1. echo24
  2. Welt

Polarwirbel wird aktiv: Viel Schnee in diesem Winter? Das sind die Bedingung

Erstellt:

Kommentare

Frau läuft mit Regenschirm bei Winterwetter durch den Schnee
Teilt sich der Polarwirbel in zwei, spricht man von einem Polarwirbel-Split. © Expa/Jfk/dpa

Experten wagen sich an die ersten Winterprognosen für dieses Jahr. Was uns erwartet und welche Rolle der Polarwirbel-Split spielt, erklärt echo24.de.

Die ersten Prognosen für das Winterwetter 2022/23 sind da. Das US-amerikanische Wettermodell der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und das europäische Äquivalent ECMWF wagen bereits eine Vorhersage. Was Heizkostensparer freut, ist für Schnee- und Winterfans eher enttäuschend: Eiskalt und schneereich wird es dieses Jahr nicht besonders. Einzig der Polarwirbel-Split könnte diese Prognose um 180 Grad drehen. Doch wie wahrscheinlich ist er?

Polarwirbel-Split hat großen Einfluss auf unseren Winter

Teilt sich der Polarwirbel in zwei, spricht man von einem Polarwirbel-Split. Dieser kann erhebliche Folgen für unser Winterwetter haben. Bricht der Polarwirbel nämlich zusammen, erreichen uns nicht wie üblich die milden westlichen Winde durch den Jetstream, sondern eiskalte Luft aus dem Norden.

Wie entsteht ein Polarwirbel-Split?

Durch eine Störung der Stratosphärenzirkulation, kommt es zum Zusammenbruch des Polarwirbels. Das passiert schlicht und einfach, wenn es über dem Nordpol zu warm wird. Dann teilen Hochdruckgebiete den Polarwirbel: Dieser Vorgang wird als Polarwirbel-Split bezeichnet.

Der letzte Polarwirbel-Split war im Februar 2021

Zuletzt sorgte ein Polarwirbel-Split im Februar 2021 für Eiseskälte. Damals strömte eiskalte Luft von Sibirien nach Deutschland und sorgte für schneebedeckte Landschaften und eiskalte Nächte. Zu diesem Zeitpunkt war der Polarwirbel extrem schwach und instabil, sodass er zusammen brach und sich in zwei teilte.

Wie lautet die Winterprognose für 2022/23?

Die NOAA erteilt derzeit einem eiskalten Winter eine deutliche Abfuhr. Die Wintermonate sollen laut den Berechnungen der Amerikaner deutlich milder als gewohnt ausfallen. Bis zu zwei Grad wärmer wird es demnach im Vergleich zu den Jahresmitteln der vergangenen 30 Jahre. Die Wettervorhersage der Europäer kündigt einen „normalen“ Winter an, mit höchstens 0,5 Grad Unterschied zu den vorherigen Wintern. Bei einem sind sich beide allerdings einig: Der Polarwirbel ist der alles entscheidende Big Player.

Kommt es dieses Jahr zum Polarwirbel-Split?

Sowohl in den Kontrollläufen als auch in der Wetterprognose der Amerikaner werden zunehmende Aktivitäten des winterlichen Polarwirbels verzeichnet. Zwar ist dies im September nichts Außergewöhnliches, doch auch schon kleine Veränderungen können einen maßgeblichen Einfluss auf unser Wetter haben. Der Polarwirbel könnte die Wetterprognosen also nochmal komplett kippen.

Zweite September-Hälfte wird wohl die Antwort liefern

Die Entscheidung, wie sich das Tiefdruckzentrum, welches letztlich den Polarwirbel bildet, positioniert, fällt wohl wahrscheinlich in der zweiten Septemberhälfte. Die Positionierung entscheidet, ob es in Deutschland mild oder eiskalt wird.

Liegt das Tiefdruckzentrum über Kanada und Grönland, was zum aktuellen Stand vermutet wird, bedeutet das für uns: Hochdruckgebiet mit milden Temperaturen. Liegt das Zentrum über Skandinavien und der Barentssee, wird es eiskalt. Im Frühherbst wird sich also entscheiden, wie unser Winter ausfallen könnte.

Auch interessant

Kommentare