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Pilze im Juni: Pfifferlinge sammeln, einfrieren, aufwärmen – die Gefahren

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Von: Dominik Jahn

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Pfifferling Pilz
Pfifferling © picture alliance / Zoonar | HJ Janda

Pilze: Sammlern kommen nicht nur im September und Oktober auf ihre Kosten. Doch es ist Vorsicht geboten. 

Erst im Herbst startet die Pilz-Saison? Das stimmt so nicht ganz. Im September beginnt zwar die Hauptsaison für Sammler, doch bereits jetzt lassen sich einige der schmackhaften „Schwämme“ finden. Doch nicht nur bei der Suche, auch bei der Zubereitung lauern durchaus giftige Gefahren.

Lediglich 100 Arten von rund 6.000 Pilzen sind essbar. Ein besonders fieser Fakt: Es gibt zu zahlreichen essbaren Exemplaren auch einen tödlichen Zwilling, wie echo24.de bereits berichtet hat. Die zehn giftigsten Arten in deutschen Wäldern sorgen dabei für Leberversagen, Krebs und sogar zum Tod.

Pilz-Saison: Ab Juni finden Sammler den Pfifferling

Bereits im Mai hatte der Steinpilz seinen Auftakt. Im Juni folgt der Auftritt der Pfifferlinge. Als beliebter Speisepilz kommt er in ganz Europa vor. Besonders gut ist er in Laub- und Nadelwäldern aufzufinden. Wichtig: Es müssen die Vorgaben zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) beachtet werden.

Laut §2 dürfen demnach vom Pfifferling alle heimischen Arten gesammelt werden, wenn „sie in geringen Mengen für den eigenen Bedarf der Natur entnommen werden“.

Pfifferlinge sammeln: Gefahr durch giftigen Pilz-Zwilling

Schon beim Sammeln gibt es wichtige Details zu beachten. Der Pfifferling sollte immer oberhalb des Waldbodens am Stiel abgeschnitten werden. Zu alt sollte der Pilz dabei nicht sein, dann ist er nicht mehr zum Verzehr geeignet. Der sogenannte Hutrand ist in diesem Fall leicht nach oben gerichtet und weist eine dunkle Färbung an den Lamellen auf.

Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)
Hygrophoropsis aurantiaca, der Falsche Pfifferling. © picture alliance / Zoonar | Gerd Herrmann

Und, es könnte auch ein Pilz-Doppelgänger dahinter stecken. Wer den sogenannten „Falschen Pfifferling“ erwischt und isst, dem drohen heftige Beschwerden im Magen und Darm. Er weist nur ganz feine Abweichungen bei den Merkmalen auf: Sein Hut ist recht dünnfleischig und die Lamellen sind regelmäßiger gegabelt. Seine Farbe geht zudem etwas mehr in Richtung Orange.

Pfifferlinge im Supermarkt kaufen: Darauf sollte man achten

Auch beim Kauf von Pfifferlingen im Supermarkt sollten Kunden immer ganz genau hinschauen. Laut einem Bericht des Portals t-online, sollten die Pilze immer fest sein und ihre „Farbe sollte ein Dunkel- oder Dottergelb“ aufweisen. Außerdem müssten sie demnach einen leichten „Aprikosenduft verströmen“.

Beim Transport müssen dem Beitrag zufolge Schäden an den Pfifferlingen vermieden werden. Sie könnten unter Umständen „an Qualität und Haltbarkeit“ einbüßen.

Pfifferlinge einfrieren: Haltbarkeit der Pilze bis zu einem halben Jahr

Wer Pfifferlinge lieber nicht gleich essen möchte, kann die Pilze auch einfrieren. Wie das Nachrichtenportal dazu schreibt, wäre es sinnvoll, sie zunächst zu blanchieren. Damit bleibt das Aroma erhalten und sie schmecken nach dem Auftauen nicht bitter. Pfifferlinge also mit Pilzbürste säubern, zubereiten und mit Butter in der Pfanne schmoren/ mit Salzwasser kochen, abkühlen lassen und ins Tiefkühlfach.

Haltbar sind Pfifferlinge damit bis zu einem halben Jahr. So zumindest die Pilze aus dem Supermarkt. Gesammelte Pilze kommen ebenfalls auf etwa drei Monate. Wer seine Pfifferlinge dann wieder verarbeiten möchte, der sollte dies schnell tun und sie nicht zum langsamen Auftauen herauslegen. Sofort verarbeiten in der heißen Pfanne oder Brühe.

Kann ich Pilze nochmal aufwärmen?

Bisher galt doch eigentlich immer: Pilze bloß nicht aufwärmen! Wie jetzt der Bericht deutlich macht, ist diese Ansicht veraltet. Wer noch Reste seiner Mahlzeit übrig hat, kann diese durchaus aufwärmen, wenn man „sie schnell runtergekühlt und gekühlt gelagert“ hat. Dieses Detail ist wichtig. Pilze können aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts rasch verderben.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte die Lagerung bei zwei bis vier Grad im Kühlschrank erfolgen. Erhitzt werden müssen diese dann bei mindestens 70 Grad. Häufiger als ein Mal dürfen Pilze dann aber auch nicht aufgewärmt werden.

Pfifferlinge nie roh verzehren: Der Pilz sorgt so für Probleme

Die Experten beim Gartenjournal raten zudem komplett davon ab, Pfifferlinge roh zu verzehren. Dazu heißt es: „Auch echte Pfifferlinge können durch das enthaltene Chitin auf den Magen schlagen, wenn sie vor dem Schlafen oder in größeren Mengen roh verzehrt werden“.

Vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt es für alle Hobby-Sammler wichtige Hinweise:

Wer sich bei aller Vorsicht dennoch vergriffen hat und bei dem Symptome einer Vergiftung auftreten, der sollte umgehend einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen. Als Anzeichen gelten „Schweißausbrüche, Durchfall und Benommenheit“ . Betroffene sollten zudem Ruhe bewahren. Machen sich Vergiftungshinweise „erst nach acht oder mehr Stunden bemerkbar, sofort den Notarzt rufen, denn es besteht akute Lebensgefahr“.

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