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Polarwirbel: Winterbringer oder Winterkiller – so beeinflusst er das Wetter

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Von: Julia Cuprakowa

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Polarwirbel beeinflussen das Wettergeschehen in Deutschland. Die Stärke des Wirbels entscheidet immer über die Art des Winters.

Besonders im Winter schreiben die Medien immer wieder etwas über einen sogenannten Polarwirbel und dessen extremen Einfluss auf das Wetter in Deutschland. Doch was ist ein Polarwirbel überhaupt?

Aufgrund fehlender Sonneneinstrahlung bildet sich im Winter über dem Nordpol in großer Höhe der sogenannte Polarwirbel. Dabei handelt es sich um ein hochreichendes Tief, das eine große Rolle in der atmosphärischen Zirkulation spielt und somit einen direkten Einfluss auf das Wetter hat. Auch über dem Südpol gibt es einen Polarwirbel. Im Klartext: Im weiteren Sinn versteht man darunter alle atmosphärischen Zirkulationen um den Nord- und Südpol.

Polarwirbel – Meteorologen unterscheiden zwei Arten

Wenn Wetter-Experten vom Polarwirbel sprechen, dann unterscheiden sie im engeren Sinne zwei Polarwirbel in verschiedenen atmosphärischen Schichten:

Aber worin unterscheiden sich die beiden Polarwirbel? Laut „wetteronline.de“ ist der troposphärische Polarwirbel, der sich auf der Nordhalbkugel befindet, viel ausgedehnter als der stratosphärische Polarwirbel und besteht ganzjährig. Außerdem wird er durch die Temperaturunterschiede zwischen der Arktis und den mittleren Breiten angetrieben. Die Höhenwinde entlang dieser Luftmassengrenze sind auch als Jetstream bekannt.

Im Winterhalbjahr ist der stratosphärische Wirbel dagegen viel präsenter. Er wird nämlich mit sehr kalter Luft angereichert. Die Temperaturen liegen bei unter minus 80 Grad. Der Wirbel dreht sich wie ein Strudel direkt über der Arktis. Darunter zieht der troposphärische Polarwirbel seine Bahnen. Somit beeinflussen sich beide Wirbel gegenseitig. Meist wirkt jedoch der troposphärische auf den stratosphärischen Polarwirbel ein. Dabei kann es zu Abschwächungen oder sogar zur Aufspaltung des kreisrunden stratosphärischen Polarwirbels kommen.

Wie entsteht ein Polarwirbel?

Wie bereits erwähnt, verliert die Luft in den Polargebieten in den Wintermonaten mehr Wärme, als ihr zugeführt wird, denn in den Polarnächten geht die Sonne für einige Zeit nicht mehr auf. Folglich kühlt sich die Luft stärker ab, wird dadurch immer dichter und sinkt wegen der Schwerkraft aus der Höhe ab.

Am Boden formiert sich dadurch ein Hochdruckgebiet, das auch als polares Kältehoch bezeichnet wird. In der Höhe sinkt dagegen der Luftdruck, ein Höhentief entsteht. Durch den Druckunterschied und ständig nachströmender Luft aus mittleren Breiten kommt es zu einer Rotation der Luft. Ein Polarwirbel kann sich nur bilden, wenn die Troposphäre über den Polen ausreichend auskühlt. Innerhalb beider Polarwirbel über dem Nordpol ist die kalte Luft isoliert. Kräftige Höhenwinde mit Geschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometer pro Stunde begrenzen die isolierten Polarwirbel.

Polarwirbel beeinflusst Winter in Deutschland

Starker Polarwirbel = Milde Winter

Ist der Polarwirbel im Winter stark ausgeprägt, so wirkt dies verstärkend auf den Jetstream. Dann überwiegen milde Westwinde in Mitteleuropa. Bei schwachem Polarwirbel schlingert der Jetstream und es sind Kälteeinbrüche möglich.

Schwacher Polarwirbel = Kalte Winter

Ein starker Polarwirbel im Winter geht häufig mit milden und feuchten Wetterlagen einher. Bei einem schwachen Polarwirbel sind kalte Winter wahrscheinlicher, im Mittelmeerraum regnet es außerdem mehr.

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