kind findet. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen. In Baden-Württemberg sind die Quarantäne-Bestimmungen für Schulen in der neuen Corona-Verordnung Schule festgehalten.

Im Südwesten wurde bereits vor dem Beschluss der Gesundheitsminister entschieden, dass nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne müssen. Stattdessen müssen alle Schüler der betroffenen Gruppe an fünf Schultagen in Folge verpflichtend täglich einen Schnelltest machen. Ausnahmen gelten für Schüler der Grundschule, der Grundstufe der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, Kinder der Grundschulförderklassen und Schulkindergärten. Für all diese Kinder reicht ein einmaliger Schnelltest vor Betreten der Einrichtung.

Neue Quarantäne-Regeln für Schulen: Nicht mehr ganze Klassen in Absonderung

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürwortete einfachere Regeln, pochte aber zugleich auf Schutzkonzepte. Voraussetzung sei, dass Grundregeln umgesetzt würden, nämlich Maske im Unterricht, regelmäßige Tests und Lüftungskonzepte, sagte der CDU-Politiker vor den Bund-Länder-Beratungen.

In dem Beschluss der Gesundheitsminister, welcher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, heißt es, Quarantäne-Anordnungen seien generell „mit Augenmaß“ in Abhängigkeit von der Einhaltung solcher Konzepte zu erlassen. Im Interesse eines möglichst verlässlichen Präsenzunterrichts sei die Anordnung einer Quarantäne außerdem „auf möglichst wenige Personen“ zu beschränken. Geimpfte und genesene Personen sollen grundsätzlich ausgenommen sein. Die nötigen Maßnahmen solle die Gesundheitsbehörde vor Ort treffen.

Neue Quarantäne-Regeln für Schulen: Was jetzt gilt

Bei übrigen Kindern der Klasse, die nicht als enge Kontaktpersonen eingestuft sind, sollten „für eine gewisse Zeit“ intensivierte Tests vorgenommen werden, heißt es in dem Beschluss weiter. Also genau das, was Baden-Württemberg sowieso für das neue Schuljahr nach den Sommerferien geplant hatte.

Der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft VBE, Udo Beckmann, sagte der dpa in Berlin: „Die Zeit für eine Quarantäne zu verkürzen und sie auf fünf Tage durch einen Test zu begrenzen, trägt dazu bei, transparente Regelungen zu schaffen. Das baut Unmut und Unverständnis der Menschen ab.“

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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